Die Kinder stammen aus verschiedenen Ländern und verbringen ihre Sommer gemeinsam auf einer griechischen Insel. Während ihre Eltern als Archäologen arbeiten, übernimmt die kleine Gruppe ihr eigenes Universum, das vom Grabungsgelände bis in eine felsige kleine Bucht reicht. In ihren griechischen Sommern verschwindet die übrige Welt. Auf der Insel werfen die Kinder ihre städtische Haut ab, wie Eidechsen, die nur in der warmen Jahreszeit aktiv sind. In vertrauter Umgebung können sie jemand anderes sein, in einen anderen Körper schlüpfen. Nur hier sind sie einzigartig. Unter ihrem circa 10-jährigen Anführer Niso entwickeln sie eine eigene Sprache; den auf „griechische“ Art abgekürzten Vornamen trägt man auf der Insel wie einen Ehrentitel. Das beinahe archaische Leben ohne Einmischung der Eltern besteht u. a. aus hemmungslosem Lesen quer durch alle Genres, aus Schwimmen und Tauchen in der Bucht. Schon als Kleinkinder helfen die älteren Kinder bei der Reinigung und Zuordnung ausgegrabener Tonscherben. Welchen Beruf sollte jemand mit so offensichtlichem Talent für diese Arbeit wie Niso einmal ergreifen, wenn nicht ebenfalls Archäologe?Zugleich mit der nahenden Pubertät des tonangebenden Niso endet der paradiesische Zustand. Irgendeine Behörde ordnet an, dass Familienangehörige der Archäologen auf dem Grabungsgelände weder wohnen noch mitarbeiten dürfen. Mit dem Eindringen des Tourismus, seiner Discos und Surfbretter in die Bucht wird die kleine Gruppe den magischen Ort ihrer Kindheit verlieren – nur ahnen die Kinder das in diesem Moment noch nicht. Am Ende ihres letzten Sommers verstreuen sie sich in ihre Heimatländer, entwickeln von nun an eine merkwürdige Sprachlosigkeit untereinander, als hätten sie nur in der kleinen Bucht auf Kreta wirklich gelebt.Wer hätte mit 10 Jahren seine Sommer nicht gern in vertrauter Clique gemeinsam am Meer verbracht! Ein melancholischer, stimmungsvoller Coming-of-Age-Roman, der an die Kindheit von Gerald und Lawrence Durrell in Griechenland erinnert.
Dieser Roman ist eine besondere Geschichte des Erwachsenwerdens.Eine Erzählung über eine Gruppe Kinder, die jeden Sommer auf einer griechischen Insel verbracht haben. Ihre Eltern haben dort als Archäologen gearbeitet, so dass die Kinder sich selbst überlassen haben. Was von einigen Menschen vielleicht als völlig verantwortungslos empfunden wird, bedeutet für die Kinder die absolute Freiheit. Und diese Gefühle kann beim Lesen wirklich spüren.Die Geschichte wird nicht fließend erzählt, man liest eher einzelne Momente, Situationen und Gefühle aus den erlebten Sommern. Alles sind Rückblicke, denn der Erzähler:in ist längst erwachsen.Ich mochte den Schreibstil sehr gerne. Er ist beinahe poetisch und passt für mich ehr gut zu Kindheit, Sommer und Freiheit. Gerade als Urlaubslektüre ein tolles Buch.
„Die Welt ist hier und nur hier, bebt lebendig und warm unter unseren Händen, unseren Füßen. Wir werden sie niemals verlassen.“ (Zitat Pos. 23)InhaltNeun Monate des Jahres sind sie Denis, seine Schwester Isabelle und Giacomo und leben in Belgien und Italien, doch in den drei Sommermonaten werden sie zu Niso, Evi und Zac. Jedes Jahr treffen sie einander mit anderen Kindern auf einer griechischen Insel. Auch Stella und Mikalis aus dem nahegelegenen Dorf gehören dazu. Während die Eltern als Archäologen auf dem Ausgrabungsgelände arbeiten und forschen, sind es für die Kinder Sommer in völliger Freiheit in der Natur, sonnige Tage am Meer, Entdeckungen und Abenteuer. Nie, denken sie, würde sich an ihrer Zusammengehörigkeit etwas ändern. Doch aus Kindern werden Jugendliche und Erwachsene. Was bleibt, sind Erinnerungen.Thema und GenreIn diesem Roman geht es um unbeschwerte Ferientage am Rande einer Ausgrabungsstelle auf einer griechischen Insel. Es ist eine Coming-of-Age Geschichte, welche die unbeschwerten Feriensommer der Kinder und Jugendlichen mit ihren Zukunftsträumen der Realität des nunmehrigen Erwachsenenlebens gegenüberstellt.CharaktereBesonders für Niso, Evi und Zac fühlen sich diese Sommer wie ein völlig anderes Leben an, wie das einzig richtige Leben, die Monate dazwischen mit Schule und Alltag sind in dem Augenblick vergessen, in dem sie auf der Insel ankommen. Auch die Eltern sind ungezwungener, obwohl der Ehrgeiz ihre Arbeit als Archäologen antreibt und die Suche nach dem besonderen Fundstück.Handlung und SchreibstilDie Geschichte beginnt in der frühen Kindheit der Hauptfiguren. Erzählt werden die Ereignisse, die täglichen Erlebnisse und Entdeckungen in Form von Erinnerungen. Es sind eher Einzelepisoden, nicht immer chronologisch, aber zu jeweils einem besonderen Ereignis oder Tagesablauf, unterbrochen durch Schilderungen des aktuellen Lebens, denn aus den damaligen Kindern sind längst Erwachsene geworden. Die Ich-Erzählerstimme berichtet gleichzeitig von sich als dritter Person, im Laufe der Handlung ergeben sich Hinweise, wer die täglichen Erlebnisse damals aufgeschrieben hat. Auch wenn immer nur von einer griechischen Insel die Rede ist, ist auf Grund des Namens des nahegelegenen Dorfes und der Beschreibung der Form der Insel rasch klar, dass es sich um Kreta handelt. Was auch auf Grund der Ausgrabungen stimmig ist. Die Sprache ist poetisch und fängt den Zauber sonniger Kindheitstage am Meer ein, die Geschichte selbst verliert durch die Art des Erzählens von aneinandergereihten Episoden etwas von ihrer fließenden Leichtigkeit.FazitEine Geschichte über glückliche, völlig unbeschwerte Kindheitstage auf einer griechischen Insel, nachdenkliche Erinnerungen an Freundschaft, Sommer und Meer.