Als ich diesen Band der von mir geliebten Fidelma-Reihe kaufte, war mir nicht klar gewesen, dass es sich hier nicht um einen Roman, sondern um eine Kurzgeschichtensammlung handelt. Da ich solche nicht unbedingt mag, war ich etwas skeptisch, als ich zu Lesen begann... und nach kürzester Zeit genauso gefesselt wie immer, wenn Fidelma ermittelt.So unterschiedlich wie die Schauplätze, die handelnden Personen neben Fidelma, die Verbrechen in Tremaynes Romanen sind, so unterschiedlich sind sie auch hier.Natürlich gibt es in diesem Buch Geschichten, die einem besser gefallen als andere, aber jede für sich ist sehr gelungen, spannend und mit Witz und intelligent geschrieben. Man rätselt beim Lesen mit, meint oft, die Lösung vorab zu wissen, ist auch hin und wieder auf der richtigen Spur und doch am Ende immer wieder überrascht, wobei kein Ende konstruiert oder an den Haaren herbei gezogen ist, sondern immer logisch und in sich schlüssigDiese Sammlung von Kurzgeschichten wie auch die Fidelma-Romane kann man rein zur Unterhaltung lesen, sie sind leicht lesbar und enorm spannend. Die irischen Namen irritieren nicht, obwohl sie natürlich ungewohnt sind - es kommt schließlich nicht darauf an, dass man sie korrekt ausspricht und die einzelnen Namen der Handelnden sind jeweils so gewählt, dass man sie nicht verwechselt.Was mich mit meinem Interesse für die irische / keltische Geschichte so fasziniert ist die Tatsache, dass man bei Lesen so ganz nebenher auch eine Menge über das Rechtswesen, die gesellschaftlichen Verhältnisse und das Leben der Menschen in dieser Zeit erfährt. Ein kleiner Satz über das Erbrecht, zwei oder drei Sätze, die erklären, wie die Nachfolgerschaft des Stammesfürsten bestimmt wurde, ein kleiner Disput Fidelmas mit einem Abt oder Adeligen, der erläutert, warum sie ihm etwas zu befehlen hat... das läuft alles so nebenher mit ein. Ich möchte an dieser Stelle keine Abhandlung über die Geschichte Irlands des 7 Jahrhunderts halten, auch wenn ich gerade durch diese Romane viel darüber gelernt habe und das sehr interessant finde. Ich sage nur: Lest die Bücher - wen es interessiert, der behält dieses Wissen automatisch im Kopf, wen es nicht interessiert, den stört es nicht. Der Historiker Peter Tremayne hat das Wissen, der Belletristik-Autor Peter Tremayne bringt es zum Vorteil der Bücher ein - eine tolle Sache.Meine Empfehlung sowohl für diese Sammlung von Kurzgeschichten als auch für sämtliche Fidelma-Romane richtet sich an eine große Zielgruppe: an Männer wie Frauen und auch Jugendliche, die gerne Krimis lesen, ob nun historische oder "normale", an alle Liebhaber speziell des historischen Kriminalromans sowieso. An alle, die sich für die irische/keltische Geschichte interessieren und an alle, die sich gerne leicht und dennoch intelligent unterhalten lassen. Und wer neben der Unterhaltung auch noch Wissen aufschnappen möchte, der ist ebenfalls gut bedient. 5 Sterne - was sonst?
Tremayne ist für mich der beste Autor im Bereich historische Kriminalromane. Auch mit "Die Todesfee" ist ihm wieder einmal ein großartiger Wurf gelungen.Oft habe ich mich schon gefragt, warum das Fernsehen diese tolle Krimi-Reihe bisher noch nicht verfilmt hat. Täglich werden wir mit jedwedem Müll zugepflastert, da wäre es doch schön, abends endlich einmal wieder einmal eine ansprechende Serie zu sehen, finden Sie nicht?