Die Aufmachung des Buches ist sehr kindgerecht. Bereits der Einband wirkt besonders wertig, da er nicht aus dem gewöhnlichen, glatten Material produziert wurde und so viel griffiger wirkt.Die Zeichnungen auf dem Buchcover, sowie auch im Innenteil empfinde ich als sehr ansprechend. Vor allem die Personifikation der Pflanzen als Menschen mit Augen und Körperteilen finde ich sehr gelungen.Die Farbgestaltung gefällt mir sehr gut. Alle Seiten sind zwar bunt aber es wurden keine zu knalligen Farben gewählt, so dass das Buch zwar gut gefüllt wirkt, aber einen nicht erschlägt.Besonders toll finde ich, dass ich bei jedem neuen durchblättern immer wieder neue Elemente entdecke.Die Sprache bzw. der Schreibstil gefällt mir sehr gut und ist auch für jüngere Kinder verständlich.Vor allem wie die Pflanzen sich selber vorstellen und ihre besonderen Merkmale über sich erzählen, gefällt mir sehr gut. Direkt im Anschluss erfährt man was der Mensch aus dieser Kenntnis gewonnen hat und welche Erfindungen daraus resultiert sind.Das Thema des Buches finde ich sehr interessant, denn aus der Natur zu lernen ist das Beste was wir Menschen machen können. Gerade in der Natur sind viele Wunder zu finden und fast alles in der Natur hat seinen Sinn: wie es wächst, wo es wächst, welche Ansprüche die Pflanzen haben…
Ich finde den Themenschwerpunkt des Buches sehr spannend gewählt. Auf diese Weise kann sicher das ein oder andere Kind noch für Pflanzen begeistert werden.Ein Vorwort weckt bereits die Neugier der Kinder und ist angemessen kurz gehalten. Die Infotexte sind aus Sicht der Pflanze geschrieben was das Thema deutlich zugänglicher und persönlicher macht. Dies wird nochmal dadurch unterstützt, dass einige Infotexte in Sprechblasen stehen.Das Besondere an diesem Buch sind für mich jedoch die Illustrationen. Sie sind modern und zeichnen sich durch viel Kreativität, Detailverliebtheit und Intelligenz aus. Zudem sind sie sehr farbenfroh mit unterschiedlichen Farbschwerpunkten und -kombinationen pro Doppelseite. Auch von den Farben abgesehen ist die Seitengestaltung sehr abwechslungsreich. Jede Seite zeigt neue gestalterische Ideen, wodurch es nicht langweilig wird. Zudem passen die Illustrationen inhaltlich sehr gut zu den Infotexten und bilden daher eine optimale Vertiefung des Gelesenen.Die Infotexte sind gut geschrieben und halten das Interesse des Lesers. Es gibt viele spannende Infos in dem Buch - für Groß und Klein. Das Buch eignet sich sehr gut zum mehrmaligen Lesen und Betrachten und durch ein Register auch zum Nachschlagen.
Dass wir Menschen unsere Inspiration aus der Natur beziehen, ist klar. Spätestens nach der Lektüre des im vergangenen Jahr bei Seemann erschienenen Kinderbuchs „Von Ameise bis Wombat – Tierisch geniale Bautricks für unsere Zukunft“. Mit „Geniale Powerpflanzen – Vorbilder für unsere Zukunft“ liegt jetzt quasi der florale Nachfolger vor. Bloß das Autoren-Illustratoren-Duo hat gewechselt, jetzt nehmen uns Clive Gifford und Gosia Herba zusammen mit Steppenhexe Kali mit auf die Reise in die Pflanzenwelt. Und das macht fast noch mehr Spaß.Das Buch ist in sechs Überkategorien eingeteilt und zeigt Vorbilder und Inspiration zu Strukturen, Robotik, Energie, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Materialien, die in der faszinierenden Welt der Blumen, Bäume und anderen Pflanzen zu finden sind. Wusstet ihr beispielsweise, dass Pomelos einen eingebauten Stoßdämpfer haben, um Stürze von bis zu 15 Meter hohen Bäumen abzufedern? Dass Forscher:innen in Singapur Roboterarme an ein Fangblatt einer Venusfliegenfalle gebunden haben, damit dieser schneller zugreifen kann? Oder sie versuchen, aus dem Blatt des Madagaskar-Immergrüns ein Leukämie-Mittel für Kinder zu entwickeln?All diese und noch viele, viele weitere Themen werden in diesem Kinderbuch ab fünf Jahren behandelt. Ob man den Vorgänger nun kennt oder nicht, spielt keine Rolle. Hier wurde lediglich das Quiz am Ende des Buchs vermisst. Der Illustrationsstil von Gosia Herba ist dem von Yeji Yun sehr ähnlich, die beiden Bücher haben also trotz des unterschiedlichen Teams einen klaren Wiedererkennungswert. Und einen hohen Spaßfaktor, schließlich gucken alle Pflanzen total fröhlich aus der Wäsche und auf fast allen Seiten gibt es etwas zu entdecken und zu lachen.Die Lieblingskapitel im Haus sind die Klette, die das Prinzip des Klettverschlusses wunderbar erklären, der maisterhafte (sic!) Mais, aus dem nicht nur Essen, sondern auch schnell abbaubares Geschirr gewonnen wird, und natürlich der mega-stinkende Titanenwurz. Aber auch die Steppenhexe, bekannt aus Wild-West-Filmen, deren Tumbleweed-Struktur als Inspiration für den nächsten Mars-Rover dienen kann. Und von da, ist es nicht mehr weit bis zum Star Wars-Liebling BB-8. Tierisch gut, ääh, nee, natürlich pflanztastisch, oder?