Die Toten vom Gare d’Austerlitz - Kriminalroman (Eddie Giral 1): Vom Gewinner der HWA Gold Crown für den Besten Historischen Roman
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EAN 9783518471364

Die Toten vom Gare d’Austerlitz - Kriminalroman (Eddie Giral 1): Vom Gewinner der HWA Gold Crown für den Besten Historischen Roman

Hersteller: Suhrkamp Verlag Ag  ·  MPN: 1133837
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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

Die Toten vom Gare d'Austerlitz - Kriminalroman (Eddie Giral 1) | Chris Lloyd | Taschenbuch | 473 S.

Bewertungen & Erfahrungen

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Redaktion 07.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Gut!
Malu 20.05.2024 amazon.de
Opfern Gerechtigkeit zuteilwerden zu lassen – das ist das ganz persönliche Anliegen des französischen Ermittlers Eddie Giral. So auch in seinem neuesten Fall: Auf einem Abstellgleis auf dem Gelände des Gare d’Austerlitz wurden in einem Waggon vier Polen entdeckt, die mit Gas umgebracht wurden. Das weckt in Eddie schreckliche Erinnerungen an den eigenen Dienst in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs. Zudem alarmiert ihn wenig später eine weitere Schreckensmeldung. Ein anderer Pole hat einen erweiterten Suizid begangen. Die Tat wirft viele Fragen auf. Seine Aufmerksamkeit fällt jedoch auf die Tatsache, dass der Selbstmörder und einer der im Zug ermordeten aus der gleichen Stadt stammen.Es beginnt für Eddie ein gefährlicher Spagat zwischen seinen Interessen und den Besatzern der deutschen Wehrmacht. Gestapo, Spione und letztendlich noch sein eigener Sohn sorgen für ein gefährliches Spiel. Und um das Ganze vollends zu komplizieren, schießen eine amerikanische Reporterin sowie einige Exilanten quer.Die schnodderige und rebellische Art des Hauptdarstellers sorgt für frischen Wind und macht ihn so sympathisch und authentisch. Die Tatsache, dass Eddie ein Mann aus dem Leben ist, macht ihn zu einem von uns. Als Rausschmeißer in den Kneipen und Jazzclubs von Montmartre hat er einst angefangen und nun ist er ein eigenwilliger Polizist, der von diesen Erfahrungen geprägt wurde.In dieser Ermittlung beginnt er einen gefährlichen Spagat, der ohne weiters tödlich enden könnte.Doch dank seiner herausragenden Intelligenz meistert er die schwierigsten Situationen, auch wenn ihm durch die Nazis in vielerlei Hinsicht die Hände gebunden sind. Trotzdem gelingt es ihm, die Pläne der Nazis gekonnt zu sabotieren.FazitAuch wenn der Roman nicht einfach zu lesen war, ist er doch großartig geschrieben, fesselnd und tief bewegend.Die Wesenszüge des Protagonisten machen ihn so einzigartig, auch wenn er hier und da sehr kantig wirkt. Trotzdem oder gerade deswegen kommen seine Stärken und Schwächen besonders zum Tragen. Insbesondere seine absolute Loyalität sowie der stark ausgeprägte Gerechtigkeitssinn haben mich tief bewegt.
TL 20.05.2024 amazon.de
Was zunächst konfus klingen mag, ist die Realität in diesem Roman: Im 1940 von den Deutschen besetzten Paris werden am Gare d’Austerlitz vier tote Polen aufgefunden. Édouard, Eddie, Giral übernimmt die Ermittlungen, bei denen ihm die Deutschen unendlich viele Steine in den Weg legen. Für ihn beginnt ein Drahtseilakt, bei dem auch sein eigenes Leben immer wieder in Gefahr gerät. Er versucht den Täter zu entlarven, ohne den Deutschen zu sehr auf die Füße zu treten, was nicht immer gelingt. Er trifft auf unerwartete Widerstände in den