Es steht mir nicht zu, einen Mann zu verurteilen, der in einer Zeit lebte, die nur derjenige verinnerlichen kann, der dabei war. Heute gibt so mancher Leser ein vernichtendes Urteil über Menschen ab, die damals unter unglaublichen psychischen und physischen Strapazen Frontdienst leisten und viele ihr Leben lassen mussten. Haben diese Leser jemals einen Fahneneid geleistet und in einer Armee gedient? Und ich meine nicht die Bundeswehr, die ihre Kasernen und Munitionsbunker vom Wachschutz bewachen lässt und Kindertagesstätten auf dem Kasernengelände platziert. Haben sie jemals vor der Entscheidung gestanden, einen Befehl nicht auszuführen und dann erschossen zu werden? Es wurden und werden heute immer noch Pauschalurteile über die Wehrmacht und Waffengattungen wie der Waffen-SS gemacht. Werden auch die anderen Kriegsparteien dabei betrachtet? Nein, der deutsche Soldat wird verteufelt, was Alliierte und die Rote Armee auch taten.Bis ich das Buch von Kurt Meyer las, hatte ich von der Waffen-SS auch eine ganz andere Meinung, weil diese Welt von Halbwahrheiten lebt. „Was in Deutschland politisch korrekt ist, entscheiden im allgemeinen die Medien.“ – Satz von Prof. Dr. Franz W. Seidler aus dem Buch „Verbrechen an der Wehrmacht“. Bis heute bleiben die deutschen Soldaten ungehört. Sie sind ein Tabu-Thema geblieben.Dieses Buch beschreibt den Kampf von deutschen Soldaten an verschiedenen Fronten. Dabei sind die Erlebnisse an der Ost- und Invasionsfront sehr intensiv dargestellt. Der Tod ist ständiger Begleiter und die Verrohung steigt auf allen Seiten. Erschütternd ist, wie im und nach dem Krieg die Alliierten mit deutschen Soldaten umgegangen sind (mein Vater war in britischer Kriegsgefangenschaft bis 14. Mai 1948, auch dort wurde gegen die Abkommen Haag/Genf verstoßen). In der Haager Landkriegsordnung, die auch Zaren-Russland unterschrieben hat und die die Sowjetunion als Nachfolger ablehnte, sind schon umfangreiche Regelungen enthalten, die das Genfer Abkommen nochmals untersetzt. Ein Teil des Genfer Abkommens „Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der Heere im Felde“ hat auch Sowjetrussland ratifiziert. Von den Alliierten und deren Verbündete (50 Staaten) und den Dreimächtestaaten und Verbündete (12 Staaten) haben die meisten kriegsführenden Staaten das Genfer Abkommen „Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen“ ratifiziert.Wie kann es dann dazu kommen, dass US-Amerikaner, Briten, Franzosen, Kanadier u.a. dagegen verstoßen haben? Wie kann es sein, dass der Sieger „Gesetze“ erlässt, um den Verlierer in jedem Falle zu verurteilen? Wie kann es sein, dass erwiesene Kriegsverbrechen an deutschen Soldaten und der Zivilbevölkerung durch die Rote Armee und den Alliierten nicht bestraft wurden?Kurt Meyer hatte zu Beginn des Krieges mit Sowjetrussland (22. Juni 1941) am 30. Juni 1941 130 deutsche Kriegsgefangene entdeckt, die bestialisch hingerichtet wurden. Und das nach 8 Tagen nach Kriegsbeginn. Da war der „totale“ Krieg von Hitler noch nicht entfesselt worden. Dazu sollte der interessierte Leser das Buch von Prof. Dr. Franz W. Seidler „Verbrechen an der Wehrmacht – Kriegsgreuel der Roten Armee“ lesen. Allein die Bilder sprechen eine deutliche Sprache. Entsetzlich, grausam und unbeschreiblich, was deutsche Soldaten erleiden mussten. Keines dieser Kriegsverbrechen wurde je gesühnt.Das Buch von Kurt Meyer ist eine Mischung von Kriegstagebuch und spannenden Kriegshandlungen.Kurt Meyer, ein Soldat, der immer in vorderster Reihe stand und nie mehr von seinen Kameraden verlangte, dass er selbst zu geben bereit war. Auch er war ,wie viele andere Befehlsempfänger!Erschüttert hat mich, wie mit diesem Mann umgegangen wurde. Wie er seinen Prozess beschrieb, der eine Farce war. Wie zwei Zeugen benannt werden, bei dem der eine unauffindbar ist und der andere mehrmals zur selben Sache verhört wurde und immer andere Geschichten erfand. Entlastungszeugen, die Kurt Meyer aufgerufen hatte und auf einmal nicht mehr auffindbar waren, aber nach Prozessende auftauchten, haben diesen Mann ins Gefängnis gebracht. Es gab keinerlei Beweise, die Kurt Meyer nachgewiesen werden konnten. Der Richter Generalmajor Vokes, der die 4. Kanadische Panzerdivision in der Normandie befehligte, war der direkte Gegner von Generalmajor Kurt Meyer. Das sagt wohl Vieles aus. Vokes hätte sich selbst verurteilen müssen.Auch das sich die BRD so wenig um dessen Frau und ihre 5 Kinder kümmerte ist erbärmlich und unwürdig, wie für viele ähnliche Fälle. Das diese Themen bis heute nicht aufgearbeitet werden, ist nicht zu verstehen. Der deutsche Soldat wird immer noch als „Bestie“ dargestellt. Die deutschen Soldaten waren Menschen, die an ihr Land glaubten und lange nicht wussten, dass sie missbraucht wurden. Sie waren es, die ihr Leben gaben und nicht die Demagogen und Schreibtischtäter. Auch mein Vater war mit 16 Jahren Freiwilliger bei der Deutschen Kriegsmarine (3. Geleitbootflottille, 22. U-Bootsjagdflottille, 10. Torpedobootflottille und zum Ende im Festungsbataillon 907 Genua), wie auch mein Onkel auf S26 (1. Schnellbootflottille im Schwarzen Meer) ein 16-jähriger war, die einmal an ihr Land glaubten. Das waren genauso wenig Kriegsverbrecher wie viele andere deutsche Soldaten auch. Gebt diesen Soldaten die Möglichkeit, ihre Perspektive zu schildern. Denn bisher ist es oft nur die Sicht der Sieger.Auch Kurt Meyer wollte nie wieder einen Krieg erleben müssen.Ich bin sehr zufrieden, dass mir ein Krieg bisher erspart blieb. Möge es für immer so bleiben.„Genadiere“ - ein Buch, dass ein anderes Bild von der Waffen-SS vermittelt und heute noch sehr nachdenklich macht, denn Nachdenken sollte ein jeder, bevor er ein Urteil darüber abgibt.… Fahrt ihr nach Süden übers Meer – Was ist aus uns geworden!