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EAN 9783608937626
Die Kinder Húrins: Mit Illustrationen von Alan Lee
Die Kinder Húrins | J. R. R. Tolkien | Taschenbuch | Taschenbuch | 336 S. | Deutsch | 2013
Bewertungen & Erfahrungen
4,4 von 5,0
5 Bewertungen
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1 ★0
Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion10.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Die Geschichte ist zwar faszinierend und tief in Tolkiens Welt verwurzelt, aber die Umsetzung der Handlung ist etwas zerrissen und lässt an einigen Stellen zu wünschen übrig. Trotzdem ist es ein schönes Leseerlebnis für Fans von Mittelerde.
Die Kinder Húrins ist eines jener Werke, die Tolkien zu seinen Lebzeiten zwar geschrieben, aber nicht fertiggestellt und veröffentlicht hat. Sein Sohn Christopher bemühte sich jedoch stets, so viele Werke seines Vaters noch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wie es ihm möglich war.Dazu gehört auch diese kurze, etwas zu detailverliebte aber dennoch stets hochinteressante Story aus dem Ersten Zeitalter Mittelerdes (also einige tausend Jahre bevor die Handlung des Herrn der Ringe überhaupt einsetzt).Es ist die Zeit, in der der wahre dunkle Herrscher Morgoth seinen Schatten über das Land legt und Elben wie Menschen und andere Geschöpfe den Kampf gegen Orks, Drachen und Co. aufnehmen müssen.J. R. R. Tolkien ist es gelungen, dem Leser die Geschehnisse des Ersten Zeitalters in Mittelerde näher zu bringen. Die Perspektive aus der Sicht eines Menschen finde ich sehr gelungen. Sonst erfährt man in späteren Erzählungen - Der Hobbit - alles aus der Perspektive eines Halblings oder eines Elben. Dies war sehr erfrischendEs wird die Geschichte von Túrin und Nienor, den Kindern Húrins erzählt. Húrin ist nach der Schlacht der Tränen im Ersten Zeitalter von dem Feind der Menschen und Elben Morgoth gefangen genommen worden. Bald darauf verflucht Morgoth Húrin und seine Familie.Túrin wird von seiner Mutter Morwen nach Doriath in Sicherheit gebracht. Er wächst unter den Elben auf und wird alsbald einer ihrer besten Krieger. Wenig später verursacht der junge Prinz den Tod eines geachteten Elben. Túrin flieht und wird zu einem Gesetzlosen. Das Schicksal schlägt trotzdem mit voller Härte zu. Er kommt in das verborgene Elbenkönigreich Nargothrond, wo er sich schnell einen Namen als Berater des Königs macht. Er sorgt dafür, dass die Elben sich gegen Morgoth und dessen Drachen Glaurung zur Wehr setzen. Er erlitt eine herbe Niederlage und geht erneut ins Exil...Eine Geschichte voller Tragik, aber auch Heldenmut. Es handelt von einer Familie, die sich gegen das Böse stellt und einen schrecklichen Preis für ihre Aufrichtigkeit bezahlen muss. Christopher Tolkien, der bereits in den achtziger Jahren die »Nachrichten aus Mittelerde« und »Das Silmarillion« herausgab, in denen verschiedene Teile und Lesarten mit vielen Anmerkungen und Anhängen enthalten sind, hat die Geschichte nun ohne Brüche und ohne philologisch-editorischen Anhang als Leseausgabe neu zusammengestellt und ergänzt - genau so, wie es dem Vermächtnis seines Vaters entspricht.Fazit: Ich fand es toll, auch mal etwas aus früheren Tagen - vor dem Ringkampf - über Mittelerde zu erfahren. Die Geschichte war spannend und fantastisch zugleich.
