Gedichte eines Wanderers II - Wendelin Teichmann Kartoniert (TB)
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Gedichte eines Wanderers II - Wendelin Teichmann Kartoniert (TB)

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Gedichte eines Wanderers II | Durch Raum und Zeit | Wendelin Teichmann | Taschenbuch | 172 S. | 2019

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Wendelin Teichmann, Gedichte eines Wanderers Band I und II, United P.C. Verlag 2013, 149 und 138 Seiten, Euro 18,40 (Band I), Euro 16,40 (Band II)Ein Wanderer, der durch die Welt, im Außen wie im Innersten, wachen Auges hindurchgeht, weilt und nachsinnt, fühlt, was er wahrnimmt, erspürt und bewusst erlebt, was in seiner Seele geschieht, wird u.U. zum Wandererphilosoph.Der Autor, – Jahrgang 1934, Germanist, und mit dem besonderen Buch „Totaliter aliter (Völlig anders) – Außenseiterbriefe. Versuch einer alternativen Geistesgeschichte in Beispielen als Zeitkritik“ bekannt geworden, – ist solch ein Mensch. Wanderungen im Rahmen der Familie seien seine frühesten Erinnerungen, und, wie er schreibt, „seit meiner Jugend bin ich stets in die Natur hinausgegangen, in die mich jeweils umgebende Landschaft, als Erlebnis- und Laufraum. Die Eindrücke waren immer zu stark, die innere Bewegtheit ebenso, sie mussten gestaltend bewältigt werden, und so kam ich zum Dichten. Dabei war mir die Naturwelt zugleich Konkretum und Symbol, und beide belehrten mich“ (Band I, S. 11).Nach dem Abitur (1956) studierte Teichmann Germanistik und Geographie, war später im Realschuldienst in Niedersachsen, dann Wissenschaftlicher Assistent an der PH Göttingen, danach Seminarleiter am Studienseminar ebenda. Er ist verheiratet, hat drei Kinder, zwei Enkelkinder und zwei Urenkel. Seit 1997 befindet er sich im kreativen Ruhestand.Seine Wandererphilosophie und die daraus hervorfließende schöpferische Gestaltung zeitigten von 1978 bis 2012 Gedichte, die seelische Tiefe, feinnervige Sensibilität, philosophische Weitsicht und mancherlei Lebensweisheiten zum Ausdruck bringen. Eine Kostprobe, in der, wie in einer Ouvertüre, (Band I, S. 13), die Hauptthemen erklingen:Wir gehen einen schmalen Weg,aufwärts will er uns lenken,was vor und hinter uns auch liegt,wir soll’n es nicht bedenken.Ein jeder Schritt gilt sich allein,ist so nur gegenwärtig,wird er erfüllt und in sich klar,sind wir mit ihm schon fertig.Daraus folgt gleich der nächste Tritt,die Sprosse einer Leiter,wir nehmen jede ganz für sichund kommen jedoch weiter.Das Ende sehen wir nicht ab,liegt in den Ewigkeiten,gehen zuversichtlich im Vertrauen,woll’n uns dafür bereiten.Erfüllt ist so die Gegenwartvom Hier und Dort des Lebens,und wer im Hier das Dort erkennt,lebt nicht dem Geist vergebens.Man wird nach solch einer „gebundenen Rede“, die tiefen – philosophischen wie spirituellen – Sinn erkennen lässt, einfach neugierig auf die anderen Gedichte. Über „Trauer und Trost, Zeit und Überzeit“ wird da gedichtet, dann auch über das „Selbst“, das „All“ und „über Musik“. Wohl erwogen und aus der Seelenempfindung entspringen die aneinander gefügten Worte. Zum wichtigen Thema „Selbsttröstung“ dichtet (Band I, S. 29) W. Teichmann im Januar 2006 folgendermaßen:Es gibt nicht Tod, gibt nur Verwandlung,und alles ist im Übergang,drum wage deine Selberhandlungund steige an dem Licht entlang.Es sendet zu dir deine Strahlenund so dir seine Quellen zeigt –entwinde dich den Erdenqualen,dass Zweifel sie nicht übersteigt.Verwebe dich ins Weltallweben,und du wirst immer reicher leben.Aber auch dem „Lachen“ werden manche Strophen gewidmet, (Band I, S. 38f.), indem W. Teichmann in der Gestalt des lächelnden Buddha eine urtiefe Lebensweisheit erkennt. Die letzte Strophe sei hier als Kostprobe zitiert:Wie im Kleinen, so im Großen,Glück und Schmerzen, Lust und Leid,wie die Dinge sich auch stoßen –Buddha lacht die ganze Zeit.Wahre Philosophie des Lebens im Zustand des Pilgers, der status viatoris, tiefe religiöse Gesinnung und auch spürbare Anbindung an die Kernaussagen der Logotherapie von Frankl charakterisieren die Dichtungen von Wendelin Teichmann. Spricht Frankl von der „kopernikanischen Wende“ der Sinnfrage, – nicht wir sind die Fragenden, sondern wir sind die vom Leben Befragten, – so dichtet Teichmann in ähnlicher Weise, wenn er sich z.B. in vier Zeilen (Band I, S, 80), so ausdrückt: „Schwere Last hab’ ich zu tragen, / doch ich bin es schon gewohnt, / und es ist auch nicht zu fragen, / ob sich alles wohl gelohnt.“ – Ja, könnte man ergänzen, denn nicht auf das Fragen kommt es an, sondern auf die Entscheidungen, die man angesichts von allerlei Bedingungen und Bedingtheiten trifft und somit seine Antworten, durch Tat, gibt.Wunderschön formuliert findet der Rezensent den Ausdruck „Erde-Himmel-Gegenwart“ (Band I, S. 132) mit Bezug auf das Hören der Gran Partita (B-Dur KV 361) von W. A. Mozart. Die durch die Musik inspirierten Dichtungen – mit Bezug auf die „alte Musik“, auf Telemann, Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Schubert, Mendelssohn-Bartholdy – sowie aus der Hörerfahrung gewonnenen Empfindungen sind überhaupt, wenn hier der Rezensent sich eine sehr subjektive Meinung erlauben darf, vortrefflich in Worten gegossen. Wer nicht nur Band I, sondern auch die hier nur angedeuteten Dichtungen aus Band II – „Durch Raum und Zeit, in der Natur / in Kulturlandschaften“ – auf sich wirken lässt, wird reichlich beschenkt. Die Seele beginnt mitzuvibrieren und man taucht ein in Sphären der Empfindung, in denen besondere Schönheiten, Bewältigung des Schicksalhaften, Ermutigung zur Erwanderung des eigenen Lebensweges, Staunen über die geistige Fügung und Dankbarkeit für das Empfangene erlebbar werden. Wir haben hier mit Nahrung für die Seele zu tun. Ob es dem Autor gelungen ist, eine Art „philosophia perennis“ in rhythmischer Rede einzufangen? Beurteile jeder Leser selbst. Der Rezensent kann nur wärmstens diese „Sinnfunken-Dichtungen“ zur meditativen Lektüre empfehlen.(Rezension: Otto Zsok)
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