eigenen Reihen und muss versuchen, sich selbst treu zu bleiben, da die Deutschen ständig versuchen, die Ermittlungen in die von Ihnen gewünschten Bahnen zu lenken. Gleichzeitig hat er mit sich selbst und den Vorwürfen seines überraschend aufgetauchten Sohnes zu kämpfen.Die Geschichte wird aus Sicht Eddie Girals erzählt, den wir bei seinen Ermittlungen begleiten. Der Charakter wird sehr lebhaft mit all seinen Schwächen und seinen inneren Kämpfen gezeichnet, was ihn nahbar und sympathisch macht. Gleichzeitig ist Eddie aber auch ein durchtriebener Ermittler, der durch perfide Kniffe, meist mit hohem Risiko verbunden, diejenigen austrickst, die ihn manipulieren wollen, um seine Ermittlungen voranzutreiben. Immer wieder tauchen kürzere Episoden aus seiner Vergangenheit zwischen den Kapiteln auf, in denen man viel über seine Beweggründe und Entscheidungen erfährt. Dadurch, dass die Rückblenden so kurz gehalten werden, tun sie der Spannung keinen Abbruch, sondern liefern vielmehr nützliche und spannende Informationen, die für das weitere Verständnis der Geschichte und des Charakters notwendig sind.Der Krimi spielt immer wieder mit der Frage, worin der Sinn liegt, während eines Weltkrieges mit tausenden von Toten, nach den Mördern einzelner Personen zu suchen. In dieser hoffnungslosen Situation scheinen Mordermittlungen wie ein Tropfen auf den heißen Stein, ja fast schon unsinnig zu sein. Auch Giral muss diese Frage für sich selbst beantworten und gleichzeitig bekommt der Leser immer wieder neue Ansätze geliefert, die Antworten bieten, was, wie ich finde, wunderbar gelöst ist. Giral beantwortet diese Frage für sich, in dem er versucht „Gerechtigkeit für die vier Männer zu erlangen […], um den ungestraften Mord an Millionen zu entschuldigen“. Seine Aufgabe sei es eine „Lösung für das geringere Übel zu finden“. An anderer Stelle wird gewarnt, „dass wir Mord gegenüber nicht gleichgültig werden und nicht mehr unterscheiden können, was akzeptabel ist und was nicht.“ Die wohl einfachste Antwort findet sich in der Aussage „[…] damit die Zivilisation nicht zusammenbricht, müssen wir Mord weiter bestrafen […]“.Man hat den Eindruck, dass sich Giral in die Ermittlungen stürzt, um in diesen Zeiten irgendeinen Sinn zu finden und nicht verrückt zu werden. Er steht unter enormem Druck, da er sich gegen alle Seiten behaupten muss und ein gefährliches Spiel mit den Nazis zu spielen beginnt. Ironischerweise erinnern die Entscheidungen, mit denen er sich konfrontiert sieht, an de Gaulles „Wir haben eine Schlacht verloren, aber nicht den Krieg!“. Diese Frage muss Giral bei seinen Ermittlungen des Öfteren abwägen: Die Mörder identifizieren oder einem höheren Ziel zugunsten schweigen. Dabei handelt er sehr viel besonnener als sein Sohn, dessen Aktionen des Öfteren jugendlichem Leichtsinn zu entspringen scheinen.In diesem Roman habe ich eine andere Sicht auf den zweiten Weltkrieg kennen gelernt, was wirklich spannend war. Die Auflösung musste ich zwei Mal lesen, da sie recht kompliziert war und es viele Verstrickungen gab. Das Buch hat mich des Öfteren zum googlen – bspw. historischer Begebenheiten – animiert, was für mich immer positiv zu bewerten ist. Auch die Anmerkungen des Autors am Ende fand ich hilfreich und wertvoll. Ein spannender Kriminalroman in den wirren des zweiten Weltkriegs: Für Krimiliebhaber und alle mit Interesse an Frankreich während der deutschen Besatzung, eine klare Empfehlung.
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