Ich kann verstehen das dieses Buch die Gemüter erhitzt und entweder geliebt oder gehasst wird.Persönlich liebe ich dieses Buch. Es ist eine völlig neue Idee, den Hauptcharakter in eine Feenwelt zu versetzen die unserer aber nicht komplett unähnlich ist wie es sonst ist, sondern es ist eine moderne Welt. Mit Zügen und Licht und eben raffgierigen Wesen die andere ausnutzen.Der Hauptcharakter ist Theo, ein Mensch. Er ist Mitte 30 und faktisch gesehen ein Loser. Bisher hat er in seinem Leben nichts gerissen, er möchte Musiker sein und spielt in einer Band in der fast alle jünger sind als sehr. Seine Freundin wird schwanger und verliert das Baby wieder. Danach schmeißt sie ihn aus ihrer Wohnung, er zieht wieder zu seiner Mutter. Nach kurzer Zeit stellt er fest, dass seine Mutter schwer krank ist und sie stirbt.Im Nachlass findet Theo einen Brief und eine Erbschaft von seinem Onkel, bestehend aus einem Konto in einer sehr seltsamen Bank und einem Tagebuch.Nach dem das Haus seiner Mutter verkauft ist, zieht Theo sich zurück in eine einsame Waldhütte um sich zusammeln. Dort fängt er an das Buch seines Onkels zu lesen und stellt fest, dass der Mann entweder komplett irre war oder eine wundersame Fantasie hatte.Nach kurzer Zeit bekommt er Besuch von der Polizei, denn die Menschen die in das Haus seiner Mutter gezogen sind wurden brutal ermordet.Kaum ist die Polizei weg, bekommt er Besuch von einer kleinen geflügelten Frau. Sie heißt Apfelgrieps und will ihn vor einem ominösen bösen retten, der auch promt auftaucht.Durch ein Portal bringt ihn die Fee in die Feenwelt.Dort herrschen allerdings Vorkriegsähnliche Zustände. Es gibt Familien von großen Feen, die die Regierung führen.Politisch sind die Familien entweder Anti- Menschen, Pro-Menschen oder Neutral.Ausserdem gibt es kleine Feen, so wie Apfelgrips und andere Feenarten, wie Gnome oder andere Wesen.Innerhalb kürzester zeit gerät Theo in einen Bürgerkrieg zwischen die Antis und die Pros und wird auch zum Spielball dieser.Wie es weitergeht, muss jeder selber lesen.Persönlich finde ich die Idee, die Feenwelt nicht in einer quasi mittelalterlichen Welt spielen zu lassen, großartig.Theo ist ein schwieriger Hauptcharakter, er ist menschlich und komplett unentschieden. Er entwickelt sich auch nicht im laufe des Buches zum Helden, sondern er bleibt ein Mitläufer und manchmal hat er mich als Leser auch sehr aufgeregt, durch seine Art.Aber ich finde das gut, denn für mich macht es das realistisch. Ich mein, in welcher Welt entwickeln sich denn alle plötzlich zu Helden, dass ist doch arg unwahrscheinlich.Es gibt andere Charaktäre, die eher zu Helden werden und die den symphatischen Teil übernehmen. Apfelgrieps zum Beispiel, eine kleine geflügelte Fee mit schnodderschnautze. Frech und unverschämt und doch liebenswürdig.Empfehlen kann ich das Buch mit Freuden, allerdings nur an Leser die sich auf neues einlassen können.Wer ein klassisches Epos erwartet, mit großen Helden und romantischer Liebe und Ponyhofmentalität wird unweigerlich enttäuscht werden.Wer es ein wenig abstrackt und abgefahren mag, der wird das Buch mögen.
Als Tad-Williams-Fan habe ich mir irgendwann auch dieses Buch gekauft und, das muss ich gleich sagen, nicht bereut.Warum ist diese Buch "mehr als nur Fanatsy"? Ganz einfach: Hier wird nicht nur ein Ausflug in andere Welten unternommen sondern hier geht es auch um die grundsätzlichen und wichtigen Dinge im Leben. Da wären z.B. Liebe, Anerkennung, Umgang mit Misserfolgen und dem Tod Angehöriger. Aus dem Loser Theo Vilmos wird in einer anderen Welt der große Held, der aber doch keiner sein will und eigentlich nur durch Zufall am Schluss ein wirklicher wird.Gefallen hat mir auch, dass in der ach so tollen Elfenwelt ein sehr diffenrenziertes Gesellschaftssystem existiert, das Theo mit seinen "Erden-Augen" sehr gut erfasst und einordnet.Was diese Buch auch "5-Sterne-wert" macht ist der Spannungsbogen, der von Anfang bis Ende gehalten wird. Tad Williams schafft es auf den knapp 1000 Seiten wirklich eine tolle Reise hinzukriegen."Der Blumenkrieg" ist auf Grund der oben beschriebenen Eindrücke vielleicht nicht die klassische Fantasy-Literatur, weil Williams in den sonst eher edlen Elfenwelten auch seine Schwächen findet. Wer aber Spannung und eine interessante Geschichte sucht hat sie mit "Der Blumenkrieg" gefunden.