Gleich vom ersten Kapitel weg wird man in die Geschichte gezogen; der Protagonist rutscht wie der Leser in die Handlung und die Figurenkonstellation wird geschickt aufgebaut, sodass man gleich mittendrin ist, in der kleinen Ortschaft Waidingen. Man merkt, dass Tim Eckhaus aus der Komödie kommt. Auch wenn es hier natürlich ernster zugeht, findet sich in vielen Beschreibungen sein subtiler Wortwitz. Bin gespannt, ob es in Zukunft noch mehr zu tun geben wird, für die "Soko Waidingen" - ich wäre wieder am Start!
Klappentext / Inhalt:Ein packender Krimi voller Überraschungen und subtilem Witz.Koch Leo Matschler will eigentlich nur seiner Mutter am Mosthof helfen, als er nach langer Zeit in den Ort seiner Jugend zurückkehrt. Doch kaum ist er angekommen, wird er Zeuge, wie ein Mann im Gasthaus tot zusammenbricht. Böse Zungen beschuldigen ihn und die »Kräuterhexe« Zofia Zaluski des Mordes. Gemeinsam versuchen die beiden, ihre Unschuld zu beweisen – und decken dabei alte Lügen auf, die so mancher lieber unter Verschluss gehalten hätte . . .Cover:Goldig schimmert die Birne vom Cover und zieht den Blick an. Titel und Cover stehen im Einklang und wecken Interesse. Optisch und farblich passend.Meinung:Idyllischer und einladender Krimi, mit ganz eigener Atmosphäre und Flair, dessen Ermittlungen und Wendungen durchaus überraschen und durch seinen speziellen Humor überzeugt. Atmosphärische Beschreibungen und subtiler Charme gehören genauso dazu wie seine ganz eigenen Charaktere. Koch Leo und Zofia geraten da in etwas hinein und decken dabei so einige Lügen auf, die nicht jedem gefallen werden.Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details dazu bedeckt.Der Schreibstil ist angenehm und locker lesbar. Man kommt schnell hinein und gut voran. Es erschließt sich gut und flüssig. Aber auch einige Wendungen sorgen für Überraschungen. Die Ermittlungen von Leo und Zofia sind gut verständlich und nachvollziehbar. Die Charaktere sind gut herausgearbeitet und man findet sich in diese und deren Handlungen gut hinein. Toll sind auch die landschaftlichen Beschreibungen die zusätzlich gut zur Atmosphäre beitragen. Und auch der Humor und die Emotionen kommen nicht zu kurz.Die Kapitel haben eine angenehme Länge und lassen sich gut lesen. Auch wird so ein guter Lesefluss geschaffen und man kommt gut voran.Die Geschichte ist eine tolle Mischung aus Spannung, Emotionen und Atmosphäre mit der richtigen Menge an Humor. Auch der Titel passt gut zur Geschichte und das Ende deckt die Geschehnisse stimmig auf. Mir hat es gut gefallen und es war für mich spannend und unterhaltsam bis zum Schluss.Fazit:Atmosphärischer, spannender und humorvoller Krimi.
Wenn ich einen Regionalkrimi sehe, der bei mir zu Hause im Mostviertel spielt, dann muss ich natürlich zuschlagen! Bisher kenne ich nur die Krimis von Helmut Scharner, die ebenfalls in der Region spielen. Umso überraschter war ich, einen weiteren Mostviertel-Krimi von Tim Eckhaus zu finden! Diesen habe ich mir schon im Sommer gekauft und jetzt gab es eine Lovelybooks Leserunde dazu, wo ich mit meinem Buch gleich mitgemacht habe. Es ist doch immer interessanter, wenn man auch etwas mit dem Autor plaudern kann.Der Krimi beginnt mit der Rückkehr von Leo Matschler, der seiner Mutter auf dem Mosthof helfen soll, nachdem sein Vater für unbekannte Zeit nach Frankreich gereist ist. Nach einem Streit mit seinem Chef im Wiener Restaurant "Goldganserl", wo er als Küchenchef gearbeitet hat, fällt ihm die Kündigung leichter als gedacht. Doch die Rückkehr ins heimatliche Mostviertel, wo er als Schüler gemobbt wurd, ist ebenfalls getrübt. Kaum betritt er das Ortswirtshaus, wird ihm schnell klar, dass er nach wie vor ein Außenseiter ist, denn er trifft genau auf die Gruppe, die ihn damals drangsaliert hat. Anführer ist Rudi, der Sohn des Bürgermeisters und mittlerweile Chef des örtlichen Polizeipostens. Als plötzlich ein Gast am Tisch zusammenbricht und dieser stirbt, gibt Rudi gleich Leo und der ansäßigen "Kräuterhexe" Zofia die Schuld am Tod. Die Bewohner sind misstrauisch und abergläubisch und glauben Rudis Hetze gegen die Beiden. Deshalb schließen sich Leo und Zofia zusammen und vereinbaren ihre Unschuld zu beweisen und der Sache auf den Grund zu gehen. Ist der ehemalige Lebensmittelhändler Oskar an einem natürlichen Herzinfarkt gestorben oder hat jemand nachgeholfen? Bei den Nachforschungen kommen sie einem alten Geheimnis auf die Schliche, welches nicht aufgedeckt werden soll....Die Atmosphäre ist etwas düster in Weidingen und das Gefüge der Dorfgemeinschaft nicht zu unterschätzen. Mit Außenseitern gehen die Einwohner nicht zimperlich um. Das bekommt auch Leo bald wieder zu spüren. Gemeinsam mit Zofia und der Enkelin von Oskar versuchen sie herauszufinden, was hier eigentlich gespielt wird. Zwar dauert es nach der ersten Leiche zu Beginn etwas, bis die Spannungskurve wieder nach oben geht, aber als Leser muss man zuerst die Figuren und das Gefüge des Dorfes kennenlernen. Das ist dem Autor sehr gut gelungen.Die Charaktere sind sehr authentisch beschrieben und man hat ein gutes Bild, vorallem von Leo und Zofia, vor Augen. Einzig Leos Eltern fand ich etwas rätselhaft und sie blieben mir zu blass.Der Krimi ist äußerst kurzweilig. Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und bildhaft. Die Kapitel sind eher kurz gehalten.Tim Eckhaus erzählt mit subtilen Humor und einem kleinen "Augenzwinkern" über die Menschen dieser Gegend. Natürlich weiß ich, dass wir hier NICHT so sind ;) Doch die Dynamik, die so ein Gerücht in einem kleineren Ort entwickeln kann, findet man überall und Grüppchen, die gegen andere vorgehen, genauso.Das Mostviertel wird sehr bildhaft dargestellt und natürlich hat auch der Most selbst eine tragende Rolle.Das Cover finde ich sehr gut gewählt und äußerst ansprechend.Lange rätselt man als Leser mit den beiden "Ermittlern" mit, bis es am Ende zu einen richtigen "Showdown" kommt. Die Auflösung ist logisch und nachvollziehbar und habe ich trotzdem nicht kommen sehen. Chapeau, Tim Eckholz!Fazit:Ein toller Regionalkrimi, der in meiner Heimat spielt, und die Gegend wunderbar beschreibt. Die Spannungskurve steigt mit den Seiten und der subtile Humor des Autors hat mir ebenfalls gut gefallen.