Ich habe mir im vergangenen Jahr mehr als ein halbes Dutzend Bücher zu verschiedenen Programmiersprachen und auch für verschiedene Zielgruppen angeschafft und mehr oder weniger durchgearbeitet. Das Spektrum der Werke richtete sich dabei vom blutigen Einsteiger bis hin zum Studenten der theoretischen Informatik und die Werke waren mal mehr, mal weniger gut. Was die einen besser machten, vernachlässigten, oder verbockten die Anderen gänzlich.Im Buch von Thomas Theis jedoch, fand ich bisher keinen Kritikpunkt, der über eine persönliche Befindlichkeit hinaus ging. Allein bei der Behandlung von Zahlentypen wird sich so viel Zeit genommen und das Thema so genau beleuchtet, da sind andere Bücher zu dem Thema nicht einmal richtig an der Oberfläche entlang gekratzt. Um bei dem Beispiel zu bleiben: es ist auch Hilfreich, wenn der Autor darauf hinweist, dass man nun weiß, was man wissen muss um zumindest schnell mal los zu legen, dennoch anbietet, sich tiefer mit der Materie zu befassen, dies aber zum Zeitpunkt des Lernfortschrifts eindeutig als "nice to know" deklariert.Dieses "Einsteigerwerk" zeichnet sich dadurch aus, dass der Einsteiger nicht mit Halbwissen zurück gelassen und getätschelt wird, wie toll er nun sei, obwohl er eigentlich gar nichts wirklich kann, sondern nimmt den Leser und die Leserin an die Hand und vertieft Themengebiete, die andere Autoren entweder nicht anfassen wollen, oder können und bleibt dabei verständlich, sachlich und Beispielorientiert (auch wenn wahrscheinlich viele von uns nach so mancher Lektüre gar keine Lust mehr haben, e-Shops oder Lagerverwaltungswerkzeuge zu schreiben ; ) )Der angesprochene Kritikpunkt, der Autor würde seinen Code nicht kommentieren, ist so unwahr, wie der dämlich ist! Ich habe noch nie erlebt, dass jemand seinen Code so molekular erklärt und dessen Funktion darstellt. Wer natürlich nur nach Kommentaren innerhalb des Codes sucht, sucht vergeblich - Theis arbeitet seinen Quelltext nachfolgend blockweise entweder in Funktionen, Schlüsselworte oder logische Einheiten unterteilt durch und das hat den Vorteil, dass der Code lesbar bleibt und der Autor keine Einschränkung durch Platz und Zeichen erfährt und sich am Ende dadurch bedingt selbst beschränkt.Der Themenumfang des Buches sucht auch seines Gleichen. Einzig ein mehr als 1000 Seiten dicker wälzer, der mehr als 20 Jahre alt ist, bietet einen ähnlichen Umfang, ist dabei aber längst nicht so fokusiert und von der Aktualität brauchen wir gar nicht erst sprechen. Übrigens gibt es "Einstieg in C++..." auch schon für den Standard C++20, bevor sich wieder jemand über die Aktualität auslassen sollte.Auch gibt es nach jeder kleiner und größeren Lerneinheit eine kleine Übung, zu der man, wenn man doch nicht weiter kommt, auf der Website des Verlags Hilfe und Ansätze zur Lösung erhält. Dies wäre auch mein einziger Kritikpunkt, wenn man bedenkt, wie wandelbar und vergänglich so manche Angebote im Netz sind, aber die paar KB sich entsprechend mit Lösungen zu bevorraten, sollten bei allen vorhanden seien.Für 25€, bei allem was ich nun über dieses Werk weiß, muss ich sagen, war ich dämlich mit dem Kauf so ewig gewartet zu haben, da es eigentlich ein absoluter no-brainer-Kauf ist und hiermit meine Empfehlung erhält!Ich möchte jedoch abschließend Eines ganz klar machen: wer erwartet, dass er sich ein dickes Buch mit wichtigem Titel kauft, sich dieses unters Kopfkissen packt und in 3 Tagen ein Code-Guru wird, kann es lassen und das Geld in Bierchen und Currywurst umsetzen, denn so funktioniert der Spaß nicht. Programmierenlernen ist nicht nur immer mit Arbeit verbunden, es erfordert neben der Bereitschaft zu lernen, auch die Fähigkeit gelerntes in Projekten in Eigeninitiative umzusetzen. Dazu gehört auch, dass man ein Kapitel, wenn man es beim ersten Mal nicht begriffen hat, von ein zweites oder dritten Mal lesen muss!