In meiner Jugend erschien "Die Grenzen des Wachstums", das für mich und einige Freunde zu unserer Öko-Bibel wurde.Umweltschutz bei Wahlen ankreuzen, Bewusstseinsbildung und Überzeugungsarbeit wurden seitdem eine Art Lebensgrundlage für uns.Bei unseren Aktivitäten sind wir auch dem richtig anstrengenden Part nicht ausgewichen:eine komplette Umstellung des LEBENSSTILS auf Ressourcenschonung.Seit den 70ern bis heute.Was heißt das konkret? Hier einige Beispiele aus meinem Leben:ERNÄHRUNGSWENDESeit damals habe ich kein Fleisch und keinen Fisch mehr gegessen, nie, nie, nie. Seit Jahrzehnten.Im Bioladen und Bauernlädle habe ich regelmäßig Lebensmittel besorgt. Bio und lokal.Damals waren fast alle Biowaren in braunem Packpapier verpackt, ohne Plastik!Ich koche so oft es geht frisch, ohne Fertigzeug. Brot, Joghurt, Brotaufstriche machen wir zuhause oft selbst.Nebenberuflich habe ich ein vegetarisch-veganes Kochbuch verfasst und veröffentlicht.Wir Ökos galten jahrzehntelang als bekloppt und extremistisch. Ich musste mit sehr viel Biss durchs Leben gehen, um das durchzuziehen.VERKEHRSWENDEFahrradfahren war und ist DIE Fortbewegung.Meine häufigsten Urlaube waren Radtouren in Deutschland.Das Wort ist neu, aber seit 40 Jahren kenne ich das Gefühl Flugscham (angeordnete Geschäftsreisen).ENERGIEWENDEEin Fernsehgerät, diesen fiesen Stromfresser und Zeitfresser und Verdummer, gibt es bei uns zuhause nicht, ebenfalls seit die "Die Grenzen des Wachstums" erschien.Trotzdem fühle ich mich top informiert durch Zeitungen, Magazine und Bücher.Konsumminimierung betreibe ich ständig mit der Frage im Fokus "Brauche ich DAS wirklich?".Beispiel. Fürs Wäschewaschen gebe ich statt chemisches Waschpulver 10 Efeublätter in einer Socke in die Waschmaschine.Kleidung, die Bügeln erfordert, gibts bei mir nicht, das wäre empörende Stromverschwendung.Mit einem kleinen Tablet Computer erledige ich alles heutzutage Notwendige. Ein Smartphone habe ich noch nie gekauft.Auf Insta, Facebook und X war ich noch nie, weil die Server dafür irrsinnig viel Strom verschwenden.Weihnachtsbäume, Böller oder Diamantschmuck halte ich für obszönen Luxus und habe ich ebenfalls nie gekauft. Spaß am Leben habe ich auch so. Ich brauche genau 3 Sekunden Vorlauf, um auf dem Tisch zu tanzen (ohne Alkohol natürlich).Recycling. Für alle gebrauchten Gegenstände suche ich aktiv nach Leuten, die sie gerne haben möchten. Dann verschenke ich an sie Kleider, Hausrat, Bücher, Zeitschriften. Es haben sich Schenkkreise von selbst entwickelt. Macht allen Beteiligten viel Freude.Der Trend "Minimalismus" inspiriert mich sehr.Plastikvermeidung. Mein Ideal ist: keine Plastikverpackungen.Um dieses Ideal ein paar Wochen im Jahr hochgradig zu erleben, habe ich mir was ausgedacht:PLASTIKFASTEN. In der Fastenzeit (Fasching bis Ostern) kaufe und esse ich nichts aus Plastikpackungen.Nach ernüchterndem Durchkämmen der Lebensmittelläden kam ich auf folgendes Fasten Menü: Gemüse, Obst, Milch (Glas), Joghurt (Glas), Brot.Zum Wohnen habe ich ein altes, marodes Häuschen gebraucht gekauft. Das habe ich weitgehend selbst renoviert, mein Mann hat auch viel gemacht, wir beide an den Wochenenden. Verputzen, Malern, Tapezieren, Fliesen legen ... gibts alles auf Youtube, so habe ich es mir beigebracht. Ist auch nicht schwieriger als Torten machen. Schwere Arbeiten wie Dach, Dämmung und Solaranlage anbringen haben Handwerker übernommen.Wir bewohnen jetzt ein offizielles Niedrigenergiehaus.Jahrzehnte bevor das Heizgesetz kam.In meinen Garten habe ich zusätzliche 10 Bäume und 30 Sträucher geplanzt. Kühlt schön im Sommer.Meine Hoffnung ist, Gleichgesinnte zu inspirieren, die nicht nur über Ressourcenschonung sprechen, sondern sie auch tagtäglich praktizieren!Der anstrengende Part Lebensstil also.Raus aus der Komfortzone!Politik und Gesetze zu fordern ist zweifellos wichtig. Aber wo bleibt die zweite Hälfte, das tagtägliche Vorleben als Vorbilder?Wo sind die, die freiwillig dem Planeten helfen, ohne gesetzlichen Zwang, mit den tausenden mini kleinen täglichen Öko Aktivitäten? Ihr, die ständigen Macher der Reduktion und Einfachheit?Wo seid Ihr?Mein Motto seit 40 Jahren:Erst wenn der letzte Baum gerodet,der letzte Fluss vergiftet,der letzte Fisch gefangen ist,werdet ihr feststellen,dass man Geld nicht essen kann.