Christopher Tolkien ist ganz zweifelsfrei der letzte Mensch in Mittelerde, der das Recht hat und die Fähigkeit besitzt noch ein letztes Mal Licht in das Dunkel der Wälder Beleriands zu bringen. Von seinem Vater J.R.R. Tolkien seit jeher als Helfer bei der Kreation dieser phantastischen Welt erwählt, könnte diese heikle Aufgabe niemand sonst verrichten. Seit mehr als 30 Jahren gibt nun Christopher Tolkien das Vermächtnis seines Vaters an die Nachwelt weiter, vor allem sei hier die wissenschaftlich präziese und in dieser Art wohl einzigartige, 12-bändige "History of Middle Earth" erwähnt.Dass das Silmarillion nie fertig wurde, ist Fluch und Glück zugleich. Der "Herr der Ringe" ist wunderbar, aber es gibt nichts zu erforschen, während die Geschichten der ersten Zeitalter im doppelten Sinne rätselhaft bleiben - einmal in ihrem eigenen Sinn, weil sie in einer Zeit spielen, die nicht lückenlos überliefert worden sein kann, dann aber besonders deswegen, weil man sie sich anhand der "History" zusammenreimen muss - man kann und muss sie also richtig erforschen.Wenn ich heute das Silmarillion lese, dann brauch ich dazu sämtliche Werke Tolkiens auf meinem Tisch, weil ich nicht die gedrungene Fassung sondern die detaillierten Fragemente lesen will. Und fragmentarisch sind sie alle, besonders die großen Geschichten am Ende des 1. Zeitalters. Dieser "Fluch" liegt besonders auf der Geschichte der "Kinder Hurins" und es ist ein seltenes und unerwartetes Glück, daß sie die von J.R.R. Tolkien eher angestrebte Version nach so vielen Jahren nun doch eine detaillierte Version erfahren hat. Trotzdem ist die Geschichte Hurins noch immer unvollständig. Die unvollendeten Gedichte der "History" weisen nach wie vor einen höheren Detailreichtum auf. Ebenfalls geht mir Hurins Tod in dieser Geschichte ab...Christopher Tolkien ist jetzt 83 Jahre alt. Ich wünsche ihm ein númenorisches Alter, damit er die Geschichten von "Beren und Lúthien" und ganz besonders die von "Tuor und der Fall von Gondolin" noch in genau diese Form bringen möge! Das wird niemals ein fertiges Silmarillion ersetzen (dieses stelle ich mir doch etwas anders vor, ganz besonders was das Gefühl des Zeitablaufs betrifft), aber es soll ja auch noch Raum bleiben, um Mittelerde zu erforschen...Wer nicht verstanden hat, von was ich gerade rede, der soll dieses Buch dort lassen wo es ist! Wer das Gefühl hat, er müsse jetzt Mittelerde entdecken, der soll mit dem Silmarillion und Fonstads Atlas beginnen. Der Rest wird sich ergeben... bis hin zu diesem wunderbaren Buch, dem mehr als 30 Jahre intensiver Recherche vorausgegangen sind!Hurin und seine Kinder liefern keine Geschichte wie wir sie heute kennen, und eine solche wird es auch nie wieder geben. Diese Geschichte - im Großen wie im Kleinen - endet in tiefster Depression und Hoffnungslosigkeit... und hat eigentlich kein Ende, schon gar kein gutes. Das wirkliche Ende dieser Geschichte ist der "Herr der Ringe" und anders als meine Vorredner sehe ich keine Verwandtschaft zu griechischen Klassikern, denen zu oft das dramatische Element fehlt.
Das Buch verfügt über eine nette Einleitung des Sohns und ist sonst schon sehr flüssig zu lesen. Man muss sich also nicht mit Notizen durch das Silmarillion fieseln um mitzukommen.Ganz klar ist aber auch anzumerken: So zeitlos wie die Herr der Ringe Bücher ist das hier nicht.Man zieht schnell Parallelen zu anderen Büchern aus der Epoche, auch die Nibelungensage kommt einem in den Sinn im Bezug auf die Irrungen und Wirrungen.
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Letzte Aktualisierung: 13.10.2026 18:15 Uhr.