Meine Meinung:Dies ist der Auftakt der Krimi-Reihe um Ann-Kathrin Klaasen, inzwischen umfasst die Reihe bereits 8 Bände.Mir hat der Krimi wirklich gut gefallen. Anfänglich hatte ich erst ein wenig Probleme mit den Figuren der Polizeiinspektion. Kommissarin Klaasen wurde recht gut beschrieben und man konnte sich ziemlich schnell ein Bild von ihr machen. Doch ihre Kollegen Weller und Rupert blieben mir eigentlich im gesamten Krimi recht "fremd". Aber ich denke, in den Folgebänden wird man auch diese Figuren besser kennenlernen. Ich mag es einfach, wenn ich weiß, wie die Personen aussehen sollen. Doch von Weller, Rupert oder dem Polizeichef Heide, habe ich absolut kein Bild im Kopf...Nun zum Krimi an sich - die Story fand ich recht spannend, der Killer sparte auch nicht gerade an Opfern und somit war immer "was los".Allerdings hätte sich die Spannung auch gerne ab und an etwas steigern können. Der Spannungslevel war gegeben, keine Frage, aber eine Steigerung hätte schon - gerade zur Auflösung hin - noch drin sein können.Die Auflösung war zudem keine totale Überraschung für mich, denn darauf hatte ich schon etwa zur Mitte des Buches hin getippt.Gerne hätte ich auch mehr "Ostfriesland- Feeling" gehabt.Außer den Namen und eine kurze Wattwanderung, spürte ich nicht so viel davon. Aber auch hier, denke ich das sich das vielleicht von Band zu Band steigert...Trotz alledem, wurde ich sehr gut unterhalten, die Story gefiel mir gut, genauso auch Kommissarin Klaasen, beruflich wie auch privat.Fazit:Ein guter solider Krimi, der mir Lust auf weitere Teile der Krimi-Reihegemacht hat.Für Krimi - Fans wirklich empfehlenswert!
Nachdem ich von der Ostfriesenreihe den aktuellen Band "Ostfriesenmoor" gelesen hatte, war ich neugierig auf die anderen Bände und begann mit Band 1, dem Ostfriesenkiller.INHALT:Im Umfeld eines Vereins, der sich um Behinderte kümmert und sich für ihre Interessen einsetzt, geschehen grausige Morde. Die gerade frisch von Mann und Kind getrennte Kommissarin Ann-Kathrin Klaasen und ihre Kollegen ermitteln im Umfeld des Vereins. Wer könnte ein Interesse daran haben, Mitarbeiter dieses Vereins zu beseitigen?CHARAKTERE:Im ersten Band erinnert Ann-Kathrin Klaasen ein wenig an die Tatort-Lindholm: Völlig fixiert auf ihrer Arbeit als Kommissarin vernachlässigt sie Mann und den 13-jährigen Sohn, die sie auch prompt verlassen. Vieles in ihrem Handeln erscheint übertrieben und veranlasst einen, die Augen zu verdrehen. Sie verfolgt ihren Mann und beobachtet ihn mit seiner Neuen durchs Fenster, sie streitet sich im Beisein des Sohnes aufs Schärfste mit ihrem Noch-Ehemann, sie handelt in ihren Ermittlungen ständig eigenmächtig, lässt sogar eine Zeugin bei sich zuhause schlafen. All diese völlig übertriebenen Eigenschaften und Handlungen machen die Hauptprotagonistin eher unsympathisch und lassen sie unrealistisch erscheinen. Alle weiteren Personen sind eher blass gezeichnet.NEBENSCHAUPLÄTZE:Hier ist vor allem die Trennung der Kommissarin von ihrem Mann zu erwähnen, die zu Beginn der Handlung viel Raum einnimmt. Des weiteren werden Tabu-Themen wie z. B. Sexualität bei Behinderten aufgegriffen, allerdings in einer Art und Weise, die den Leser eher unangenehm berührt.SPANNUNG:Der Autor schreibt unterhaltsam mit vielen überraschenden Wendungen in der Handlung. Dadurch kommt es an keiner Stelle zu Längen, ähnlich wie im "Ostfriesenmoor". Allerdings ahnt man hier doch sehr früh, wer der Täter ist. Die Auflösung ist dann keine große Überraschung mehr, mutet aber auch eher unlogisch an.REGIONALBEZUG:Es werden zwar ostfriesische Orte genannt, aber nicht so konsequent wie im Ostfriesenmoor. Was manchem als "Schleichwerbung" vorkommt, macht mir gerade viel Spaß, da ich die Umgebung einigermaßen kenne. Wenn dann Cafés, Orte, Geschäfte u. Ä. genannt werden, die es tatsächlich gibt, dann gefällt mir das sehr gut, weil ich die Gegend sehr mag. Es ist so ähnlich, als würde ein Film in der eigenen Stadt gedreht. Den schaut man dann auch und hat Spaß an den Plätzen, die man erkennt.MEIN FAZIT:Kommt leider nicht an "Ostfriesenmoor" heran. Der "Ostfriesenkiller" unterhält seinen Leser, lässt ihn aber auch vermehrt mit den Augen rollen. Es bleibt das Gefühl, dass hier von allem etwas zu viel in die Geschichte gepackt wurde: zu viel Scheidungsdrama, zu viel unlogische Auflösung, zu viel unsympathische Handlungen von Ann-Kathrin Klaasen. Wäre dies mein erster Band von Klaus-Peter Wolf gewesen, hätte ich sicher keinen weiteren Band der Ostfriesenreihe gelesen. Da ich aber dank Ostfriesenmoor weiß, dass es besser geht, werde ich Band zwei noch eine Chance geben.Ganz nett, hinterlässt aber kein Mehr-davon-Gefühl.