Unterm Staub der Zeit: Ungekürzte Lesung mit Patrick Güldenberg (1 mp3-CD)
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Unterm Staub der Zeit: Ungekürzte Lesung mit Patrick Güldenberg (1 mp3-CD)

Hersteller: Der Audio Verlag, Dav  ·  MPN: 5253129
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Produktfakten auf einen Blick

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Der Audio Verlag, Dav
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Produktbeschreibung

Unterm Staub der Zeit | Ungekürzte Lesung mit Patrick Güldenberg (1 mp3-CD) | Christoph Hein | MP3

Bewertungen & Erfahrungen

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Redaktion 15.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Das Buch bietet eine interessante Einblicke in die sozialen und persönlichen Umbrüche der Zeit, allerdings ist die Darstellung der Handlung teilweise etwas zerrissen.
Redaktion 15.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Interessant!
Amazon Kunde 30.03.2024 amazon.de
Vor allem der Gedanke einer moralischen Überlegenheit findet sich immer wieder, wenn man in der Rückschau auf die Ursprungsmotivation der Gründer der DDR schaut. Moralisch überlegen gegenüber dem sich schnell dem Kapitalismus und den materiellen Werten hingebenden Westen. Moralisch gegenüber denjenigen, die die Probleme der Vergangenheit vertuschen, anstatt sie aufzuarbeiten, und einfach so weitermachen, als wäre nichts gewesen.Dem dringenden Bedürfnis, der Bundesrepublik überlegen zu sein, folgte in der DDR die Etablierung eines vollkommen neuen Gesellschaftskonzepts. So war das Grundanliegen des von der sozialistischen Sowjetunion protegierten Staates, jene Klasse, die im Kapitalismus und Nationalismus gelitten haben und ausgebeutet wurden – also die Arbeiter und Bauern – als zentrale Profiteure des neuen Systems auszurufen. Diejenigen, die in der Vergangenheit zu den „Privilegierten“ gehörten, sollen nun, im Sozialismus, gewissermaßen nachträglich dafür zur Rechenschaft gezogen werden und am eigenen Leib spüren, wie es ist, wenn man vom System Staat benachteiligt wird und andere Rechte und Chancen hat. Zu den Privilegierten gehörten aus Sicht der Sozialisten nicht nur die „Reichen“ mit Besitztümern, sondern auch diejenigen, die weniger auf materieller, denn auf ideologischer Basis das alte System mit verantwortet hatten. Zentraler Feind des Sozialismus war aus dieser Perspektive die bei vielen in Verruf geratene Kirche.Nicht nur die Pfarrer selbst, sondern auch deren Familien mussten im „Arbeiter- und Bauernstaat“ spüren, dass sie nun nicht mehr zu den Privilegierten gehören. Religion und religiöses Bekenntnis war allgemein verpönt, die Kirche als Institution habe in der Vergangenheit versagt und immer die Falschen unterstützt. Zuletzt sei sie in Verruf gekommen durch ihre Unterstützung (evangelische Kirche) und ihr Schweigen (katholische Kirche) zu den Verbrechen der Nazis. Der deutsche Schriftsteller Christoph Hein, 1944 als Sohn eines Pfarrers in der Provinz Oberschlesien geboren, erlebte die Ausgrenzung und die „Diskriminierung“ der Kirchenvertreter durch das System DDR am eigenen Leib.Er wuchs in der Kleinstadt Bad Düben, nördlich von Leipzig, auf und wurde Ende der 1950er Jahre konfirmiert. Als Sohn eines Pfarrers bekam er keinen Platz auf der Erweiterten Oberschule, um das Abitur ablegen zu können, und wurde deshalb an ein Gymnasium nach Westberlin gebracht, was vor dem Mauerbau 1961 unter erschwerten Bedingungen möglich war. Als die Mauer dann schließlich gebaut wurde, blieb Hein in der DDR und arbeitete