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Aller Liebe Anfang | Judith Hermann | Taschenbuch | Hochkaräter (Fischer Verlag) | 224 S. | Deutsch
Bewertungen & Erfahrungen
4,2 von 5,0
5 Bewertungen
5 ★2
4 ★2
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2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion13.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein tiefgründiger und nachdenklicher Roman, der die Komplexität von Liebe und Schutzlosigkeit sehr gut darstellt. Die Geschichte ist emotional ansprechend, auch wenn die Thematik sehr tief ist.
Redaktion13.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Wir haben dieses Buch bekommen und schauen uns die Gestaltung an. Das Papier fühlt sich gut an und die Druckqualität ist ordentlich. Die Bindung hält den Inhalt gut zusammen, was für uns wichtig ist, wenn wir es weitergeben möchten. Die Lesbarkeit ist gut, wir konnten den Text ohne Probleme nachvollziehen.
Vor allem Kurzgeschichten waren es, die Judith Hermann vor Jahren bekannt machten und den Geist einer Generation trafen, die unzufrieden war, aber nicht wusste, warum. Die Oberfläche der Dinge funktioniert, die Menschen sind irgendwie zufrieden und irgendwie auch nicht. Es ist diffus, Fr. Hermann gibt keine Erklärung, es bleibt dem Leser überlassen. Ambivalent sind sie, Hermanns Figuren. Einer mag sagen, warum denn bloß die Unzufriedenheit, wenn doch eigentlich alles schön ist...So auch in Aller Liebe Anfang... "Stella. Von Beruf Krankenpflegerin, siebenunddreißig Jahre alt, verheiratet, Mutter eines Kindes" wird von Mr. Pfister belästigt... Mit jeder Seite des Buches ein bisschen mehr und obwohl es der thematische Faden der Geschichte ist geht es doch im Grunde um etwas anderes. Die Unzufriedenheit einer Frau, die auf den ersten Blick nicht zu erklären ist, die nachdenklich macht. Es bleibt dem Leser überlassen, was er damit machen will. Mr. Pfister ist eine Randerscheinung auf dem Weg zur Veränderung und letztlich Mittel zum Zweck... Mit eigenen Motiven. Wünschen und der eigenen Sehnsucht nach Nähe, von denen man im Grunde nichts erfährt. Es geht um Stella... Um ein Hineinrutschen in Lebensabschnitte, um das Herbeiführen von Veränderungen. Um Orte und um die Menschen, die sich an den Orten befinden. Judith Hermann schreibt: "Diesen Ort [...] hat es immer schon gegeben, und nach dir wird er immer noch da sein. Orte machen etwas mit dir, aber du machst nichts mit ihnen. [...] Dein Haus bleibt dein Haus, es zerfällt nicht zu Asche, wenn du zum letzten Mal aus der Tür gehst." Und sie schreibt: "zögern Sie nie! Das ganze Leben ist ein Abgrund, und je weniger Sie sich fürchten. Je länger Sie hinschauen, desto mehr haben Sie davon.".Vielleicht hat Judith Hermann das gemeint. vielleicht.... Das ist ihr Stil und ihre Stärke. Der Leser füllt das Hinterstehende. Ihre Themen sind zeitlos und treffen meinen Geist heute genauso wie früher. In den kleinen Dingen liegt die Tragik. Deswegen bin ich Fan. Nach wie vor.
Ist das Buch wirklich ein Roman? Ich habe es auf dem Kindle und als ich es nach 1 Stunde Lesens mitten in der Nacht weglegte, war ich einigermaßen überrascht, morgens nach einer weiteren halben Stunde schon am Ende angekommen zu sein…..Vielleicht hätte ich es im halbierten Tempo lesen sollen? Dafür ist mir die Sprache jedoch zu simpel….Nein, es handelt sich m.E. tatsächlich um eine Novelle, bei der das genretypische „besondere Ereignis“ erst gegen Ende auftritt.Jason, der Ehemann Stellas, welcher viele Seiten lang gar nicht erwähnt wird (bzw. meist nur seine Abwesenheit) hat dort nun endlich die Funktion bekommen, die man lange vermisst hat…. Genaueres lieber an dieser Stelle nicht, denn dann würde das Buch an Spannung verlieren.Wobei: „Spannung“ ist an und für sich schon ein dehnbarer Begriff. Vieles dreht sich um (nicht spannende) Alltagsbegebenheiten, die eine Universalerzählerin aus der Sicht Stellas und im Präsens manchmal minutiös und auch langatmig schildert. Es scheinen in diesen langatmigen Beschreibungen immer Befindlichkeiten Stellas, der Altenpflegerin, durch, die sie „besonders“ und auch merkwürdig unfassbar machen. Was genau mit ihr los ist, muss/kann der Leser/die Leserin mit eigenem psychologischem Gespür allenfalls erahnen.Dass sie aus ihrem Leben ausbrechen will, kommt zur Sprache. Weshalb jedoch, kann man sich nur selber zusammenreimen. Auch eine schriftstellerische Taktik. Vielleicht mag ich es sogar, dass so vieles offenbleibt. Auch am Schluss, der - in den allerletzten Sätzen - besonders gut gelungen ist. Aber mir will nicht so recht einleuchten, warum das Buch überhaupt geschrieben wurde. Was soll gezeigt werden? Was ist thematisiert? Kann ich das als Leser/in mit meinen eigenen Lebenserfahrungen in Einklang bringen, hinterleuchten, vertiefen…..? Wo ist der Anfang von „Liebe“? Was ist das überhaupt? „„Aller Liebe Anfang“ - eine Möglichkeit der Titeldeutung: Die Schriftstellerin wollte zeigen, dass Liebe scheinbar in einer Zufallsbegegnung (Jason und Stella treffen im Flieger aufeinander) beginnen kann und dann irgendwann endet? Die zweite Variante gefällt mir besser: Der Anfang der Liebe liegt vielleicht erst im Schluss des Buches, dort, wo sich zeigt, was einer für den anderen tut und führt letztendlich in der weiteren Zukunft zum „Guten“?Der vordergründigen Stalkinghandlung durch den unseligen (Namen!! „Mister Pfister“ hätte es nicht bedurft. Das ist einigermaßen abgeschmackt. Aber möglicherweise hat die Autorin sie als Transportmittel zur Zusammenführung des Paars Stella/Jason gesehen?Als moderne Novelle ok. Ruft aber zumindest bei mir keine besonders anhaltende Tiefenreaktion hervor.Ich finde, die Autorin wird maßlos überschätzt.
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Letzte Aktualisierung: 15.10.2026 14:16 Uhr.