Die 12-jährige Lila kann es nicht glauben. Ein Jahr lang hat ihr Vater sie kaum wahrgenommen und mit ihr gesprochen. Und jetzt das: Gemeinsame Reisepläne. Mit einem neu gekauften Auto. Nur für sie und ihn. Das ist komisch. Denn seit ihre Mutter vor einem Jahr gegangen ist, hat Lila das Gefühl, in einem Vakuum zu leben. Und sie fürchtet, ihren Vater darin auch noch zu verlieren.Deshalb setzt sie sich gegen jedes bessere Wissen auf den Fahrersitz des Ixypsilon ( so heißt das Auto) und übt auf dem Parkplatz des Baumarktes Autofahren. Aber das ist nicht die einzige Überraschung, die ihr Vater auf Lager hat. Er hat zusätzlich ein Buch mit praktischen Tipps für das Überleben in der Wildnis gekauft. Lila ist verwirrt. Warum soll sie lernen, sturmfeste Knoten zu knüpfen und essbare von nicht essbaren Wildpflanzen zu unterscheiden?Als dann auch noch ihre Lehrerin, Frau Stiegner, genannt die Walze, eines Abends unerwartet zu Besuch kommt und sehr vertraulich mit Lilas Vater spricht, weiß Lila gar nichts mehr.Aber am nächsten Tag geht die Reise schon los. In die Wildnis der Ukraine, wo absolut gar keine Menschen mehr wohnen. Dort will Lilas Vater das Überleben ausprobieren. In einem Flusstal schlagen die beiden ihr Zelt auf und richten sich ein kleines Lager ein. Sie bauen eine Feuerstelle und sammeln Beeren, sie versuchen Tiere zu jagen und baden im Fluss.Das neue Leben gefällt Lila sehr gut, vor allem weil sie und ihr Vater sich endlich wieder näher kommen und gemeinsam etwas erleben. Endlich muss Lila auch nicht mehr dauert an ihre Mutter denken, die sie so schmerzhaft verlassen hat.Doch dann kommt eines Nachts ein fürchterliches Gewitter auf und Lila und ihr Vater wären um ein Haar ertrunken. Ihre gesamte Ausrüstung ist fortgeschwemmt, deshalb bittet Lilas Vater FRAU STIEGER!!!, in die Ukraine zu kommen und ein neues Zelt mitzubringen.Lila ist außer sich. Ihr Vater und ihre Lehrerin—hat er denn ihre Mutter schon völlig vergessen? Sie beschließt, den beiden einen Denkzettel zu verpassen. Schnappt sich die Autoschlüssel und fährt los. Mitten in der Nacht, ganz allein und mit nur ganz wenig Benzin….Aber mitten im Nirgendwo passt jeder auf jeden auf und Lila hat Glück. Die nette Pflaumenfrau und ihre alte Großmutter, der Mann vom Supermarkt und ein junger Schrotthändler helfen ihr. Doch was ist mit ihrem Vater und Frau Stieger….Dieses Buch erzählt eine großartige und sehr fesselnde Geschichte. Das Überleben in der Wildnis kann man hautnah miterleben und nachfühlen, denn Lila beschreibt ihre neue Situation so detailliert, dass man sich alles gut und genau vorstellen kann. Der ganze Urlaub durch die ukrainische Wildnis ist ein einziges Abenteuer, bei dem man aus Unwissen viele dumme Fehler machen kann. Lila nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie sagt ehrlich, was sie denkt und fühlt und kommt einem als Leser so ganz nah.Die Charaktere des Buches sind alle sehr ungewöhnlich und ein bisschen skurril. Lilas Papa, der auf seine Weise sehr unter dem Weggehen von Lilas Mutter leidet und sich im Lauf des Buches zu einem fröhlichen und liebevollen Vater wandelt, Frau Stieger, die zwar von all ihren Schülern gefürchtet wird, die aber doch ein großes Herz hat. Aurel, das schwarze Schaf der Schule, der durch seine Freundschaft zu Lila ein entschlossener und zupackender Helfer wird und Lila selbst, der ihre Mutter so sehr fehlt und die mit allen Mitteln um die Liebe ihres Vaters kämpft.Aber auch die Leute aus der Ukraine, die sich nur mit Händen und Füßen mit Lila verständigen können, wachsen einem sofort ans Herz mit ihrer großen Menschenliebe und ihren ungewöhnlichen Methoden.Dieses Buch hat alles-- und davon ganz viel. Spannung, Witz, Herz und viele ungewöhnliche Wendungen. Es hat mich von der ersten Seite an gepackt und ich habe es in einem Rutsch durchgelesen!Große Empfehlung!Monika H.Die VOR-Leser
Ein zwölfjähriges Mädchen erzählt in diesem faszinierenden Mädchenroman eine abenteuerliche Geschichte, die sich in den Sommerferien in einem Wald nahe der ukrainischen Grenze ereignet. Hauptpersonen: eine „Walze“ genannte Lehrerin, die sich alle drei Tage als eine Art Bewährungshelferin um Aurel kümmern muss, eine gastfreundliche Pflaumenfrau und ihre Baba aus einem Dorf weit im Osten, der autoreifenklauende Jaro und Lila Perk und ihr Papa, Peter Genner. Nach 140 Seiten treffen sich alle im Auto „XY“ in kleinen Dorf Miesto Sliviek – genannt Silbermist – und warum Lila und ihr Papa dann doch lieber zu Oma und Opa Perk ins Ferienhäuschen nach Kroatien reisen, das erzählt Lila so unterhaltsam, dass diese Geschichte nicht nur für Mädchen ab 10 eine spannende Lesezeit bietet.Mir boten diese 150 Seiten anregende Lesestunden und dieser Mädchenroman macht nebenbei auf die emotional belastende Situation in einer Familie aufmerksam, in der die Mutter erkrankt und stirbt. Nebenbei erfahren wir, wie hilfreiche Großeltern und eine sensible Lehrerin Kindern in solchen Lebenskrisen helfen können. Die Trauerarbeit wird erwähnt, aber nicht belastend thematisiert. Damit lässt die Autorin ihre Titelheldin „Lila“ viel mehr erzählen, als nur von einem Abenteuersommer in der Wildnis – mit Bären, Schlangen und einem heftigen Gewitter.