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EAN 9783862051328
Okinawa: Die letzte Schlacht des Zweiten Weltkriegs. Vorgeschichte, Verlauf und Folgen
Okinawa | Die letzte Schlacht des Zweiten Weltkriegs. Vorgeschichte, Verlauf und Folgen | Rothacher
Bewertungen & Erfahrungen
4,5 von 5,0
6 Bewertungen
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Redaktion06.08.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Produkt ist eine faszinierende und sehr informative Darstellung der Geschichte des Ryukyu, die ich wirklich begeistert hat. Die Qualität und der Inhalt sind hervorragend.
Redaktion06.08.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Produkt ist eine faszinierende und gut recherchierte Darstellung der Geschichte des Ryukyu, ich bin wirklich begeistert von der Qualität der Informationen.
Die Kämpfe um Okinawa gegen Ende des 2. Weltkrieges stellten jedoch den schwersten Einschnitt in die Geschichte Okinawas dar. Rothacher hat diese Phase in einer historisch wenig beachteten Region in den Fokus seiner Forschung gestellt. Die psychische Belastung der Soldaten beider Seiten thematisiert Rothacher in diesem Zusammenhang anschaulich. Diese Abstumpfung ging mit von japanischen wie auch amerikanischen Kampfbeteiligten verübten Kriegsverbrechen an Gegnern einher. Mit dem Sieg der US-Truppen wurden Männer zur unbezahlten Arbeit für die Militärs verpflichtet, Frauen hatten auf Feldern die Ernährung der Besatzer zu sichern oder mussten in Militärbordellen für den Lebensunterhalt ihrer Kinder sorgen. Während die Burg der früheren Hauptstadt Shuri zu Straßenschotter verarbeitet und national-religiöse Kulturgüter zerstört waren, herrschte auf Okinawa nunmehr die Rassendiskriminierung durch die US-Besatzer. Im Gegensatz zu kriegsverherrlichenden Schilderungen jener Kämpfe, machen die Vielschichtigkeit seiner Untersuchungen, die Informationsfülle und letztlich auch seine farbige Sprache das Buch zu einer empfehlenswerten Lektüre.
Fuer Deutschland war am 8; und 9. Mai 1945 der Schiesskrieg vorbei, entsprechend gering ist das oeffentliche Interesse am gnadenlos gefuehrten Landkrieg im Pazifik, der noch laenger dauerte. Der Band beschreibt sehr gut das nahezu idyllische, wenngleich wirtschaftlich zurueckgebliebene Inselparadies von Okinawa, seinen verheerenden ploetzlichen militaerischen Bedeutungszuwachs 1944, den Bau der enormen unterirdischen Befestigungsanlagen, sowie die massive US Invasion mit ihrer brutalen asymetrischen Kriegsfuehrung, die weder japaniasche Kriegsgefangene schonte noch die Zivilbevoelkerung und die alte Inselzivilisation - Tempel, Kunstwerke, Burgen und Gaerten - ruecksichtslos zerbombte, verbrannte und was uebrig blieb, pluenderte. Es war sicher schwierig, das ganze Grauen und die rassistischen Massenmorde der US Amerikaner in Worte zu fassen. Doch auch die japanische Kriegsfuehrung war ebenfalls ruecksichtslos und irrational bis zum bitteren Ende. Heute ist Okinawa zwar eine tropisch-entspannte Ferieninsel, die viele Subventionsprojekte aus Tokyo im Gegenzug fuer die vielen US Stuetzpunkte bekommt. Doch seine traurige Vergangeheit bleibt weitgehend verdraengt. Dies ist das erste Buch in deutscher Sprache, das nach mehr als 70 Jahren das tragische Thema sachlich und nuechtern anspricht.
So ist mein Resultat nach der Lektüre.Der Autor findet sehr eindringliche Bilder für eine der härtesten, blutigsten und wahnsinnigsten Schlachten der Geschichte. Wie hunderte Kamikaze auf die US-Flotte niederging. Wie die Amerikaner Hunderte Kilo Granaten pro japanischen Verteidiger niedergehen ließen und doch nur wenig gegen das geradezu genial ausgebaute Verteidigungssystem ausrichteten. Wie sie die Stellungen der Japaner am Ende mit Flamenwerferpanzern, Napalm und Sprengladungen ausräucherten. Wie die Japaner im strömenden Regen den Rückzug nach Süden antraten. Die Verwundeten kriechend versuchten zu fliehen. Die Alkohol benebelten Lagersitzungen der Japaner. Wo man sinnlose Gegenoffensiven plante, die den Amerikaner sehr viel mehr nutzten, denn so kamen die Japaner freiwillig aus den Stellungen. Und das unsagbare Leid der Zivilbevölkerung.Alles in allen fällt der Autor aber ein gutes Urteil über die japanische Generalität. Aus seiner Sicht war die Schlacht auch strategisch für die Japaner nicht sinnlos und taktisch gut geführt. Wäre man nicht zweimal der Versuchung erlegen, denn schrecklichen Alltag in den Höhlen durch Gegenoffensiven zu entkommen. Ganz anders sein Bild der US-Amerikaner, besonders General Buckner hat es ihm im negativen angetan. Was dem Buch sehr schadet, ist der ständige antiamerikanische Beigeschmack. Die amerikanischen Soldaten werden oft als richtige Monster dargestellt. US-Präsident Roosevelt wird als gerade zu dämonische Figur gezeichnet. Der Autor unterstellt Roosevelt auch vom Angriff auf Pearl Habor gewusst zu haben. Was nachweislich falsch ist. Ebenfalls schwingt die Behauptung mit, die den Amerikaner hätten einen rassistischen, geradezu genezoiden Vernichtungskrieg gegen die Japaner geführt. Der Krieg der Amerikaner war sicher hart und brutal. Doch der mitschwingende Vergleich mit dem deutschen Vernichtungskrieg im Osten ist falsch. Immerhin muss der Autor auch einräumen, dass die Zivilisten, die die Amerikaner aufgriffen, zu essen bekamen und medizinisch versorgt wurden. Auch, wenn es zu schlimmen Übergriffen, vor allem gegen die Frauen kam. Dass er die Internierungslager für die Zivilisten Konzentrationslager nennt, ist auch mehr als eigenwillig.Sehr lobend ist und interessant ist seine Beschreibung des Vorkriegs und auch den Nachkriegs Okinawas. Wenn auch da sehr viel Antiamerikanismus mitschwingt.Seine letzte Bemerkung zur deutschen Erinnerungskultur ist aber wieder sehr entbehrlich. Und ich bin sicher kein linksgrüner Gutmensch. Aber die Übergriffe der Amerikaner, die Ermordung von Zivilisten und Gefangenen, der Bombenkrieg machen die brutalen, verbrecherischen Angriffskriege der Japaner und Deutschen nicht gleichwertig mit dem Krieg der Amerikaner.
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Letzte Aktualisierung: 08.10.2026 14:22 Uhr.