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Die zweite Arche | Heinz Janisch | Buch | 32 S. | Deutsch | 2019 | Atlantis Zürich
Bewertungen & Erfahrungen
4,2 von 5,0
6 Bewertungen
5 ★2
4 ★3
3 ★1
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion12.08.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein sehr atmosphärisches und stimmungsvolles Buch, das eine tiefgründige Geschichte über die verlorene Arche erzählt. Die Beschreibung ist packend, allerdings finde ich den Schluss etwas zu abrupt.
Redaktion12.08.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine wahre Bereicherung und transportiert mit seiner Geschichte eine unglaubliche emotionale Tiefe. Ich war absolut begeistert von der Darstellung und der erzählten Reise.
Alef ist ein entfernter Verwandter von Noah. Ständig übersehen und vergessen ist es kein Wunder, dass die Arche ohne ihn ablegt. Dabei hat er sich wirklich beeilt. Aber Alef bleibt nicht als einziger zurück. Einhorn, Pegasus, Dache, Sphinx, Zentaur und viele weitere Fabeltiere haben es ebenfalls nicht rechtzeitig auf die Arche geschafft. Gemeinsam bauen die Zurückgebliebenen eine zweite Arche, um sich zu retten. Nur ganz knapp gelingt ihr Vorhaben. Nach 24 Tagen stand die Arche wieder auf Grund. Der Regen hatte aufgehört, das Wasser war gefallen und die Arche fand sich auf einer Straße mitten im Neubaugebiet wieder. Alle Fabelwesen zerstreuten sich in sämtliche Richtungen. Unerkannt und versteckt leben sie weiterhin unter uns.Die Illustrationen wirken wie Holzschnitte und betonen vor allem das Schwarze. Tatsächlich handelt es sich um eine Nadeltechnik, bei der eine dünne, schwarze Farbschicht von einem mit Gipsfarbe bestrichenem Karton gekratzt wird. Perfekt harmonierend zu den dunklen Bildern sind die Buchseiten schwarz und die Schrift weiß. Trotz zahlreicher dunkler Linie sind die Illustrationen zart und sparsam mit nur wenigen Farben koloriert. Der Text steht immer unter den BildernJede Seite ist für den Betrachter ein neues visuelles Ereignis. Das wogende Meer und der stürmische Himmel sind derartig in Aufruhr, dass sie den Betrachter regelrecht mit dem Verschlingen bedrohen. Strömender Regen und im Sturm tobende Wellen wirken fast dreidimensional. Inmitten dieser entfesselten Naturgewalten tummeln sich seltene, sagenumwobene Gestalten. Ihre Geschichten sind eng mit den menschlichen Erzählungen verwoben.Bevor die Wesen in alle Himmelsrichtungen auseinandergehen, weist Alef darauf hin, dass sie anders sind als alle anderen und gebraucht werden. Es ist die Fantasie, die den Menschen ausmacht, ihn vorantreibt und Visionen entstehen lässt.Bild und Text bilden eine harmonische, komplexe Einheit und laden zu philosophischen Diskusionen auf. Besonders hervorzuheben ist das vorletzte Bild. In diesem sieht man, wie alle Erwachsene in einem öffentlichen Verkehrsmittel auf ihre Handys starren, während ein kleines Mädchen im Vordergrund lächelnd mit entrücktem Blick in seine eigenen Fantasiewelt eingetaucht ist.Vielfalt, Einbildungskraft, unbegrenzte gedankliche Freiheit – ein wundervolles Werk zu dem, was den Menschen ausmacht.Das Buch eignet sich perfekt für den Einsatz im Philosophieunterricht. Kann aber auch im Deutschunterricht zum Thema Gesellschaft, Fantasie und Vielfalt eingesetzt werden. Ein wirklich empfehlenswertes Werk.
