Hat man erst einmal "Blut" geleckt, kommt man von den Romanen von FRED VARGAS nicht mehr weg. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass ihre Bücher (derzeit) einzigartig sind.DIE STORY:Kriminalkommissar ADAMSBERG und seine rechte Hand, Commandant DANGLARD, müssen an einer Konferenz in London teilnehmen. Dort lernen sie Superintendent Radstock kennen. Als sie abends mit ihm durch London streifen, stoßen sie auf eine Kuriosität: vor dem Eingang zum berühmten Friedhof Highgate finden sie 17 aufgereihte Schuhe, in denen zwar Füße, aber nicht die dazu gehörenden Menschen stecken. ADAMSBERG und DANGLARD sind froh darüber, dass es nicht ihr Fall ist. Zurück gekehrt nach Paris werden sie mit einem Mord an einem alten Gerichtsreporter konfrontiert. Allerdings gibt es keine Leiche, sondern nur noch fast bis zur Unkenntlichkeit zertrümmerte und zerquetschte Fleisch- und Knochenfetzen. Die Polizei steht zunächst vor einem Rätsel. Als man dann meint, den vermeintlichen Täter zu haben, wird auf diesen ein Mordanschlag verübt. Kurze Zeit später erfährt ADAMSBERG, dass es einen fast identischen Mord - in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem in Paris - auch in Wien gegeben hat. Eine weitere Spur, die sich aus den in London aufgefundenen abgeschnitten Füßen in den Schuhen ergibt, führt schließlich nach Kisilova/Serbien. Mit Fortschritt der Ermittlungen, nimmt die wahre Identität des Täters immer mehr Gestalt an. Zu allem Überfluß behauptet ein Tatverdächtiger zudem, er sei der Sohn von ADAMSBERG. Gleichzeitig muß ADAMSBERG sich internen Intrigen erwehren, die es zum Ziel haben, den Kommissar als Mörder hinzustellen und ihn so aus dem Verkehr zu ziehen. Es entsteht ein Wettlauf mit der Zeit. ADAMSBERG reist nach Kisilova, um vor Ort der Sache auf die Spur zu kommen, gerät dort aber in einen niederträchtigen Hinterhalt, der seinen Tod zu besiegeln scheint ...FAZIT:Wieder einmal echt brilliant. Die Bücher von FRED VARGAS machen schlichtweg süchtig. Schön ist, dass die Autorin es offensichtlich (bisher) verstanden hat, sich die Besonderheit, Skurrilität und Qualität ihrer bisherigen Kriminalromane zu bewahren, was keinesfalls leicht sein dürfte. Zwar wird das "Universum Vargas" diesmal nicht um eine neue sonderbare Figur erweitert. Dafür werden aber die relativ "neuen" Charaktere, LUCIO und VEYRENC, weiter in ADAMSBERGs Welt integriert. Erstmals - soweit ich mich erinnere - gibt es in einem VARGAS-Krimi Wortschöpfungen, die als "running"-Gag sich wie ein roter Faden durch die Handlung ziehen. Zum einen "Zerk", womit zunächst immer der (noch) unbekannte Täter gemeint ist und zum anderen "Plog", bei dem es sich um einen Universalbegriff handelt, "dessen Bedeutung je nach Kontext variiert. Es kann >gewiss< bedeuten, >genau<, >einverstanden<, >kapiert<, >gefunden<, eventuell auch >Quatsch<. Es ist wie ein Tropfen Wahrheit, der fällt" (zitiert aus der Taschenbuchausgabe, Seite 350 oben).Also: Spannung und Lesevergnügen pur - was will man mehr?Viel Spaß beim Nachlesen!
Zu Beginn war es etwas mühsam für mich, Fuß zu fassen in dieser Geschichte. Dann begannen mich die Dialoge zu interessieren, weil sie so tiefsinnig und weiterführend waren: Der verantwortliche Hauptkommissar hat mir imponiert, weil er sich nicht beeindrucken ließ von Geschehnissen: er ist immer seiner Intuition gefolgt und das hat mir gesagt: mach das ähnlich, laß Dich nicht vom Wege abbringen. Glaube an Dich und Dein Inneres. Dann bist Du auf jeden Fall mir Dir im Reinen.