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Marke: utzverlag GmbH Metal – Musik, Szene und Lebenseinstellung (Literareon)
Bewertungen & Erfahrungen
4,7 von 5,0
6 Bewertungen
5 ★5
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2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion26.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch fängt die Atmosphäre der Metal-Szene und die dazugehörige Lebenseinstellung hervorragend ein und ist ein Muss für jeden Fan. Die Darstellung ist sehr authentisch und begeistert mich sehr.
Redaktion26.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine fantastische Darstellung der Metal-Szene und der damit verbundenen Lebensweise, es ist sehr inspirierend. Ich bin absolut begeistert von der Darstellung.
Endlich weiß ich was Death-Metal eigentlich ist. :-) Nein, das wusste ich schon vorher, aber in diesem Buch wurde es richtig gut beschrieben. Es wird alles sehr gut beschrieben, ohne dass dem Leser die Meinung des Autors aufgedrückt wird. An manchen Stellen musste ich laut auflachen. Und die Auswertung des Fragebogens ist für mich überraschend gewesen. Am besten fand ich das Kapitel "Metal aus und in anderen Ländern". Ich bin davon überzeugt, dass dieses "Büchlein" für alle lesenswert ist, nicht nur für Metal-Heads. Die Metaler kennen sich bestimmt bestens damit aus und wissen sofort wovon der Autor genau schreibt. Ich denke, nicht Metal-Fans erfahren so, wie wir eigentlich richtig ticken und dass wir nicht blöd, aggressiv und gewalttätig sind. Vielen Dank für diese "Aufräumaktion" an dieser Stelle an den Autor.
Braucht man noch ein Buch, das Metal beschreibt, wie er ist, was er ist – und wer ihn hört? Eigentlich nicht, will man meinen, und doch hat sich Roland Hesse an dieses Thema gewagt. Die Intention, so schreibt der Autor, ist nicht, ein vollständiges Lexikon über die Szene herauszugeben. Vielmehr soll mit dem Buch auf eine einfache Weise aufgeräumt werden: mit den Vorurteilen, mit dem Genre-Kuddelmuddel, mit allem. Ob er das schafft?Das Buch beginnt mit den verschiedenen Stilrichtungen. Dabei wird nicht jedes noch so kleine und neuerfundene Subgenre behandelt, sondern nur die wirklich wichtigen Richtungen erklärt. Der Autor versucht dabei, sowohl die Geschichte als auch die Merkmale darzustellen. Zusätzlich gibt es Hörbeispiele und jeweils eine Liste mit Bands, die dem jeweiligen Genre zugeordnet werden. Hesse hat sich hier sehr viel Mühe gegeben und räumt mit so mancher Unsicherheit auf, erklärt verständlich, warum Death Metal eben so heißt, was Progressive ausmacht und wer nun alles Gothic ist. Die Kapitel lesen sich schnell und besonders Interessierte können sich hier auch ein kleines Register mit Post-Its anlegen, um schnellen Zugriff auf die einzelnen Stilrichtungen und ihre Beispiele zu haben. Ich muss sagen, dass mir seitdem die Einordnung einiger Band immens leichter fällt. Doch der Autor sagt auch – und hier gehe ich absolut konform mit ihm -, dass dieses ständige Kategorisieren ein Zwang ist und manches gar nicht in eine Schublade gepresst werden will und kann. Das unterscheidet das Buch schon mal von vielen anderen Metal-Lexika.Der Schreibstil ist einfach und verständlich, kein musiktheoretisches Kauderwelsch, kein pseudo-szenetypisches, lehrerhaftes Geschwafel, das sowieso keiner versteht.Aber es geht noch weiter, indem Hesse sich mit den Songtexten auseinandersetzt und hier einmal ganz frech ein Gedicht von Gottfried Benn neben