Im Mittelpunkt der Handlung steht hier die ins 14. Jhdt. v. Chr. verlegte Legende um die altbiblische Figur des Mose(s), Thotmes genannt. Im Roman fungiert Prinz Thotmes fiktiv als „Lieblingsbruder“ von Amenhotep (Amenophis IV., später Echnaton), dem zweitältesten Sohn und Nachfolger von Amenophis III..Als ein weiterer Sohn von Amenophis III. wird Semenchkare wiederholt erwähnt, dessen Existenz in der Geschichtsschreibung aber sehr umstritten ist. Er war eher ein Sohn und der Nachfolger von Echnaton mit einer Nebenfrau (z.B. Kija=Kiju=Taduchepa?) oder sogar identisch mit seiner Hauptfrau Nofretete.Eje war eigentlich nicht ein Bruder von Amenophis III., sondern wahrscheinlich ein Bruder der Teje, seiner großen königlichen Gemahlin - nicht ihr Liebhaber - zugleich aber der (Zieh-) Vater von Nofretete.Der überstürzte religiöse Umbruch zum ersten Monotheismus (Atonkult) der Geschichte mit Entmachtung der größenwahnsinnigen Priesterschaft des Amun begann schon unter Amenophis III. und wurde von Nachfolger, Echnaton, vorübergehend auf die Spitze getrieben, ohne das Volk hinreichend mitzunehmen.Semenchkares Nachfolger wurde der sagenhafte, aber unbedeutende Tutanch-aton(-amun), der allerdings, DNA-analytisch nachgewiesen, ein Sohn von Echnaton mit einer seiner Schwestern (Nebet-tha?) war. Er wurde bereits als ca. 9-jähriger Junge Pharao, verlegte seinen Hof nach Memphis und herrschte nicht in Theben. Vormundschaftlich übernimmt im Roman Thotmes die Regentschaft des Kindkönigs, die in historischer Wirklichkeit aber sein Großonkel Eje antrat. Im vorliegenden Buch gehört seine Großmutter Teje immer noch mit zu den Entscheidungsträgern, obwohl sie, bezeugt, eigentlich schon während der Regierungszeit seines Vaters Echnaton bereits einige Jahre vorher verstorben war, was auch für seine Stiefmutter Nofretete gelten dürfte.Als Nachfolger von Tutanchamun, der nicht einmal 20 Jahre alt wurde, bestieg schließlich Eje/Aja II. für ein paar wenige Jahre den Pharaonenthron, der Thotmes entmachtete und den Amun-Kult wieder zuließ. Nach Ejes Tod usurpierte Haremhab, der Oberbefehlshaber aller Truppen, das Königsamt und rechtfertigte das u.a. mit der Heirat einer mutmaßlichen Schwester (nicht Tochter!) von Nofretete.In der weiteren Handlung des Romans wendet sich Thotmes auf militärischen Druck von Haremhab allmählich vom Atonkult ab und als Anführer der Habiru (Apiru, Hebräer, Israeliten) dem auch monotheistischen Tanach zu, womit der Autor, durchaus elegant, die Rückführung der fiktiven Handlung von Thotmes zur biblischen Figur des Moses mit dem Exodus herstellt.In schriftstellerischer Freiheit werden in diesem Buch viele bedeutende bezeugte Persönlichkeiten jener Zeit in die Handlung aufgenommen, aber chronologisch und genealogisch in verfremdete Personen umgewandelt, was der Spannung und dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tut – insgesamt sehr lesenswert.