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Biografie | Roman | Maxim Biller | Taschenbuch | 896 S. | Deutsch | 2018 | FISCHER Taschenbuch
Bewertungen & Erfahrungen
4,3 von 5,0
4 Bewertungen
5 ★2
4 ★1
3 ★1
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion19.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Buch bietet eine interessante Perspektive auf die Lebensgeschichte von Soli Karubiner und seinen Freund, auch wenn die Erzählweise manchmal etwas schwerfällig ist. Die Geschichte ist fesselnd, aber ich fand die Entwicklung der Charaktere nicht immer überzeugend.
Redaktion19.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein faszinierendes und packendes Buch, das mich von Seite zu Seite gefesselt hat; die Geschichte von Soli Karubiner und seinem Freund ist unglaublich spannend und tiefgründig.
Ich bin neugierig. Ich staune gerne über Texte, die ich lese. Fiebere mit, wenn „meine“ Themen angesprochen sind. Vollends hin bin ich, wenn der Text frech, ungekünstelt, schamlos geschrieben ist. Ich kann mich neuen Gedanken (-flüssen) öffnen. Der Autor spricht mir aus der Seele. Ich bin hin, vom 753-sten Buchstaben an (bis ich mich an den persönlichen Stil des Autors gewöhnt habe) bis zur letzten Seite. Maxim Biller hat mir mit „Biografie“ ein solches Lesevergnügen beschert.Auf den Roman gestossen bin ich durch Adam Soboczynskis Interview mit Biller in der ZEIT vom 20. März 2016, „Die Deutschen kriegen es ab“, durch die Rezension von Ijoma Mangold in der ZEIT vom 7. April 2016, „Eine schrecklich nette Familie“, und die Rezension von Rainer Moritz in der NZZ (Neue Zürcher Zeitung) vom 26. April 2016, „Eine Saftwurzel kracht gegen die Wand“. Mich packt die barocke Erzählweise, die Rabulistik. Übertreibungen und Anzüglichkeiten finde ich lustig. Grundsätzlich berichtet Biller über gewöhnliche und (wenige) aussergewöhnliche Ereignisse in einem kosmopolitischen Alltag, lässt nebenher oder auch im Zentrum Familienromane einfliessen, erzählt vom schweren Erbe, das alle auf eine Weise zu tragen haben, weil Widersprüche, Irritationen und Verletzungen nun mal zum Leben gehören. Erzählt werden im Kern, der üppig von weiteren Geschichten umwuchert ist, die Geschichten von zwei Freunden, Soli Karubiner (der Ich-Erzähler) und Noah Forlani, ihrer tiefen Verbindung, dem Auseinanderdriften und schlussendlich dem Wiederfinden. Biller beschreibt Reaktionen und Empfindungen, die ich von meinem Alltag her kenne und so empfinde ich ihn als Seelen-Bruder, als „Leidensgenossen“ und amüsiere mich, wie er sich über das, worunter ich zum Teil leide, mir zum Teil den Kopf darüber zerbreche, lustig macht. Moritz urteilt, dass Biografie sehr deutlich zeige, dass nicht aus jeder Ausuferung ein gelungener Roman werde. Folglich hält er den Roman als Ganzes als misslungen. Mangold stürzt sich fiebrig erregt auf Biografie, liest auf dem taubengrauen Ikea-Ledersofa und findet die Lektüre nach den ersten 300 Seiten, also für immerhin weitere 600 Seiten anstrengend und ermüdend, wohl auch, weil die Figuren kaum Entwicklungen zeigten.Mein Leseerlebnis war umgekehrt (das mag daran liegen, dass ich nicht auf einem taubengrauen Idea-Ledersofa las, aber meist unterwegs, in Bussen, Trams und Zügen, in den Rhythmus der Vorwärtsbewegung verstrickt): zuerst verwirrte mich die Abundanz der Figuren, Ereignisse, zusammengedachten Lebensphasen und dann plötzlich, nach der Hälfte schienen die Handlung die Figuren sich spannend zu verdichten, so dass ich plötzlich nicht mehr nur amüsiert, aber gespannt und begierig Seite und Seite las. Die kritischen Stimmen zu Biografie kann ich halbwegs nachvollziehen, teile sie aber überhaupt nicht. Mir hat Biografie sehr gefallen und mich so sehr angeregt, dass viele Gedanken Billers mich in meinem Alltag eine Zeitlang begleiten werden.
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Letzte Aktualisierung: 17.10.2026 18:15 Uhr.