„Eine Wassermelone kann auch eine Kugel sein. Es gibt sie aber auch in der langgestreckten Form. Streckt man sie in Gedanken weiter, kommt man zur reifen Zucchini und schließlich zur Gurke.“ (S.18) Man könnte bei manchen Metaphern des Autors meinen, er hätte eine Vorliebe für Obst und Gemüse, aber es ist ihm dennoch mit seinem Werk ein interessanter Beitrag zur neuen Imkergeneration gelungen, die den Muff des Deutschen Imkerbundes aufrütteln möchte.Man kann zur Bienenkiste und Oberträgerbeute kritisch stehen, wie man möchte, dennoch merkt man schnell, wenn man den Titel liest, dass Guido in seine afrikanische Alternativbeute verliebt ist und diese mit all ihren Vor- und Nachteilen beschreibt. Besonders gefällt mir, dass er zunächst versucht zu definieren, was natürlich etc. bedeutet und ganz klar stellt, dass die Oberträgerbeute nicht gleich dem Anspruch einer ökologischen Imkerei entspricht.Insgesamt beschreibt er die Betriebsweise sehr genau und konzentriert sich auf das Wesentliche, nämlich seine Beute. Ausschweifungen zur „Geschichte der Imkerei und der Honigbiene“, wie sie in fast allen Werken zu finden sind und lediglich der Seitenanzahlstreckung dienen, unterbleiben glücklicherweise.Vielmehr macht er das, was typisch für die 2.0 Imker ist, er gibt sein detailliertes Wissen vorbehaltlos weiter und zeigt Perspektiven für die Imkerei insgesamt auf. Jedem ist bewusst, dass sich Imkerei für einen Vollzeitbeschäftigten nicht lohnt, wenn man alles ehrlich anmeldet. Insofern beschreibt er hier bewusst mit zahlreichen praktischen Tipps , Bauanleitungen und Hnweisen zur Betriebsweise im Jahreslauf den lustvollen Umgang mit 2-3 Bienenvölkern, der so auf eine interessante Art gelingt.Jeder, der mit dem Gedanken spielt in einer topbar-hive zu imkern, sei dieses Buch empfohlen.Offen bleibt für mich die Frage, warum das deutsche Wort "Oberträgerbeute" für den Titel verwendet wurde, wo doch topbar-hive viel gebräuchlicher ist. Ein wenig mehr Mut, wäre manchmal ganz gut. Was mir auch aufgefallen ist, sind einige Satzbau- und Grammatikfehler, so bspw. auf der Seite 110. Dies gilt auch für die andere aktuelle Imkerliteratur-Neuerscheinung des Verlags. Hier sollten die Redakteure des Ulmer-Verlags mehr Sorgfalt walten lassen, da man von einem Autor nicht erwarten kann, dass er alle seine Satzbaufehler etc. auch erkennt.
Der Inhalt des Buches ist sehr umfangreich, aber gut strukturiert und verständlich aufgebaut. Anfänger, aber auch Umsteiger bekommen hier eine sehr gute Starthilfe und ein paar nützliche Tips, um speziel in diesem Beutensystem zu imkern. Allerdings muß man sich manchmal einiges selbst zusammenreimen, damit es einen Sinn ergibt. So ist z.B. auf Seite 35 die Beschreibung von 8 nummerierten Zeichnungen komplett falsch. Bei manchen Sätzen kann man sich nur sagen: "Naja, ich weiß schon so ungefähr was er meint...", denn es sind nicht nur viele Grammatik Fehler sondern zusätzlich auch noch viele Druckfehler im Buch. Ehrlich gesagt habe ich noch nie ein Buch mit so vielen Fehlern gesehen. Dabei wurde angeblich das Lektorat von Frau Dr.Eva-Maria Götz durchgeführt. Offensichtlich hat die Dame nur eine Rechtschreibprüfung durchgeführt, die noch nicht einmal erkennt, wenn hin und wieder zwei mal hintereinander das gleiche Wort steht, man man !Dafür kann aber der Autor nur wenig, und die nächste Auflage wird hoffentlich überarbeitet. Frau Götz sollte das Weihnachtsgeld und der Dr. gestrichen werden und die Leser dieses Buches sollten sich eine Top Bar Hive bauen! Mein Tip: wichtig ist vor allem ein richtig gutes Dach, am besten unterlüftet, damit man nicht im Sommer anfängt alles mit Sonnenschirmen vor dem schmelzen zu retten. Die meisten Imker werden sicherlich auch lieber 4 Beine als 2 Pfähle mit Drähten verwenden, denn die wenigsten haben ein Plätzchen im schattigen Wald zur Verfügung. Die Top Bar Hive ist ansonsten aber wirklich ein geniales System, für viele das Beste, um Bienen zu halten.