einen – indizierten – Text von Eisregen stellt. Benn darf jeder lesen, Eisregen aber nicht jeder hören, dabei ist das eine nicht ekliger als das andere. Wie kritisch sich der Metal mit sozialen Missständen, der Kirche, Atheismus, Ungerechtigkeit und so weiter auseinandersetzt, wird zum ersten Mal deutlich. Es geht eben endlich einmal nicht darum, irgendetwas blind zu verteidigen und den anderen zu sagen, dass sie Unrecht hätten; es geht vielmehr darum zu zeigen, wie und was der Metal ist – und was eben nicht. Keine satanistische Vereinigung, keine Teufelsanbeter, die nur schwarze Messen feiern und gegen alles und jeden sind, Drogen nehmen und sich das Hirn wegsaufen. Der Metal ist friedlich – wenngleich es auch Ausnahmen gibt, was Hesse genauso schonungslos anspricht.Dass es sich hierbei um einen kompletten Lebensstil handelt, erzählt das vorletzte Kapitel. Eine friedliche, offene Gemeinschaft, die anderen mit Toleranz begegnet und sich zwar oftmals schwarz kleidet, ja, aber deswegen nicht böse ist. Jeder darf zuhören und soll sich bitte sein eigenes Urteil bilden.Roland Hesse hat einen wahren Duden der Szene geschrieben, in dem man schnell auf eine einfache, erklärende Weise Antworten auf viele Fragen findet. Metal führt einen durch die schwarze Szene wie kein zweites Buch und lädt jeden dazu ein, sich friedlich mit jenen Schwarzkitteln auseinanderzusetzen, die nichts anderes sind als ganz normale Menschen.
In einer Zeit in der die Wissenschaft die Metal-Szene für sich entdeckt hat ist die Darstellung durch Roland Hesse eher flach. Hesse bleibt an der Oberfläche der Thematik: Ihn leiten keine tiefergehenden Fragen durch seinen Text, sondern die bloße Auflistung wie und durch wen die Szene bestimmt wird. Die Frage Warum welche Symbole, Rituale, Themen etc. gepflegt werden, wird von ihm nicht mal angedacht, ist aber seit einigen Jahren Kern der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Szene. Sein Schreibstil ist, seiner Aufarbeitung entsprechend seicht. Entsprechend bietet Hesse dem geneigten Leser hier kaum mehr als einen groben Abriss zur Szene und der tatsächliche Szene-Anhänger findet hier kaum neues Wissen, vornehmlich bekanntes Bestätigt. Das Hesse dabei auch in der Genrebeschreibung und der Darstellung der Subgenre an einigen Stellen Mist fabriziert ist geradezu obligatorisch in einer solchen Darstellung und hat nichts mit dem Autor zu tun, sondern vielmehr mit der Pluralisierung der Szene als solches und der damit einhergehenden Uneinigkeit hinsichtlich der Begriffsdefinitionen. Hesse scheint hier bei Stilen die ihm weniger liegen, etwas auf Wikipedia geschielt zu haben, dabei allerdings leider nicht auf die besten Artikel der Wiki. Dazu vertritt Hesse eine haltlose These in der Fragen zur Internationalität des Metals. Er grenzt hier die muslimischen Staaten aufgrund totalitärer und fundamentalistischer Strukturen aus. Allerdings ist das Quatsch. Syrien, Indonesien, Afghanistan, Palästina, Irak selbst der Iran haben Metal-Bands hervorgebracht und eine eigene Metal-Fan-Kultur. Zur wirklich spannenden zweiten Welle der syrischen Metal-Szene (vorne weg wäre da die Band Eulen zu nennen) existiert gar ein eigener Dokumentarfilm. Mit dem Blood-or-Love-Zine gab es in Syrien sogar ein Szeneeigenes Online-Portal, erst der Krieg hat diese spannend aufkeimende Szene in der Versenkung verschwinden lassen. In einigen Ländern leiden offensichtliche Anhänger unter staatlichen Repressionen, aber