Alef, der mit Noah über siebzehn Ecken verwandt ist, kommt zu spät. Wieder einmal. Alef war einer , den man schnell mal übersah. Und so hatte Noah ihn wohl vergessen, als er in seine Arche Menschen und Tiere einlud. Und Alef ist auch nicht so einer, der Noah daran erinnert hätte, dass es ihn noch gab. So kommt Alef erst zum Ufer, als Noahs Arche in den Wolken und Regengüssen des Horizonts gerade verschwindet. Doch zum Glück ist Alef nicht der Einzige, der zu spät gekommen ist oder von Noah vergessen wurde. Da kommt das Einhorn ganz außer Puste angesprengt, Zentauren stehen wartend am Ufer, das geflügelte Pferd Pegasus ebenso und gerade landet der Vogel Greif. Alef ermuntert die vergessenen Fabelwesen zum Bau einer zweiten Arche. Er holt seinen Werkzeugkasten und alle helfen mit, so gut sie können. Drei Tage und drei Nächte schaffen sie, dann ist die zweite Arche startklar. Die Reise dauert lange und Alef unterhält sich mit allen auf der Arche und alle haben Respekt voreinander. Nach vier-und-vierzig Tagen und Nächtenbleibt die Arche stehen, denn das Wasser ist abgeflossen. Alle Fabelwesen strömen in eine Stadt von heute, wo sie sichtbar oder unsichtbar bleiben werden, aber immer nahe bei den Menschen. Alef bleibt bei Noahs Familie. lange, alsFreund unter Freunden.Das religionsphilosophische Bilderbuch möchte allen Kindern und Erwachsenen, die nicht immer die Ersten sind, weil sie gerade träumen oder ein bisschen in ihrer Fantasiewelt spielen, wenn das sogenannte Wichtige zu tun ist, sagen: Auch ihr könnt es schaffen. Gebt nicht auf! Es gibt immer eine zweite Chance. Selbst bei so weltbewegenden Ereignissen wie eine Sintflut. Auch wenn die biblische Geschichte hier nur gleichnishaft steht.Die wunderschönen kolorierten Illustrationen in der für den Schweizer Maler und Illustrator Hannes Binder (geb.1947) typischen Schabetechnik, vermitteln eine adäquate Beziehung zu dem Text von dem österreichischen Autor Heinz Janisch (geb. 1960) und den religiösen und philosophischen Dimensionen.Für die Illustrationen hätte ich gern fünf Sterne gegeben, aber der durchaus poetische Text geht mir am Ende zu schnell zu Ende. Für Kinder ab 4/5 Jahre, Eltern und Großeltern. (Bille Berg)
AG Kinder-und Jugendliteratur Goslar SaSp08.06.2023amazon.de
Nicht nur Alef war nicht mit auf Noahs Arche gekommen, sondern auch einige Fabelwesen.Nach kurzem Überlegen bauten sie sich eine zweite Arche und gelangten so in unsere Welt.In dem Bilderbuch „ Die zweite Arche“ nutzt der Autor Heinz Janisch das Setting um dieArche Noah dazu, das Thema Andersartigkeit zu bearbeiten. Nicht nur der Mensch Alef, derEiner war, „den man leicht übersah“, schaffte es nicht, auf die Arche zu kommen, sondernauch allerlei andere Wesen, die im Bereich der Fabeln anzusiedeln sind: ein Einhorn,Zentauren oder ein Pegasus… . Metaphorisch zeigt das Buch auf, wie unbeachtete, von derNorm abweichende Wesen, sich selbst kümmern müssen. Als die Flut verschwindet, landen siedirekt in unserer Gegenwart. „Viele wurden nur noch selten gesehen“! Sie überlebten, sindaber weiter nicht in der Mitte der Gesellschaft aufgenommen.Die besonderen und interessanten Strichzeichnungen von Hannes Binder, sind auf schwarzemHintergrund gemalt. Sie schaffen es nicht, die Stimmung oder Gefühlswelt der einzelnenSituationen wider zu geben. Der Text zeigt weiße Buchstaben.Das Thema „Andersartigkeit“ wird sachlich aufgearbeitet, ohne den Leser wirklich mit zunehmen. Er bleibt außen vor. Die Lösung bleibt schwammig. Vielleicht verfolgt der Autor mitseiner Geschichte aber auch eine andere Intension, die sich schwer erfassen und greifenlässt. „Die zweite Arche“ regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.
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Letzte Aktualisierung: 17.10.2026 14:15 Uhr.