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Morgen wird alles besser: An dieser Parole erkennt man seit der Aufklärung die Anhänger des sozialen Fortschritts, während die der Finsternis bellen, daß früher alles besser gewesen sei. Die einen setzen auf Wissenschaft und Technik, damit Freiheit, Wohlstand, Bildung und Schönheit sich mehren, die anderen auf Tradition, Blut, Boden, Familie, Vaterland und sonstigen Urväterhausrat, damit alles nicht noch schlimmer werde, als es ohnehin schon ist. Dieses Buch behauptet, daß jede Zeit, jede Handlung, jeder Gedanke tatsächlich mehr Möglichkeiten der Selbstverbesserung enthält, als man auf den er sten Blick sieht. Den inneren Zusammenhang dieser verborgenen Freiheitsgrade nennt das Buch »Implex«. Das Wort bezeichnet ein Modell, mit dem man erklären kann, wie Fortschritt in den Mühen tatsächlicher Menschen verwirklicht wird. Es macht verständlich, warum nur Epochen, die sich bestimmte Irrtümer erlauben, auch bestimmte Wahrheiten finden können, und es zeigt, daß die Aufklärung der Gegenwart Werkzeuge der Emanzipation vererbt hat, von denen sie selbst gar nichts wußte. Es verdeutlicht schließlich, was an dieser Lehre und anderen praktischen und theoretischen Hinterlassenschaften der historischen Linken wertvoll bleibt - bis heute. Auf dem Weg zu diesen Resultaten unternimmt das Buch Reisen durch realistische Forschung und phantastische Kunst, stellt bekannte und unbekannte Revolutionen, Kriege, Formen des Unrechts und des Widerstands dar und öffnet die Sicht auf Zeitabschnitte, von denen gar nicht so leicht zu entscheiden ist, ob sie Zukunft sind, Vergangenheit oder Gegenwart.
Bewertungen & Erfahrungen
3,3 von 5,0
4 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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"Der Implex" ist ein bemerkenswertes Buch, das ein großes Publikum vedient hat.Die Autoren entführen uns auf ein rasantes Denkabenteuer. Von der ersten bis zur letzten Seite wird der Leser extrem temporeich durch ein Dickicht von Analysen, gewagten Thesen, weitergehenden Überlegungen und denkbaren Schlussfolgerungen gesteuert. Zum großen Teil ist es eine fast schon beängstigende Achterbahnfahrt für Geist und Verstand; eine spannende Zumutung, die manche Leser ernüchtert, andere hoffnungsvoll, einige erleuchtet zurück- und viele vermutlich erleichtert aufatmen lässt, dass sie es geschafft haben, diese 835 Seiten imposanter linker Gesellschaftsbetrachtung(en) zu lesen.Die Tiefgründigkeit, mit der die beiden Autoren von einer linken, der Gerechtigkeit verpflichteten Vernunft aus ihre Sichtweise entwickeln, ist äußerst anregend.Dennoch: Sind schon die Gedankengänge der Autoren kompliziert, sie werden noch komplizierter dadurch, dass sie in einer Sprache formuliert werden, die an manchen Stellen nicht mehr nachvollziehbar erscheint. Das ist schade, weil sich der so gewichtige Inhalt auch für den aufgeschlossenen, abenteuerlustigen Leser einer wirklichen Aneignung entzieht. Leider verweigert sich das Buch vor allem dadurch einem großen Publikum.Für mich ist Implex ein faszinierendes Buch. Ich kann es allgemein empfehlen, als Herausforderung für alle, die sich mit dem Thema sozialer Fortschritt, Gesellschafts- und Zivilisationsentwicklung näher befassen wollen oder befassen müssen. Dieses Buch ist eine aus dem aktuellen intellektuellen Angebot herausragende Antwort auf den allgemeinen Zeitgeist.
Ja der Implex ist das, was wohl dabei rausgekommen wäre, wenn man Dath damals bei Freud auf die Couch gelegt hätte.Seite um Seite asoziieren die beiden AutorInnen wild , über Klassengesellschaft, Kolonialismus, Rasissmus und die Rechte der Frau.Der Schreibstil ist dabei noch das geringste. Man gewöhnt sich an die Schachtelsätze, wie man sich in einen schlechten Wein reinsaufen kann, dann stören sie kaum noch.Die AutorInnen kündigen bereits im Vorwort einen Roman an und nur als solcher lässt sich dieses Machwerk lesen (rein vom Lesefluss her erinnert das ganze fast an "Naked Lunch", vom Spassfaktor her leider nicht).Wer Lust auf politisch korrekte Selbstbebauchpinselungen auf relativ hohem Niveau in Prosaform hat, kann diesem Buch bestimmt ein paar unterhaltsame Tage abgewinnen.Mir ist der Inhalt dann doch zu dürftig, um noch weiter Zeit dafür aufzuwenden.Ich habe nach 200 Seiten relativ desillusioniert aufgegeben.
Wer sich an 15 zeiligen Schachtelsätzen erfreuen kann, dem sei dieses Buch empfohlen. Ich hatte mich schon auf neue Ideen und Anregungen gefreut, habe aber als Durchschnittsleser (Hesses Glasperlenspiel erfreut mein Herz und auch Das kommunistische Manifest ist mir geläufig) nach dem zweiten Kapitel aufgegeben. Der Autor setzt fundamentales Wissen in Philosophie und Soziologie voraus. Für Intellektuelle.
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Letzte Aktualisierung: 23.10.2026 18:20 Uhr.