„Der Wetterumschwung hatte sich durch nichts angekündigt.“ (Zitat)Mit diesem Satz beginnt ein kleines Buch, das Valerie in der kleinen Buchhandlung ihrer Tante Charlotte findet. Valerie wundert sich noch darüber, dass Tante Charlotte dieses Buch überhaupt ins Regal gestellt hat, hört die Geschichte doch nach einigen Seiten auf und es folgen viele leere, weiße Seiten – eindeutig ein Fehldruck. Noch eigenartiger ist, dass eines Tages ein junger Mann die Buchhandlung betritt, einige Bücher kauft und begeistert ist, als er genau dieses Buch „Ein ganz besonderes Jahr“ entdeckt.Valerie, Mitte 20, hat gerade ihr BW Studium abgeschlossen, wollte noch den Master machen und ihre Karriere planen, als ihre Tante Charlotte im Alter von beinahe 80 Jahren plötzlich verschwindet und in einer Nachricht mitteilt, dass Valerie sich um das Geschäft kümmern soll. Für Valerie beginnt eine Reise in die Welt der Bücher, aber auch der Überlegungen, was sie mit einer Buchhandlung tun soll, die seit den 50er Jahren existiert, aber kaum mehr Kunden hat. Doch sie unterschätzt die Kraft der Literatur und der Bücher.Dieser Roman handelt von einer alten, kleinen Buchhandlung, vor allem aber von Büchern und den Menschen, die sich für Bücher begeistern und die uns im Laufe der Handlung begegnen.Der Autor schreibt in der dritten Person, allerdings nahe an einer personalen Erzählform, sein Hauptcharakter ist Valerie. Sie und die Buchhandlung stehen im Mittelpunkt der Handlung, die sich über ein Jahr erstreckt. Für den Spannungsbogen sorgt die Frage nach dem Verschwinden von Tante Charlotte und die Auflösung. Dennoch ist nicht Spannung das Hauptanliegen des Autors, sondern es geht um Literatur, Bücher, die Sprache und die Freude daran. Vor allem aber geht es um die kleine Buchhandlung, die versucht, neben den Einkaufszentren und großen Buchhandelsketten zu bestehen. Jeder von uns kennt wohl noch so eine Buchhandlung.Valerie, die Hauptprotagonistin, wächst dem Leser ans Herz und ihre Veränderung im Laufe dieses Jahres, als sie sich teilweise durch die Bestände der Buchhandlung liest.„Es ist ein Unterhaltungsroman. Aber er ist so erzählt, wie man Geschichten erzählen sollte.“ (Zitat, Seite 84). Dieses Zitat aus der Handlung trifft auch auf diesen Roman zu.Ein Buch für einen unterhaltsamen, angenehmen, entspannten Lesenachmittag, das ich allen Lesern empfehle, die nie an einer Buchhandlung vorbei gehen können, ohne sie zu betreten und „sich nur umsehen“ – und diese nie mit leeren Händen wieder verlassen.
Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)Bei Büchern über Bücher kann ich nur selten wiederstehen und so durfte dieses Schätzchen hier auch bei mir einziehen.Der Schreibstil hat eine gewisse anspruchsvolle Art, lässt sich aber dennoch flüssig lesen.Gewählt wurde die auktoriale Erzählweise, was ich als sehr passend empfunden habe, da die Geschichte so einen bestimmten Charme versprüht.Valerie die Hauptperson mochte ich soweit ganz gerne, ehrlich gesagt lernt man sie aber auch nicht näher kennen.Genau so verhält es sich mit den weiteren Charakteren, die in der Geschichte eine Rolle spielen.Irgendwie hat es mich aber auch gar nicht gross gestört....Das Hauptaugenmerk liegt nämlich meiner Meinung nach ganz klar auf der Liebe zur Literatur und allem was dazugehört. Bei manchen Zitaten ging mir als eingefleischte Leseratte natürlich das Herz auf ;) und ich mochte diesen Bücher- Flair. Leser, welche damit nicht so viel anfangen können, werden wohl bei dieser Geschichte nicht gross auf ihre Kosten kommen!Zeitweise geht nämlich der rote Faden etwas verloren, und die Charakterausarbeitung ist wie oben schon erwähnt nur solide, dennoch wurde es mir beim Lesen dieses Buches einfach warm ums Herz ;)Für Leseverrückte wie mich eine Liebeserklärung an den besonderen Zauber von Büchern.Ich vergebe hiermit 4,5 Sterne