Wow. Auch in seinem 11. Fall ist Dave Robicheaux eine Instanz an dem sich andere Krimi-Autoren die Zähne ausbeissen. Ich weiss nicht, was Menschen an Hercule Poirot, Maigret oder Brunetti gut finden, wenn es Dave Robicheaux zum Lesen gibt. James Lee Burke gelingt es mit feinen Pinselstrichen ein wunderschönes Louisiana aufleben zu lassen, um gleich im nächsten Absatz zu erwähnen, dass Erdölabfälle zu entsorgen, nicht zur Umweltverschandelung in Louisiana gilt. Man lädt das Gift einfach bei armen, "dummen" Schwarzen und Indianern ab. Wenn Robicheaux mit seinem Sidekick Clete Purcel etwas isst, kriegt man grade Hunger drauf. Noch spannender wird der Roman, wem man eine Autoverfolgungsjagd durch den Staat mit Google Maps verfolgt. Oder warum Bill Clinton aus politischem Kalkül, einen lobatomisierten Mörder zum Tod verurteilt. Dessen letzter Wunsch, seinen Nachtisch Pecan Pie, nach erfolgter Prozedur zu essen, weisen schon auf seinen Geisteszustand hin. Das alles kann man in der englischen Wikipedia nachlesen und das Grauen über die Todesstrafe oder Bill Clinton lässt einen nie mehr los. Dave Robicheuaux ist noch ein aufrechter Mensch, der seinen Weg gegen Korruption und Staatsgewalt unbeirrbar weiter geht und das vor Snowdon, Assange oder Thunberg. James Lee Burke hat es immer noch drauf, auf das Unrecht in der Welt hinzuweisen, Seine Dialoge sind Meisterwerke der Auslassung, nur intuitiv oder im Verlauf der weiteren Handlung zu verfolgen. Denn wenn einer wie Dave Robicheaux seinen Weg geht, gibt es Kolleteralschäden, die aber vertretbar sind, im Gegensatz zu dem, was die Staatsgewalt anrichtet. Wieder ein sehr guter Robicheaux, der trotz seiner 435 Seiten viel zu kurz ist. Zum Glück, übersetzt der Pendragon Verlag seine Meisterwerke weiter und der fantastische Schriftsteller James Lee Burke schreibt auch im hohen Alter und weilt immer noch unter uns. Man kann mit diesem Roman sogar ins Robicheaux Universum einsteigen und wer dann nicht süchtig nach mehr Robicheaux wird, kann bei Sherlock Holmes (gähn!) bleiben. Aber jeder Robicheaux Roman ist die Quintessenz eines sehr guten Kriminalromans und eine Instanz! Lesen, Lesen, Lesen!!!
Liest man den Klappentext von James Lee Burkes Straße ins Nichts, so glaubt man den Mesias der amerikanischen Thriller Literatur vor sich zu haben, da alle dort abgedruckten Zitate ihn über die bekannten Maße loben. Und wirklich der Roman ist sehr spannend und zeichnet die Charaktere der wenigen Hauptpersonen sehr detailliert - rundrum ein Buch welches man empfehlen kann. Dennoch bin ich bei weitem nicht so überschwenglich, wie die Rezensienten zuvor. Und dies hat mehrere Gründe. An einigen Stellen wirkt das Buch, als ob es eine Millieustudie in Louisiana wäre, ohne jedoch wirklich authentisch herüberzukommen. Die beiden Hauptfiguren sind Teilweise doch stark überzeichnet (Cletus der ewige Säufer und Raufbold). Da schafft es Rankin mit Rebus doch besser ein lebensecht wirkendes Bild zu vermitteln. Zudem habe ich trotz der gesamten düsteren Stimmung des Buches nie ein beklemmendes Gefühl verspürt. Die emmotionale Einbindung des Lesers ist nicht son stark wie z.B. bei Grishams "Die Kammer". Schließlich ist das Ende dieses Buches schon im Laufe des Romans schon ziemlich vorhersagbar. Fans von überraschenden Finalen werden schon entäuscht sein.Diese angefürten Gründe sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Buch ein wirklich netter Zeitvertreib ist - nicht überragend zwar, aber dennoch besser als der Durschnitt der meisten Bücher.