Jean-Luc Godard - Bert Rebhandl Gebunden
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Jean-Luc Godard - Bert Rebhandl Gebunden

Hersteller: Paul Zsolnay Verlag  ·  MPN: 551/07209
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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

Jean-Luc Godard | Der permanente Revolutionär. Biografie | Bert Rebhandl | Buch | 288 S. | Deutsch

Bewertungen & Erfahrungen

4,7 von 5,0
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Verteilung basiert auf 3 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 30.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine fantastische Darstellung der Geschichte von Bert Rebhandl und fasziniert mich als Filmgeschichte-Fan. Die Informationen sind sehr tiefgründig und begeistern mich für die Welt des Kinos.
Estragon 22.05.2024 amazon.de
Zählt Jean-Luc Godard (*1930) zur Avantgarde von gestern, die bereits dabei ist, dem Vergessen anheimzufallen? Ist nicht womöglich sogar die ganze Idee einer künstlerischen Avantgarde obsolet, die auf dem Weg gesellschaftlicher Lernprozesse voranschreitet? Sicher ist jedenfalls, dass sich der Status eines internationalen intellektuellen Stars, den Godard vor allem in den 1960er Jahren innehatte, längst verflüchtigt hat.Seit irgendwann in den 1990er Jahren fanden seine immer seltener werdenden Filme auch nicht mehr den Weg in die deutschen Kinos (auch aus dem TV verschwanden sie, was aber eine andere, deprimierende Geschichte ist). Godards Filme wurden indes immer hermetischer und enigmatischer. Erfreulicherweise kam sein bislang letzter Film, »Bildbuch« (2019), aber auch wieder nach Deutschland, und Godard ließ es sich nicht nehmen, den (deutschen) Text der Kommentarstimme für die deutsche Synchronfassung selbst einzusprechen.Zum 90. Geburtstag des Filmemachers hat der renommierte Filmkritiker Bert Rebhandl nun eine Biografie vorgelegt, die auch eine Werkbiografie ist. Neben dem Leben von Jean-Luc Godard stehen auch seine Filme und anderen Werke im Fokus. Wer auch nur einen ungefähren Eindruck vom Gesamtwerk Godards hat, das sich mittlerweile über mehr als 60 Jahre erstreckt, ahnt bereits, dass sich Rebhandl keine geringe Aufgabe gestellt hat und die zur Verfügung stehenden 285 Seiten dieses Buches verhältnismäßig wenig Platz bieten. Vor dem Hintergrund dieser eingeschränkten Bedingungen liefert Rebhandl ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis.In der ersten Hälfte des Buches war ich zunächst fast ein bisschen enttäuscht darüber, dass Rebhandl recht schnell durch die bekannteste Werkphase Godards pflügt, die sich von den späten Fünfzigern bis in die späten Sechziger erstreckt. »Außer Atem«, »Die Verachtung«, »Die Außenseiterbande«, »Pierrot le Fou – Elf Uhr nachts« oder »Week End« sind Filme, die prägend für ihre Zeit waren und zum Kanon jener Phase gehören, als das europäische Kino in voller Blüte stand und dem niedergehenden klassischen Hollywood heftige Konkurrenz machte. Rebhandl benennt bei Godard thematische Kontinuitäten und Entwicklungslinien (zum Beispiel die zunehmende Politisierung).Wer umfassende Analysen jener Filme sucht, wird aber in diesem Buch nicht fündig werden. Das liegt daran, dass der Autor die noch folgenden Werkphasen einigermaßen gleichgewichtig betrachten will. Und er tut gut daran, denn gerade die 1970er Jahre und dann wieder die letzten etwa 25 Jahre sind bislang wenig erhellt worden. Hier erschließt Rebhandl viel Neuland, was den deutschsprachigen Diskurs angeht (im englischsprachigen Raum sieht es anders und besser aus).Die wenig bekannten und bisweilen nur sehr schwer zugänglichen Filme der späteren Werkphasen werden vorgestellt und in die historischen Hintergründe sowie in den Werkkontext eingerückt. Rebhandl erweist sich als nüchterner Betrachter, der im Hinblick auf die vielen Kontroversen, die sich an Godard und seinen Arbeiten entzündet haben, stets um ein ausgewogenes, faires Urteil bemüht ist. Im Fall von Godard ist das wahrlich keine leichte Aufgabe, die der Autor aber mit Bravour besteht.Die Anmerkungen am Schluss des Buchs lassen erkennen, wie umfassend sich Rebhandl in die Materie eingearbeitet hat. Ein Literaturverzeichnis, eine Filmografie sowie eine Zeittafel runden diesen empfehlenswerten Band ab. Auch wenn es sich hier nicht um ein filmwissenschaftliches Fachbuch handelt, ist Rebhandls Buch doch so etwas wie ein aktuelles Standardwerk zu diesem Klassiker der filmischen Moderne.
