Grund zu Schafen - Marion Poschmann Gebunden
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Grund zu Schafen - Marion Poschmann Gebunden

Hersteller: Marion Poschmann  ·  MPN: M03627001176
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Produktfakten auf einen Blick

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Marion Poschmann
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Kategorie
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Produktbeschreibung

Grund zu Schafen | Gedichte | Marion Poschmann | Buch | 96 S. | Deutsch | 2004 | EAN 9783627001179

Bewertungen & Erfahrungen

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Bernhard 19.03.2024 amazon.de
Mit "Grund zu Schafen", ihrem zweitem Gedichtband, entfaltet Marion Poschmann erneut eine ganz eigene lyrische Atmosphäre, die sich nur schwer einer Schulrichtung zuordnen läßt. Weit entfernt von Alltagspoesie, aber auch vom wilkürlichen Sprachexperiment, mit Rilkescher Sensibilität, doch ohne Pathos. Obwohl Marion Poschmanns Zeilen direkt und zupackend wirken und manchmal geradezu Ohrwurmqualität haben, verfechten sie doch nie einseitige Urteile, immer ist in ihnen, wie in aller guten Lyrik, fast dialektisch die Möglichkeit des Gegenteils, ein unausgesprochener Hintergrund des Gesagten, ein Hof von Assoziationsmöglichkeiten mitgedacht, und dies macht sich besonders als ein feiner Humor spürbar, der anders als etwa beim hemdsärmeligen Robert Gernhardt nicht zum Ulk, zur Veräppelung der literarischen Tradition tendiert, sondern sie wirklich fortschreibt. Es ist, als würde man dem Verstand über die Schulter schauen, wie er die luftige Welt aus Gedanken- und Gefühlsfäden zimmert, in der wir uns für gewöhnlich einrichten. Dies geschieht liebvoll, fast zärtlich, und gerade deshalb wissen die Gedichte um das Geheimnisvolle, das in jedem Lebensaugenlick ein dezentes Mitspracherecht hat.In vielen Gedichten ist von der Natur und von Landschaften, etwa des Ruhrgebiets, die Rede, aber nie nur beschreibend, nie in Sentenzen, sondern hineingenommen in einen Prozeß einer intensiven Subjektivität, die sich mit den großen Themen auseinandesetzt, mit dem Tod, der Vergänglichkeit, der Frage nach einem metaphysischen Seinsgrund, auch mit der Kindheit und dem Dasein unter modernen, zum teil zerstörerischen Zivilisationsbedingungen. Doch sind diese alten Themen überraschend frisch und neu verhandelt, mit einer Sprache und Bildlichkeit, die über alle modernen Ausdrucksmöglichkeiten verfügt, und dabei lustvoll und risikobereit verfährt, oft mit feiner Ironie, geprägt aber auch von einer geradezu leidenschaftlichen Zuwendung zur Welt. Es sind sehr selbständige und aufregende Gedichte, die eine längere Beschäftigung mit ihnen lohnen.Nur ein Beispiel aus dem Gedicht "Bäume auswickeln": wer könnte die Tristesse, aber auch die abgründige Seltsamkeit eines domestizierten Vorortdaseins (und das ist ja so oder ähnlich das von uns allen) genauer auf den Punkt bringen: "die Luft naturtrüb, der Vorgarten / flüchtig, die Tage am seidenen Faden, / wir sortieren die Hagelkörner nach Gewicht, / die Nebel nach Dichte // die Sonne verläßt uns auf Schleichwegen / stets ohne Sichtkontakt." Mich jedenfalls haut das um.
Heiko Bolick 19.03.2024 amazon.de
Marion Poschmann, 1969 in Essen geboren, hat 2002 mit ihrem Romandebüt "Baden bei Gewitter" für Aufsehen in den Feuilletons gesorgt. "Grund zu Schafen" ist der zweite Lyrikband der schon vielfach ausgezeichneten Autorin. In fünf Abteilungen zelebriert Marion Poschmann in die Moderne verfrachtete Naturlyrik ("Oden nach der Natur", "Et in arcadia ego", "Idyllen", "Waldinneres" und "Wiese sein"). Augenzwinkernd und auf hohem intellektuellem Niveau verhindert sie aber die Spiegelung des Glücks (oder Unglücks) in der Seele durch die Natur; zu materialistisch gebärdet sich unsere Zeit ("100g Gras" im Eingangsgedicht "kleines Rasenstück"). Es sind die ungewohnten Verknüpfungen, die mich beim Lesen stutzig machen, Erinnerungswert haben und zum Nachdenken anregen, so etwa, wenn in der "Wolkenode" die Kuh und deren Milch, andeutungsweise über den Himmel ziehen oder motorisches Summen in "Naturgeister" die Tiefgaragen in pervertierte Auen verwandelt. Mit der Zeit allerdings kommt den hochgeistigen Konstruktionen den Esprit abhanden und man wünscht sich anstatt des nur lyrischen Ichs ein bisschen mehr biographische Anteilnahme der Autorin, aber unter dem Strich: kein Grund zu Sch(l)afen.
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