Schon in den 1970-ern beschäftigte ich mich mit der Mythologie der Südseevölker, die Hinweise auf einen versunkenen Kontinent im Pazifik mehr oder weniger verfremdet enthalten. War die Osterinsel Teil dieses verschwundenen Kontinents? Stammten die ersten Siedler auf der Osterinsel von einem versunkenen Königreich weit im Westen? Retteten sie sich auf die Osterinsel? Dieser versunkene Kontinent wird für gewöhnlich „Lemuria“ genannt.Roland M. Horn legte bereits 2009 ein lesenswertes Werk über Atlantis vor: „Atlantis: Alter Mythos - Neue Beweise“. Druckfrisch erhielt ich kürzlich Horns neuestes Buch, „Lemuria/ Ein Blick auf den anderen versunkenen Kontinent“. Ich habe es mit Freude gelesen und viel Neues über Lemuria erfahren. Wieder einmal erweist Roland Horn sich als sorgsam, ja penibel genau recherchierender Schriftsteller, dessen Bücher stets in die Tiefe der behandelten Materie eintauchen und brisante Gedankenkombinationen darstellen und häufig zu neuen Gedanken anregen. „Lemuria“ von Roland M. Horn bringt frischen Wind in die Diskussion über eine versunkene Welt, die zuletzt von Ex-NASA Wissenschaftler Blumrich gründlich geführt wurde. Spannend sind Horns Gedanken zum Ursprung des menschlichen Lebens auf Planet Erde.Fazit: Eines der wichtigsten Bücher nicht nur über Lemuria, dessen Autor keine Angst vor „heißen Eisen“ hat!
LemuriaEin Blick auf den anderen versunkenen KontinentVon Roland M. HornDer bekannte Sachbuchautor Roland M. Horn beschäftigt sich seit seiner Jugendzeit mit Atlantis, jenem legendären Kontinent über den einst Platon berichtete und der im Meer versunken sein soll. Heute ist Roland M. Horn Autor von u.a. drei Büchern zu Atlantis sowie Herausgeber des Internet-Projektes „Atlantisforschung.de“. Als versierter Kenner der Materie um versunkene Kontinente legte er nun sein Buch über „Lemuria“, „… den anderen versunkenen Kontinent“, vor.Als Chefredakteur von Atlantisforschung.de fungierte der 1960 geborene Atlantis-Forscher Bernhard Beier, der am 29.01.2021 verstarb. Sowohl Bernhard Beier als auch Roland M. Horn stellen die vielfach einzeln genannten, legendären und versunkenen Kontinente Lemuria und Mu in einen direkten Zusammenhang, woraus sich beide Bezeichnungen dann zu nur einem einzigen Kontinent vereinen. Dies kommt sowohl bei Atlantisforschung.de als auch im vorliegenden Buch deutlich zum Ausdruck, wenn dies schriftlich wie folgt dargestellt wird: „Le(Mu)ria“. Im Gegensatz dazu sieht die Internet-Enzyklopädie Wikipedia auf ihren Seiten „Lemuria“ und „Mu (Kontinent)“ offenbar keine direkten Zusammenhänge.Anders augenscheinlich teilweise in der Science-Fiction. Der 1975 verstorbene amerikanische Science-Fiction-Autor Richard Sharpe Shaver benutzte nämlich die Bezeichnung Lemuria in seinen Erzählungen beispielsweise als vorzeitlichen Namen des Planeten Erde. Allerdings benutzte er dafür gleichermaßen auch die Begriffe „Mu“ und „Pan“. Damit zog er ebenfalls (ob bewusst oder unbewusst mag dahingestellt bleiben) einen (zumindest scheinbaren) Zusammenhang zwischen Lemuria und Mu.Roland M. Horn belegt in seinem Buch allerdings, dass der Begriff „Lemuria“ offensichtlich erst im 19. Jahrhundert entstand und 1864 von Philip Lutley Sclater eingeführt wurde. Sclater war Zoologe und vermutete in Lemuria einen Kontinent, der Indien mit Afrika, insbesondere Madagaskar, in Form einer sogenannten Landbrücke verbunden hat. Damit wurde er einer der Hauptvertreter dieser Theorie. Sie stützte sich auf frappierend ähnliche Primatenfossilien in Indien und auf Madagaskar. Die Halbaffenart der Lemuren dürfte bei der Namensfindung vielleicht Pate gestanden haben. Sclaters Theorie hierzu wurde von ihm 1864 im „Quarterly Journal of Science“ veröffentlicht. Unter diesen Umständen hätte Lemuria im Indischen Ozean gelegen. Währenddessen wird der Kontinent Mu allgemein in dem Pazifischen Ozean angenommen. Ein Widerspruch zu der Annahme, dass Lemuria und Mu ein und derselbe Kontinent waren?Zu Anfang stellt der Autor die Frage: „Ist die alternativ-prähistorische Beschäftigung mit Le(Mu)ria sinnvoll?“ In seiner vierseitigen Analyse dieser Frage kommt Roland M. Horn zu dem Schluss: „Wir können folglich konstatieren, dass es tatsächlich einen ‚Anfangsverdacht‘ gibt, der die Suche nach Lemuria rechtfertigt.“ Und auf dieser Suche können Sie den Autor im Verlauf des Buches begleiten. Wird sie zum Ziel führen und am Ende das Rätsel um Lemuria und Mu lösen?Auffallend ist, dass sich Roland M. Horn vielfach auch auf die Arbeiten seines verstorbenen Kollegen Bernhard Beier stützt, der ja als Chefredakteur bei Atlantisforschung.de tätig war und daher auch einen entscheidenden Beitrag zur Lemuria-Forschung beisteuerte.Eine größere Anzahl historischer Überlieferungen und Legenden stammt aus dem indischen Raum. Und auch um Sri Lanka herum sollen sich demnach Landmassen befunden haben. Im Jahr 2002 wurde die sogenannte Adams Bridge entdeckt. Dabei handelt es sich um eine Struktur im Meer, die eventuell sogar künstlich geschaffen wurde und einst Sri Lanka mit Indien verbunden hat. Dazu gibt es eine faszinierende Parallele im indischen Ramayana, in dem die Rede von einer Brücke ist, die Indien mit Sri Lanka verband. Der höchste Gott, Rama, selbst hat die Aufsicht über den Bau der Brücke gehabt, heißt es im Hindu-Epos Ramayana.Einer der Autoren, die ein (oder mehrere) Bücher über Atlantis geschrieben haben ist auch Otto Muck. Der lehnte alle Spekulationen über Lemuria kategorisch ab, forschte aber zu Atlantis und bildete sich eigene Hypothesen. Im vorliegenden Buch wirft der Autor Roland M. Horn die Frage auf: „Hat Otto H. Muck versehentlich Lemuria entdeckt?“ Und so gibt es laufend neue Aspekte und Fragen, die gelöst werden wollen. Auch darum sollten Sie sich schlau über das Thema machen und gute Bücher dazu lesen. Eines dieser Bücher liegt mit „Lemuria – Ein Blick auf den anderen versunkenen Kontinent“ jetzt vor.Ich will nicht zu viel verraten, doch abschließend gibt es auch noch die Frage zu klären, ob es Überreste von Lemuria vielleicht auf der Insel Mauritius gibt. Es gibt inzwischen deutliche Hinweise, dass Mauritius nicht die relativ junge Insel vulkanischen Ursprungs ist, sondern vielleicht viel älter sein könnte – vielleicht ein Überrest von Lemuria? …