Timo & Lynn 22.05.2024 amazon.de
Am 03. Dezember 2020 wird der Regisseur und Autor Jean-Luc Godard seinen 90. Geburtstag feiern. Er wird der Nouvelle Vague zugerechnet - oder, besser gesagt, die meisten seiner bekannten Filme stammen aus der Periode, die dieser Richtung zugeordnet wird. Es ist die Phase, die der Autor Bert Rebhandl in seinem Buch als „Pop-Art“ bezeichnet.„Als Jean-Luc Godard 1960 in Frankreich mit À bout de souffle (Außer Atem) als Spielfilmregisseur debütierte, veränderte er die Grammatik des Kinos von Grund auf. Es folgten Schlag auf Schlag die Titel, mit denen der Name Godard bis heute verbunden ist – viele sind fast so etwas wie geflügelte Worte geworden, zum Beispiel Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß oder Die Kinder von Marx und Coca-Cola. […] Aber schon 1967 war Godard seiner Rolle überdrüssig, und kein Filmemacher der französischen Nouvelle Vague hat sich radikaler auf die revolutionären Erfahrungen von 1968 eingelassen als er.“Von 1968 an begann für Godard eine permanente Auseinandersetzung mit dem Medium Film und, noch viel mehr, mit den Ideen Kino und Bildkunst. Rebhandl weist bereits in seinem Vorwort daraufhin, dass Godard jener Kunstrichtung, Kino, eigentlich nicht mehr zugerechnet werden kann, denn kaum einer seiner letzten Filme hatte hohe Besucherzahlen oder empfing viel öffentliche Aufmerksamkeit, vielmehr werden die Filme bis 1980 eher ignoriert und die nachfolgenden fanden nur einen kleinen Kreis an Liebhaber*innen.Aber er gehört auch nicht zur bildenden Kunst und obgleich Volker Pantenburg schrieb, man könne „seine gesamte Arbeit als kompensatorische Geste eines gescheiterten Schriftstellers deuten“ und Godard schon als „Filmschriftsteller“ oder „Multimedia-Dichter“ bezeichnet wurde, ist und bleibt er doch ein Regisseur, nur eben einer, der permanent gegen die Mittel und Wege seiner Kunstform aufbegehrt(e).Rebhandl erzählt die Chronik von Godards Auseinandersetzung mit dem Film in all seinen Lebensphasen. Er ist dabei nicht unbedingt unparteiisch, merkt man ihm doch die Begeisterung für sein Sujet in vielerlei Hinsicht an. Wer also eine objektive Betrachtung sucht, der sollte zu einer der drei Biographien greifen, die Rebhandl selbst zu diesen Zwecken empfiehlt, von Colin McCabe, Richard Brody und Antoine Be baecque ( allerdings ist keine von denen auf Deutsch verfügbar). In Rebhandls Werk geht es um Godards Werk und erst an zweiter Stelle um den Menschen Godard.„Das Kino ist noch nicht erfunden“, hat André Bazin einmal geschrieben und Godard kann als einer der Regisseure angesehen werden, die ständig auf der Suche nach ihm waren, statt sich mit Vorformen und Ansätzen zufriedenzugeben. Rebhandls Werk fängt viel von der Faszination und dem Mythos um Godard ein, ohne deren Schwaden an allen Ecken und Enden restlos hinfort zu wedeln. So entsteht ein intelligentes, mitunter aber auch etwas Überversiertes Portrait von Godards Arbeit. Ich habe mich, als Laie, schon schwer mit manchen Passagen getan, weil Rebhandl ein bisschen viel an Godard-Affinität voraussetzt, in meinen Augen.Wer diese Affinität besitzt, der/die kann bedenkenlos zugreifen und wird wohl ein Buch vorfinden, wie für ihn/sie geschrieben. Leuten, die erst in die Materie Godard einsteigen wollen, rate ich nicht unbedingt ab, da auch ich nicht ganz unberührt geblieben bin von Rebhandls Enthusiasmus. Aber man kann sein Buch trotz aller Leidenschaft und Umsicht nicht als leicht zugänglich beschreiben.
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