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Zufällige Erfindungen | Elena Ferrante | Buch | 219 S. | Deutsch | 2021 | Suhrkamp Verlag
Bewertungen & Erfahrungen
3,5 von 5,0
4 Bewertungen
5 ★1
4 ★2
3 ★0
2 ★0
1 ★1
Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion07.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein faszinierendes Buch, das die literarische Welt von Elena Ferrante spannend darstellt, allerdings finde ich die Zusammenfassung der Erfindungen etwas zu sehr auf die literarische Ebene fokussiert.
«Im Herbst 2017 schlug mir der «Guardian» vor, eine wöchentliche Kolumne zu schreiben. Ich war geschmeichelt und ängstlich zugleich. Mit so etwas hatte ich keine Erfahrung, und ich fürchtete, es nicht zu können.» Anfrage und Ängste gehören nicht zu einer Bloggerin oder einem Jungjournalisten, sondern zur Verfasserin des Weltbestsellers «Neapolitanische Saga», Elena Ferrante. Nach langem Zögern nahm Ferrante den Vorschlag dann trotzdem an. Zum Glück. Denn ihre Kolumnen sind nicht nur sehr lesenswert, sondern auch ein Lehrstück, wie diese anspruchsvolle Textsorge zu meistern ist. Interessant, dass ausgerechnet viele mittelmässige Autorinnen der Meinung sind, sie seien geborene Kolumnen-Texterinnen. Das bestätigte mir auch ein befreundeter Chefredakteur, der regelmässig Mails erhält, in denen ihm Selbstüberschätzer beider Geschlechter weismachen wollen, es sei für sein Magazin eine Ehre, den Absender als Kolumnenschreiber zu engagieren.Elena Ferrante bat um eine zeitliche Befristung des Auftrags. Und nachdem ihr diese Bitte gewährt worden war, schrieb sie ein Jahr lang über die verschiedensten Fragen und Themen, die ihr meist vorgegeben wurden. Da ihr eine sorgfältige Gliederung wichtigtuerisch vorkam, beliess sie für diese Sammlung die Reihenfolge ihres Erscheinens, was mich ebenfalls richtiger dünkt.Einzelne Kolumnen in dieser Besprechung hervorzuheben, scheint mir nicht sehr sinnvoll. Zumal sich die Qualitätsunterschiede in sehr engen Grenzen halten. Den Scheinwerferkegel der Aufmerksamkeit möchte ich aber noch auf die Illustrationen und damit auf Andrea Ucini richten. Der gebürtige Italiener gehört zu den begehrtesten Illustratoren, wobei er inzwischen in Dänemark wohnt und arbeitet. Ohne Elena Ferrante beleidigen zu wollen, wage ich die Behauptung, dass sich die Anschaffung ihrer Kolumnen allein schon wegen der 52 Illustrationen lohnt. Den Stil von Ucini können Unentschlossene ja googeln.Mein Fazit: Kolumnen von so begabten Autorinnen wie Elene Ferrante haben selbst dann überregionalen und überzeitlichen Charakter, wenn sie nur Momente beschreiben oder lokal verankert sind. Die Leser vom «Guardian» werden es sicher bedauert haben, dass Elena Ferrante ihr Engagement nicht verlängerte, sondern nach 52 Kolumnen beendete. Aber als kleinen Trost gibt es nun diese Sammlung.
‚Wir können viel mehr sein als das, was wir zufällig sind.‘ (Seite 35)Elena Ferrante hat ein Jahr lang wöchentliche Kolumnen für den britischen Guardian geschrieben. ‚Zufällige Erfindungen‘ enthält diese 52 Kolumnen sowie Illustrationen von Andrea Ucini.Ferrante thematisiert u.a. Angst und Eifersucht, Tagebuchschreiben und Sprache, Tod und Abschied, Schwangerschaft und Mutterschaft, Freundschaft und Paarbeziehungen, Wahrheit und Lüge, Politik und Klimawandel.Ich habe alle Bücher von Ferrante gelesen, die bisher in deutscher Übersetzung erschienen sind, und da ich ihre Romane sehr schätze, war ich sehr gespannt auf ihre Kolumnen.Tatsächlich hat mir ‚Zufällige Erfindungen‘ sehr gut gefallen, denn die Kolumnen sind nicht nur unterhaltsam zu lesen und ansprechend geschrieben, sondern sie zeigen auch mehr von der Person und Persönlichkeit Ferrantes, die sonst eher im Dunkeln bleibt, wenig von sich preis gibt und inkognito bleibt.Die Themen der Kolumnen sind sehr vielseitig, regen zum Nachdenken an, bieten tiefe Einblicke in Ferrantes Gedanken, Gefühle und Überzeugungen und vermitteln auch unabhängig von der Person Ferrante spannende und kluge Überlegungen zu verschiedenen Lebensthemen.Auch die Zeichnungen im Buch fand ich gelungen, sie unterstreichen die Texte und haben bei mir dazu beigetragen, dass ich die Kolumnen noch interessanter, tiefsinniger und bedeutsamer fand.
Es war ein Geschenk für eine begeisterte Ferrante-Leserin. Dies war leider das erste Buch von ihr, das nach nur wenigen Seiten beiseite gelegt wurde. Es gibt keinen roten Faden in diesen Kolumnen. Sie sind thematisch teilweise sehr beliebig und uninteressant, bisweilen lieblos geschrieben. Gerade, wenn man sich in eine Kolumne eingelesen hat, ist sie schon wieder zuende.
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Letzte Aktualisierung: 10.10.2026 18:13 Uhr.