...ist ein Buch mit viele Facetten.Eines vorweg: Ich habe alle Tagebücher von "Marie Sharp", alias Virginia Ironside, gelesen und wenn eines zu Ende war, habe ich immer mit Ungeduld auf den nächsten Band gewartet.Vor drei Tagen ist also der vierte Band dieser Reihe der englischen Autorin mit dem Titel "Nein! Ich gehe nicht zum Seniorenyoga" erschienen und ich habe ihn in einem Rutsch ausgelesen.Wie von seinen Vorgängern, bin ich auch von diesem Buch wieder begeistert. Eine Freundin, die so gestrickt ist wie die Protagonistin des Romans, nämlich "Marie Sharp", wünschen sich wohl die meisten Leserinnen (und Leser), denn sie ist humorvoll, intelligent, mitfühlend und sehr tolerant. Und gerade diese Eigenschaften bringen Marie manchmal in die unmöglichsten, aberwitzigsten Situationen, die sie jedoch fast immer, sehr charmant und realitätsbezogen, meistert.In Band vier der Tagebuch-Serie zieht ein neuer, mehr als nur esoterisch angehauchter, aber durchaus attraktiver Untermieter bei Marie ein. Und trotz der Segenssprüche, die er beim ersten Betreten des Hauses ausspricht, wird kurz danach bei Marie und einigen Nachbarn eingebrochen. Zu alledem nistet sich auch noch ein Täuberich auf dem Glasdach ihres Wintergartens ein, was dem selbigen (dem Glasdach nämlich) gar nicht gut bekommt. Und dann lehnt Marie, wenn auch mit leisen Zweifeln, den Heiratsantrag ihres Ex-Ehemannes ab, der gerne wieder mit ihr zusammenleben würde. Ihr Single-Dasein will sie nicht so schnell aufgeben und reist stattdessen, auf Einladung eines befreundeten Ehepaars, nach Indien. Und was sie dort so alles sieht und erlebt, kann sie auch nach ihrer Rückkehr nach England, nicht vergessen. Sie wird selbst aktiv und motiviert auch ihre Freunde, um Menschen in Not zu helfen.Marie, nun 69 Jahre alt, nimmt nach wie vor am Schicksal ihrer Freunde und Freundinnen, ihres geliebten Katers Pouncer und dem (auf dem Glasdach hausenden) Täuberich regen Anteil und versucht, mit Rat und Hilfe allen zur Seite zu stehen. Dass das nicht ohne humorvolle, aber auch nachdenklich stimmende Ereignisse abläuft, ist selbstverständlich. Und Marie empfindet jetzt stärker als früher, wie schnell oder besser gesagt, noch schneller, die Jahre für ältere Menschen vergehen. Das beste Beispiel ist ihr Enkel Gene, den Marie sehr liebt. Mit Wehmut stellt sie fest, dass der Junge, nun bereits im Vor-Teenager-Alter, oft Wichtigeres vor hat, als seine Großmutter zu besuchen, und dass die Zeit der Kinderspiele - wie so manches andere im Leben, was ihr lieb und teuer war, - nun endgültig der Vergangenheit angehört. Und auch die Veränderungen in ihrem näheren Freundeskreis stimmen Marie oft nachdenklich....Doch bei Virginia Ironside kommt auch diesmal der, für mich typische englische Humor, nicht zu kurz. Marie erlebt einige, ungewollte Abenteuer, über die sie sich nicht nur ärgert, nein diese kosten auch noch Geld, ein zusätzlicher Grund, um sich aufzuregen.Wer dem Älter werden, das uns alle früher oder später am Wickel hat, und dieser unumgänglichen Tatsache melancholisch/nostalgisch oder sogar traurig und deprimiert entgegen sieht, dem kann ich nur empfehlen, zur Aufheiterung, alle vier "Tagebücher der Marie Sharp" zu lesen, denn sie sind ein sehr gutes Mittel gegen Traurigkeit und Depressionen.Die Quintessenz von Irionsides "Marie Sharp-Tagebüchern" ist, dass sie mir zum Beispiel, das Gefühl vermitteln, dass ich es nicht alleine bin, die mit den täglichen größeren und kleineren Schwierigkeiten im Alter klar kommen muss, sondern dass ich viele Altersgefährtinnen und -Gefährten habe, denen oft die gleichen (großen oder kleinen) Malheure passieren, über die man hinterher evtl. lachen kann und die man nicht zu schwer nehmen sollte. Und den so oft zitierten Spruch: "Alter ist nichts für Feiglinge", finde ich einfach Nonsens, denn schließlich haben wir ja gar keine andere Wahl - oder?Es freut mich sehr, dass sämtliche "Tagebücher von Marie Sharp" als Kindle-Edition erhältlich sind. So kann ich, wenn ich mit der Zeit vielleicht immer vergesslicher werde, die Bücher noch einmal mit Freude vom ersten Band an wieder lesen, denn auf dem Kindle kann man die Schrift beliebig vergrößern. Klasse!Aber es gibt die Titel, eine richtige Medizin gegen altersbedingte Traurigkeit, natürlich auch als gebundene Ausgaben, für die Menschen, die lieber ein Buch als einen E-Book-Reader in der Hand haben, trotzdem dieser sehr viele Vorteile, gerade für uns Ältere, hat.