Der Boxer - Felix Mitterer Taschenbuch
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EAN 9783709978191

Der Boxer - Felix Mitterer Taschenbuch

Hersteller: Mitterer, Felix  ·  MPN: 8548563
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Produktfakten auf einen Blick

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Mitterer, Felix
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Produktbeschreibung

Der Boxer | Theaterstück | Felix Mitterer | Taschenbuch | Haymon Taschenbuch | 104 S. | Deutsch

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 3 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 12.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Ein absolut faszinierendes und sehr informatives Theaterstück über das Schicksal von Johann \"Rukeli\" Trollmann in der NS-Zeit, das mich tief berührt hat. Die Darstellung ist hervorragend und die Geschichte ist unglaublich spannend erzählt.
Maria Schellnegger 08.11.2024 amazon.de
Der Boxer, ein hervorragendes Theaterstück, wunderbar geschrieben und sehr gut gespielt. Der Autor ein toller Schriftsteller. Ich habe das Stück im Theater in der Josefstadt gesehen. Wunderbar Gregor Bloeb, Hilde Dalik und die anderen Schauspieler. Die Inszeniehrung ist ganz fantastisch und das Stück sowieso, über die NS-Zeit, das Elend und die Menschenverachtung. Wie es wirklich war. Super geschrieben.Dank an Felix Mitterer
Thomas Stahl 08.11.2024 amazon.de
Kurzinformation zum Autor (aus dem Klappentext):Felix Mitterer, geboren 1948 in Achenkirch/Tirol, lebt in Niederösterreich. Seit 1978 erfolgreicher Theater- und Drehbuchautor. Die mehrteiligen Filme "Verkaufte Heimat" und "Piefke-Saga" sind seine bekanntesten, vielfach preisgekrönten Fernseharbeiten, "Kein Platz für Idioten", "Besuchszeit", "Sibirien" die am meisten aufgeführten Theaterstücke.Inhalt (aus dem Klappentext):Der Sinto-Boxer Johann "Rukeli" Trollmann punktet 1933 beim Boxkampf um den deutschen Meistertitel im Halbschwergewicht in jeder Runde. Doch seine vielversprechende Karriere ist unter dem nationalsozialistischen Regime jäh zu Ende …Felix Mitterer erzählt Rukelis Lebens- und Leidensweg stellvertretend für den vieler Roma und Sinti, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen.Anmerkung: Der Autor "erzählt" nicht. "Der Boxer" ist und bleibt - wie es der Untertitel mehr als deutlich macht - ein Theaterstück, das auf szenische Aufführung hin angelegt ist und das damit letztendlich auf die Bühne "will", um seine volle Wirkung als Kunstwerk zu entfalten.(Das heißt natürlich nicht, dass man Dramen nicht etwa auch lesen könnte. Auch möchte ich mit meiner Bemerkung nicht pedantisch klugscheißen, finde es aber hinsichtlich etwaiger Leser, die keine Theaterstücke lesen möchten, etwas irreführend, wenn der Klappentext eine quasi-biografische Erzählung andeutet.)Eigentliche Rezension:Vorab sei erwähnt, dass "Der Boxer" auf der tatsächlichen Lebensgeschichte Johann Trollmanns (1907 – 1944) beruht, das heißt: weder die dargestellten Ereignisse, noch die handelnden Personen sind rein fiktiv, sondern besitzen allesamt ihr jeweiliges historisches Vorbild.Und dementsprechend ist auch die Darstellungsweise des Dramas realistisch, fast minimalistisch: knallhart, reduziert auf das Notwendige, ohne jegliches Pathos und Brimborium, ohne jeglichen Bombast – zumindest fast (dazu aber später mehr). Die jeweiligen Szenarien aus der Lebensgeschichte Johann Trollmanns sind so gewählt, dass sie seinen Leidensweg (und stellenweise auch den seiner ebenso vom Naziregime bedrohten nächsten Angehörigen!) punktgenau und präzise darstellen. Die handelnden Personen wirken dabei weder stilisiert noch idealisiert, sondern vollkommen lebensecht und authentisch.Das gilt natürlich für die Hauptperson, ein unbeugsames und in seiner Art nicht unterzukriegendes Original.Oder für den Leiter der "Rassenhygienischen Forschungsstelle" und "Zigeunerexperten" Dr. Robert Ritter. Denn dieser ist nicht einfach nur ein Teufel in Menschengestalt, sondern ein im persönlichen und direkten Umgang mit seinen "Forschungsobjekten" höflicher, ja, ein fast ritterlich daherkommender Mensch – was ihn insgesamt und vor dem Hintergrund seiner wahren Absichten natürlich nur umso diabolischer wirken lässt.Oder da ist der Polizist der "Zigeunerzentrale" und Opportunist Heinz Harms, ein wahres Fähnlein im Winde, das verdeutlicht, was man allzu gerne vergisst: die Tatsache nämlich, dass das echte Monster der NS-Zeit weder allein aus Hitler, noch aus Himmler, noch aus einzelnen "Ärzten" wie Ritter bestand, sondern aus dem System als Ganzem - mit allen Entscheidungsträgern, aber eben auch mit all seinen kleinen Helfern und Helferlein.Aber da sind zum Beispiel auch Mutter "Pessi" und Bruder "Stabeli" Trollmann, die mit Aussagen wie "Ein Sinto ist nicht wie ein Gadscho. Ein Sinto gibt aus mit vollen Händen! Ein Sinto spart nicht, Schnipplo! Er singt und tanzt, er liebt die Menschen und die Welt." oder "Und wir haben geträumt, was wir wollten. Das können nur Zigeuner." oder "Was redest du da, Rukeli! So [nämlich "wie das Gras, das Moos, die Baumrinde"] riechen nur UNSERE [Hervorhebung im Original] Frauen." das menschliche, ja, leider nur allzumenschliche "Wir-Ihr-Denken" (inklusive Idealisierung des "Wir" und Abwertung des "Ihr", versteht sich) an den Tag legen - das gleiche Denken also, das auch der NS-Ideologie als Grundlage dient und das sich nur im Grade - nicht aber im Grundmuster - erheblich davon unterscheidet.Felix Mitterer entgeht also (außer unterschwellig im Vorwort, aber das sei ihm verziehen) der argumentativen Falle, in die so viele tappen: der Falle nämlich, die Verfolgten und Unterdrückten zu idealisieren. Authentisch, glaubwürdig, großartig!Einziger kleiner Wermutstropfen des Dramas ist sein Ende, genauer: der letzte Absatz der allerletzten Regieanweisung. Hier - aber auch nur genau hier - wird es pathetisch, zu pathetisch, ja, fast kitschig. Das Ende (und damit vielleicht das gesamte Stück) wäre noch aussagekräftiger ohne diesen letzten Absatz. Weniger ist manchmal eben doch mehr.Als nettes Schmankerl empfinde ich das Vorwort des Autors mit Erläuterungen zu Hintergrund und Entstehungsgeschichte sowie das Nachwort mit Informationen zu Johann Trollmann, verfasst von Marie-Luise Ramos-Farina, einer Nachfahrin Trollmanns. Auch das Coverbild, das nicht etwa einen beliebigen Schauspieler, sondern Johann Trollmann selbst im Jahre 1928 zeigt, gehört zum wirklich gelungenen Bonusmaterial der Erstausgabe.Fazit:Rechte: knallhart, Linke: authentisch, Aufwärtshaken: erschütternd! Ein starkes Stück!
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