in wechselnden Berufen. Seine Leidenschaft für Bücher und Literatur bekam er unter anderem in seiner Teilzeittätigkeit als Buchhändler. Nach einem Studium der Philosophie und der Logik arbeitete er als Dramaturg und publizierte seit Ende der 1970er Jahre eigene Texte – Theaterprosa wie erzählende Werke, die in Teilen auch in Westdeutschland erfolgreich wurden. Seinen Durchbruch hatte er mit seiner Erzählung Der fremde Freund. Drachenblut (1982), die bis heute für sein bedeutendstes Werk gehalten wird.Nach dem Ende der DDR stieg Hein schnell zu einem der wichtigsten Autoren der deutsch-deutschen Geschichte auf. Zyniker warfen ihm vor, er habe durch das Ende der Zensur das Schreiben gewissermaßen verlernt – die Romane und Erzählungen, die er noch zu DDR Zeiten unter eingeschränkten Bedingungen hatte schreiben müssen, seien qualitativ besser geraten als die, die er nach der Wende schrieb. Wenn diese Kritik vielleicht für die in den frühen 1990er Jahren erschienenen Romane gelten mag, kann man sagen, dass sich die möglicherwiese anfänglich spürbaren Mängel spätestens in den Nullerjahren mit seinenHochinteressanten und ambitionierten Romanen Landnahme (2004) und In seiner frühen Kindheit ein Garten (2005) wieder verwachsen haben. In der unmittelbaren Gegenwartsliteratur ist er bekannt mit seinen Romanen Trutz (2017) und Verwirrnis (2018), in denen er die Vergangenheit des geteilten Deutschlands, die kulturellen Differenzen und die Nachwirkungen bis in die Gegenwart auf einmalige Art und Weise aufbereitet – immer mit einem ausgewogenen analytischen Blick und einem Gespür für den erzählerischen Funken, der die Ereignisgeschichte zum Leben erweckt. Nach einem etwas schwächeren Roman Guldenberg (2021) erscheint nun bei Suhrkamp sein neuer, autobiografischer Roman Unterm Staub der Zeit, der zwar anonymisiert aber doch stark erkennbar die Geschichte seiner Kindheit und Jugend erzählt. Der Protagonist heißt nicht Christoph, sondern Daniel und ist –wie sein Schöpfer – ein im Jahr 1944 geborener Sohn eines Pfarrers. Sein im Roman geschildertes Schicksal kann schablonenhaft über den Lebenslauf Heins gelegt werden. Der Ort, in dem Daniel mit seinem älteren Bruder David aufwuchs, ist die von Hein mehrfach verwendete, fiktive ostdeutsche Kleinstadt Guldenberg, von der aus die beiden wegen der Verweigerung des Abiturs nach Westberlin auf ein Internat kommen. Hein beschreibt die kulturelle und gesellschaftliche Lage in der damaligen Zeit und lässt seine beiden Hauptfiguren sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland fremd sein.Während sie als Pfarrerskinder in der DDR nicht Teil des staatstreuen Apparats sind und sich später weigern werden, in die sozialistischen Jugendorganisationen zu gehen, werden sie von mancher Lehrerin auf dem westdeutschen Internat ebenfalls vorurteilsbehaftet behandelt. Wie schlimm es „drüben“ sei und unter welch schlechten Einflüssen sie aufwachsen müssten. Das Heimatgefühl kann bei den beiden Jungs nicht entstehen – in beiden Deutschlands sind sie Fremde. Doch der Lauf der Zeit bringt mit sich, dass sie erwachsen werden und jeder seine eigenen ersten Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen macht. Daniel, als erfolgreicher Schüler dem die Kenntnisse der Altsprachen Griechisch und Latein einfach so zufallen, verliebt sich zum ersten Mal, während sein Bruder David ein politisches Interesse entwickelt. Mit dem Bau der Berliner Mauer in der DDR eingesperrt, beteiligen sie sich anfangs an lukrativen aber gefährlichen Schleusergeschäften, die nach einer nur knapp vermiedenen