sie sind da und in manch anderen Nationen wird Metal in Form von Konzerten -sofern er lyrisch Regimetauglich erscheint- gar staatlich gefördert. Das sollte man nicht einfach ausklammern. Hier ist die Unwissenheit Hesses ein echtes Manko.Interessant sind allerdings die Zahlen der von Hesse durchgeführten Befragungen, natürlich ist das ganze nicht wirklich als Statistik tauglich, der Versuch einer quantitativen Erhebung mit unklarem Zugang der Befragten ist schon kontraproduktiv, warum Hesse nicht in den qualitativen Dialog ging oder seinen Fragebogen in den Internetforen der bekannten Metal-Magazine gestreut hat leuchtet mir nicht ein. Auch warum er solch eine Befragung überhaupt anstellt und dann diese kaum analytisch betrachtet. So wirkt es als habe er hier und da mal diesem oder jenen den Fragebogen angepriesen und damit eine große Chance für eine Basis-Erhebung der deutschen Metal-Szene verpasst. Dazu hat er die Ergebnisse dann aneinandergereiht und es dabei belassen. Die Analyse der von ihm erhobenen Daten fehlt. Dennoch geben die Zahlen etwas Einblick in die Szene:* Eher männlichAnm: Darauf deuten so ziemlich alle Zahlen hin, und es ist in Szenen häufig der Fall. Allerdings klärt Hesse nicht darüber auf welchen Veranstaltungen er seine Befragung durchgeführt hat. Thrash, Death und Prog werden eher von männlichen Fans frequentiert, andere Stile wie Metalcore und Symphonic Metal sprechen auch Frauen an.These: Der Kontext der Befragung bedingt hier ein hinzukommend männliches Publikum* Eher gut gebildetAnm: Auch hier wäre in Frage zu stellen was für Konzerte Hesse da besucht hat. Viele Daten deuten auf eine gute Schulbildung in der Metalszene hin, aber gibt es nicht vielleicht auch Bereiche in welchen diese stärker und Bereiche in welchen diese Schwächer ausgeprägt ist?* Große Altersdurchmischt mit einer Tendenz zur ÜberalterungThese: Jüngere also U-18 Szenegänger sind aufgrund der finanziellen Anforderung seltener auf Konzerten anzutreffen und vielen dadurch z.T. durch das RasterBesser geschrieben und um einiges tiefer durchdacht war da Christoph Lücker mit "Das Phänomen Heavy Metal" oder Bettina Roccors "Heavy Metal. Die Bands. Die Fans. Die Gegner", das ist allerdings aus dem Jahr 1998 und daher heute nur noch begrenzt gültig. Natürlich lassen sich auch die in letzten 7 Jahren gut aufgestellten wissenschaftlichen Werke in englischer und deutscher Sprache heranziehen, in deutscher Sprache vorne weg die kanonisierenden Sammelwerke "Metal Matters" von Nohr und Schwaab sowie "Methoden der Heavy Metal-Forschung" von Höpflinger und Heesch. Natürlich sind die in einem wissenschaftlichen Duktus geschrieben und wirken darüber bisweilen reichlich hochtrabend, wie es in den deutschen Geisteswissenschaften häufiger der Fall ist.Als Fazit bleibt das oben bereits angemerkte festzuhalten: Hesse bietet dem geneigten Leser einen groben mehr auflistenden als darstellenden Abriss zur Szene einiger Rituale und Symbole. Dazu ein paar flach-polemische Auseinandersetzungen mit lang überholten Klischees und eine mäßigen Darstellung einiger Stilrichtungen. Der tatsächliche Szene-Anhänger erhält hier kein neues Wissen, vornehmlich bekanntes Bestätigt. Als solches bietet sich das Buch vielleicht für einige Unwissende als erster grober Überblick zu dieser Szene an ... Wobei ich da Lücker oder Roccor den Vorzug geben würde.
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Letzte Aktualisierung: 10.10.2026 18:13 Uhr.