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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart, Note: 1,7, Universität Hamburg (Seminar für Philosophie und Geschichtswissenschaft), Veranstaltung: Bewusstsein, 25 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Stachel sitzt tief, den Hirnforscher in unsere Kopfhaut getrieben haben. Die Thesen dieser Hirnforscher, allen voran Gerhard Roth und Wolf Singer, wurden viel in den öffentlichen Medien diskutiert. Falls sie mit ihren Theorien Recht behalten, stellt ihre Denkweise eine Revolution des Menschenbildes dar. Es geht um folgendes: Notwendige Voraussetzung für einen selbstinitiierenden Willen ist ein Bewusstsein, das nicht nur eine Folge körperlicher Vorgänge ist. Genau hier setzt der Angriff der Hirnforscher an. Wolf Singer, dessen Theorie ich in dieser Arbeit darstellen und diskutieren möchte, behauptet, dass das Bewusstsein vollkommen determiniert ist und somit der freie Wille eine bloße Illusion ist. Damit berührt das Thema die Wurzel unserer Ansichten über die Natur des Menschen und darüber, welche Beziehungen wir zum Universum und den Naturgesetzen unterhalten. Einsprüche und Kritik gegen die Theorien der Hirnforscher kamen vor allem aus den Reihen der Philosophen, z.B., um nur zwei zu nennen, von Peter Bieri und John R. Searle. Doch auch andere Wissenschaften, wie die Geschichts- und Rechtswissenschaft, und auch die Psychologie, beteiligten sich an dem Diskurs. Die Kritik richtete sich z.B. an die theoriestützenden Experimente und Messverfahren der Hirnforscher, an die Sprachwahl, mit denen die Ergebnisse verfasst wurden, und an die Deutungen selbst. Dabei haben die Naturwissenschaften noch gar keine eindeutigen Beweise für das, was sie behaupten, sondern nur Indizien. Singer selbst beschreibt den Forschungsstand so: Es lässt sich lückenlos nachvollziehen, wie Umweltreize in neuronale Aktivität umgesetzt werden, wie es zur Definition von Merkmalen und Kategorien kommt, wo welche Leistungen erbracht werden, wie sich Veränderungen in der Aufmerksamkeit neuronal manifestieren und welche Schritte bei der Programmierung von motorischen Aktionen durchlaufen werden. Noch ungelöst sind Fragen nach der Struktur der invarianten Repräsentationen von Wahrnehmungsobjekten, nach den Vorgängen bei Entscheidungsprozessen und nach den Mechanismen, die emotionale Bewertung vornehmen. Singer hält es aber für möglich, dass diese Fragen mit der gleichen Forschungsstrategie beantwortet werden können und dass man dann alle Hirnleistung also auch das Bewusstsein auf neuronale Wechselwirkungen reduzieren kann. In dieser Arbeit möchte ich zuerst Singers Theorie beleuchten und danach auf die angesprochenen Kritikpunkte eingehen.
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Letzte Aktualisierung: 17.10.2026 18:23 Uhr.