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Handbuch der Antisozialen Persönlichkeitsstörung | Birger Dulz (u. a.) | Buch | XVI | Deutsch | 2018
Bewertungen & Erfahrungen
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Redaktion07.08.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Handbuch ist eine hervorragende und umfassende Ressource, die tiefgehende Einblicke in die genetischen, neurobiologischen und sozialen Faktoren der antisozialen Persönlichkeitsstörung sowie die rechtlichen Aspekte bietet. Es ist eine unverzichtbare Lektüre für jeden, der sich mit diesem komplexen Thema auseinandersetzt.
Gutes Fachbuch zum Thema Dissoziale Persönlichkeitsstörungen - Fundierte Beiträge verschiedenster Autoren und die Thematik wird aus verschiedensten Perspektiven vorgestellt. Wirklich gut und gut zu lesen!
Schon der Buchrücken verspricht eine kleine Hoffnung auf Behandelbarkeit des Antisozialen, der früher einfach als unheilbarer, kaltblütig-bösartiger Psychopath galt.Diese ärgste Verkörperung einer Antithese zu Rousseaus grundauf gutem Menschen irritiert noch heute. Auf vielen der 693 Seiten erfährt die „psychische Struktur“ des Antisozialen zwar diverse konkrete Beschreibungen, aber keine sichere Verortung: irgendwo zwischen zwei Polen oder vielmehr entweder der eine Pol oder der andere: entweder emotional schnell überkochend, roh Impulse agierend, oder eher ich-bezogen, Loyalität suchend, kaltblütig und gewaltbereit.Verfolgt man die Begriffskarriere, erscheint dieses Spektrum als von Anfang an gegeben: von Pinels „Manie ohne Delir“ über Prichards „moralische Verrücktheit“ hin zur Differenzierung zwischen Sozio- und Psychopathie: immer wieder findet man einerseits den notorisch angstfreien Einzelheinz, andererseits den Prototypen des subkulturellen Gangsters: „emotional hyperreagibel“ oder „emotional hyporeagibel“ heisst es zu den farbigen bzw. blassen Hirnbereichen in der Bildgebung.So fällt es naturgemäß schwer, diese Persönlichkeitsstörung auf den Punkt zu bringen: sind die selten paraphilen Sadismen vor allem eine Unterform des Narzissmus oder hat man es mit einer Strukturstörung, also einem Borderliner zu tun? Ist der Betroffene (fast immer sind es Männer) noch schuldfähig, oder äußert sich so ein unglücklicher Neurotiker mit recht guter Prognose?Bei den auffälligen Meinungsverschiedenheiten zur Einordnung überrascht es nicht, dass auch die Behandlungsempfehlungen (wo man sich mehr Intuition als die sicherheitspriorisierenden S2-Richtlinien erlaubt) stark schwanken: einmal soll man strategisch eigene Kaltschnäuzigkeit zur Schau stellen, dann wieder ganz professionell eine Balance zwischen Konfrontation und Takt finden.Selten hielt eine State-of-the-Art-Artikelsammlung so viele Überraschungen bereit. Nicht nur gilt letztlich, wie schon „Die Ärzte“ wussten: „Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe“, auch liegt recht häufig gerade bei den „Eiskalten“ noch eine Angststörung darunter. Leider eine ohne Hilferuf im brutalen Agieren.Bei den vielen versammelten Blickwinkeln verwundert es nicht, dass das ein oder andere doppelt erscheint (Haupttreffer wohl: „maligner Narzissmus“), wenn auch immer wieder interessant vaiiert.Richtig pikant ist, wie die Schematherapeuten den Klärungsorientierten Therapeuten studienfundiert die Siegesfaust recken, die Geschmähten aber schon im folgenden Artikel darauf verweisen, eigentlich ja viel breiter aufgestellt zu sein.Es verwundert und erfreut zugleich, dass gerade beim übertragungsresistenten Gegenüber so viele psychodynamische Ansätze Eingang in das Buch fanden, hier finden sich viele Herleitungsmodelle und konkrete Behandlungsvorschläge.Zuletzt die Frage: Könnte man diesen andere übergehenden Typen überhaupt entfliehen, gibt es Kulturen, die sein Auftreten weniger fördern? Ja. Man halte sich zunächst einmal fern von westlichen Gefängnissen, noch mehr – überrascht dies? – aber von den Chef-Etagen. Unter Frauen wird es nicht einfacher als unter Männern, sie seien lediglich oft falsch als hysterisch diagnostiziert. Aber weit weg von hier findet man Ruhe: in Taiwan (hier ist es studienbelegt) taucht der Antisoziale so gut wie gar nicht auf…Fakten zum Buch:47 Beiträge mit Anhang5 Teile:1. Geschichte und Epidemiologie2. Grundlagen3. Klassifikation und Diagnose4. Symptomatologie5. Therapie
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Letzte Aktualisierung: 19.10.2026 10:18 Uhr.