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Wir gehen zur Schule! | Von Kenia bis Amerika | Lena Kathinka Schaffer | Buch | 48 S. | Deutsch
Bewertungen & Erfahrungen
3,8 von 5,0
5 Bewertungen
5 ★2
4 ★2
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1 ★1
Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion26.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine wunderbare und sehr inspirierende Darstellung des Alltags des Schulbeginns und begeistert mich sehr. Es fängt die verschiedenen Wege, wie Kinder zur Schule kommen, auf eine sehr lebendige Weise ein.
Mit diesem wunderschönen Bilderbuch haben wir uns schon ein wenig auf die Schule eingestimmt. Unser Schulweg ist ja kurz und eher unspektakulär, man kann zu Fuß gehen und braucht keinen Bus oder Auto (wenngleich es natürlich Eltern gibt, die 100m mit dem Auto fahren). Doch was für uns hier Alltag ist, ist anderswo ganz anders. Und so begleitet man in diesem Buch Kinder auf ihrem Weg zur Schule - in Argentinien, USA, der Arktis, Schweiz, Kenia, Indien und Papua-Neuguinea.Jedes Kapitel ist gleich aufgebaut. Es gibt zunächst Informationen über das Land. Diese sind sehr ausführlich und waren für meinen 6 Jahre alten Sohn noch etwas viel. Für den 8 Jahre alten Zwerg und mich hingegen war das sehr spannend. Nach Informationen über das Land folgen Einblicke ins Alltsgsleben, die ich persönlich sehr wichtig fand, weil das Leben anderswo ja ganz anders ist. Dabei werden auch klassische Speisen vorgestellt. Das Herzstück bildet ein Wimmelbild vom Schulweg. Dieses nimmt immer eine Doppelseite ein. Es folgen Informationen über den Schulweg und die Schule.Die Informationen sind sprachlich zwar einfach gehalten, aber sehr ausführlich. Wir haben immer nur ein Land gelesen, da ging es mit der Aufmerksamkeit gut. Die Bilder und der Text sind sehr realistisch und beschönigen nichts: ob die Zurücktreibung der Natureinwohner in Reservaten, hohe Fluktuation, Kinderarbeit, große soziale Unterschiede: alles wird kindgerecht, aber sachrichtig erklärt. Ich fand die Informationen wirklich gut aufgearbeitet und auch die Illustrationen passen hervorragend zum Text und regen zum Entdecken an. Es ist kein Buch, das man mal schnell zwischendurch liest. Für mich ist es fast wie ein Lexikon, ein Nachschlagewerk, wo man immer mal wieder ein Kapitel liest und schauen kann, wie Schule und Schulweg weit entfernt aussieht. Positiv hervorzuheben ist noch, dass immer eine Familie vorgestellt wird und auch betont wird, dass das ein Beispiel ist und es viele andere Möglichkeiten gibt auch in dem Land. Es wird so versucht, Klischees zu vermeiden. Ganz vermeiden lassen sich Klischees dennoch nie - wenngleich nicht, wie in anderen Rezensionen angegeben, die Schule in Kenia keine Tafel hat und auch betont wird, dass Smartphones in Kenia sehr wichtig sind.
Die Idee des Buches finde ich super, aber die Umsetzung ist eine einzige Katastrophe und dass so ein Buch 2019 noch publiziert wird, ist erschreckend, denn es werden veraltete Stereotype reproduziert. Ganz einfach gesagt: Familien in Kenia und Indien sind arm und die Schulen schlecht ausgestattet und im Westen ist alles ganz prima. Beispiel Kenia: Hier findet der Unterricht im Freien unter einem großen Baum statt. Es gibt nur Papier und Stifte, da alles andere zu teuer ist. Computer kennen die Kinder nicht - das steht da wirklich so drin! Die Kinder in Indien, die vorgestellt werden, sind auch sehr arm und so müssen die Kinder oft arbeiten, um zusätzlich Geld für die Familie zu verdienen... Auf der anderen Seite stehen dann Länder wie die Schweiz und die USA. Hier ist alles prima und den Kindern blüht eine tolle Zukunft auf der Universität.Was sind das denn bitte für Vergleiche? Auf der einen Seite werden arme Familien aus der Unterschicht porträtiert und so gut wie alle Klischees erfüllt (alle Inder essen gerne scharf), auf der anderen Seite werden Mittelschichtsfamilien und ihre Kinder dargestellt, ohne auf die Probleme, die es dort gibt einzugehen. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Ländern und man kann auch gern über Armut und Probleme sprechen, aber dann doch bitte in allen Beispielen. Denn auch in den USA gibt es recht viele arme Familien, deren Leben nicht so prickelnd ist - wenn man diese Problematik denn unbedingt vermitteln möchte. Oder man vergleicht einfach Mittelstandsfamilien miteinande, die es auch in Kenia und Indien gibt. Aber so ist das einfach nur wahnsinnig klischeehaft und ich kann so etwas auf keinen Fall mit gutem Gewissen meiner Nichte schenken, da es ein völlig veraltetes Weltbild vermittelt.
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Letzte Aktualisierung: 17.10.2026 18:15 Uhr.