Verhaftung Davids beendet werden. Daniel wird in der DDR letztlich nur dann heimisch werden, weil er die Liebe seines Lebens – Christiane – findet, mit der nicht nur eine neue Etappe ins einem Leben, sondern – wie der Roman endet – auch eine neue Geschichte beginnt.Christoph Heins Frau Christiane verstarb 2002 und möglicherweise werden wir irgendwann einen Roman über diese Ehe lesen, aus der zwei Kinder hervorgegangen sind und die ihn wohl in der wichtigsten Phase seines Lebens begleitet hat. Für den Roman ist die namentliche Erwähnung jener Christiane nur ein weiteres Indiz dafür, dass der Autor hier aus seiner eigenen biografischen Erfahrung erzählt. Dies macht das Buch weder besser noch schlechter, lässt allerdings den an der ein oder anderen Stelle über die Detailkenntnis verblüfften Leser etwas besser mit der Dichte an Ereignissen und kleinen Anekdoten umgehen, die sich in Unterm Staub der Zeit finden lässt. Heins Roman ist ein Roman über Heimat gleichermaßen wie über Zeitgeschichte und den Prozess des Erwachsenwerdens. Themen, die für sich genommen bereits Stoff für einzelne Texte gegeben hätten, doch das Talent des Autors wird voll und ganz ausgereizt und vermag es, die vielen Einzelaspekte in ein etwas mehr als 200 Seiten umfassendes Buch zu komprimieren. An keiner Stelle hat man das Gefühl irgendetwas zu verpassen; es ist fast eine ungreifbare Vielfalt an einzelnen Geschichten und Erinnerungen, die Hein chronologisch und mit nüchterner Sprache aufbereitet hat und die sich flüssig lesen lassen.Während man ihm an anderer Stelle vielleicht zurecht vorgeworfen hat, dass unter dem Eindruck der vielen historischen Ereignisse das Erzählerische zu kurz kommt, kann man auch bei seinem neuen Roman einwenden, dass ein in Teilen klarer Fokus auf der literarisch wenig erkundeten Zeit vor dem Mauerbau liegt. Doch gerade dadurch, dass man wenig weiß über die gesellschaftlichen Zustände in der DDR vor 1961 entwickelt dieses Thema eine eigene Spannung und zieht den Leser quasi parallel zu den erzählerischen Komponenten im Leben des Protagonisten und seines Bruders in den Bann des Plots. Hein ist sich sicher auf dem Boden, auf dem er seinen Roman aufgebaut hat, und diese Sicherheit gibt ihm Spielraum für die vielen Einzelgeschichten, die er zu erzählen hat. Obwohl die Anekdoten streng genommen auch für sich alleine stehen könnten, hat man nicht das Gefühl, dass der Roman zerfällt.Es entsteht vielmehr der Eindruck eines detaillierten Erinnerungs- und Tatsachenberichts, der spannend und in Teilen auch berührend zu lesen ist, möglicherweise aber nicht jedermanns Erwartungen an einen abwechslungsreichen Roman erfüllt. Ob man mit der Lektüre also vollständig zufrieden sein wird, mag auch vom individuellen Lesertyp abhängen. Klar ist, dass der geschulte Hein-Leser hier noch einmal einen Roman von diesem zurecht populären Autor bekommt, der an die Traditionen seiner früheren Werke anknüpft und deshalb in keinster Weise enttäuscht.
wagwag 30.03.2024 amazon.de
Schade, ich hatte mich auf das Buch von Christoph Hein gefreut. Nun habe ich aber den Eindruck, es geht nicht um den Staub unter der Zeit sondern den Staub an sich. Das Werk ist seelenlos, die Figuren lassen Komplexität und Tiefe vermissen. Der Autor scheint vielmehr zwar routiniert aber ohne Leidenschaft von seiner verblühten Jugend zu erzählen. Es ist ein wenig wie Opa erzählt vom Krieg. Da Opa aber ein netter ist und mein Leben schon seit Jahrzehnten begleitet, gibt es dennoch drei Sterne. Es liest sich halt so runter.
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