Du bist und bleibst im Regen: Heimerziehung in der Diakonie in den 50er bis 70er Jahren in Oberschwaben
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Bücher EAN 9783889813640

Du bist und bleibst im Regen: Heimerziehung in der Diakonie in den 50er bis 70er Jahren in Oberschwaben

Hersteller: Wichern Verlag
3,3/5,0 (3 Bewertungen)
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Produktfakten auf einen Blick

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9783889813640
Kategorie
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Ø Bewertung
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Farbe
Silver
Gewicht
0.36 kg
Breite
17 mm
H├Âhe
208 mm
Länge
139 mm

Produktbeschreibung

Du stehst und bleibst im Regen: Heimbetreuung in der Diakonie in den 1950er bis 1970er Jahren in Oberschwaben Produkttyp: Abis Buch

Bewertungen & Erfahrungen

3,3 von 5,0
3 Bewertungen
5 ★ 1
4 ★ 1
3 ★ 0
2 ★ 0
1 ★ 1

Verteilung basiert auf 3 vorliegenden Einzelbewertungen.

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gerhard 23.07.2024 amazon.de
Sehr gutes Buch,
Schnuffi 23.07.2024 amazon.de
Das Buch bietet viele Opfergeschichten (die verstörend genug sind), aber nur wenig Zusammenfassung, und schon gar keine historisch fundierte Gesamtschau.Zum Beispiel bleiben die Biographien der "Pädagogen" (bis auf ein paar Praktikanten) völlig im Dunkeln. Hermann Stockinger, Leiter des Martinshauses und Gründer von Kleintobel, hat aber mitsamt seiner Ehfrau durchaus eine Biographie vor den 1950er Jahren. Er war HJ-Bannführer und Leiter des HJ-Schülerheims für auslandsdeutsche Schüler in Stuttgart, und als solcher mitsamt seiner Frau ein strammer Nazi. Das wird nicht einmal in einem Nebensatz erwähnt, und das ist eine unverzeihliche Auslassung. Seine "Zucht und Ordnung" hatten also deutliche Wurzeln, die aber hier nicht thematisiert werden. Wie solche Leute umstandslos Angestellte im evangelischen Bereich werden konnten, gilt es aufzuarbeiten. Für den Einsatzgruppen-Massenmörder Steimle am KI Wilhelmsdorf der Zieglerschen ist dies bereits durch R. Lächele 1995 geschehen (Steimle wurde dort angestellt, obwohl und gerade weil ihn der Staat nicht mehr haben wollte und hat dann in Wilhelmsdorf sogar Geschichte gelehrt).Um so erstaunlicher ist es angesichts der Vorgeschichte übrigens, dass Stockinger anscheinend ein durchaus begabter Lehrer war, an dessen Schule die Nazizeit nicht wie anderswo ausgespart wurde, wie in dem Buch auch erwähnt wird (und wie ich aus Erzählungen meines Vaters weiß, der in den 50er Jahren im Martinshaus Altshausen Positives über den 20. Juli 1944 hörte und darüber einen Aufsatz schrieb, der wohl sogar irgendwie preisgekrönt wurde).
Bernhard Weichel 23.07.2024 amazon.de
Von 1964 bis 1969 war ich Schüler in Martinshaus Kleintobel und habe mir daher sofort das genannte Buch bestellt. Der Untertitel manifestiert einen Anspruch auf umfassende Darstellung.Ich muss aber leider feststellen, dass dieses Buch nicht die von mir in Kleintobel erlebte Wirklichkeit darstellt. Die Pädagogik in dieser Zeit war so wie sie war und wird heutigen Maßstäben wohl nicht mehr gerecht. Ich habe Kleintobel in dieser Zeit allerdings sehr wohl als fortschrittliche Schule erlebt, die mir vieles für mein Leben mitgegeben hat. Der Titel des Artikels "Unterdrückung aus Tradition" sowie auch die Aussagen im Buch suggerieren, dass in diesen Heimen systematisch die Entwicklung der Kinder zu unselbständigen und "treuen Untertanen" betrieben worden, Neigungen und Begabungen der Kinder gezielt unterdrückt worden seien. Das entspricht nicht meinem Erleben in Kleintobel. In der Zeit von Direktor Wolfer wurde die Einrichtung stark erneuert, sowohl in den Konzepten, den baulichen Gegebenheiten wie auch in den Möglichkeiten für die Schüler. Zu meiner Zeit haben die Heimleitung und die Lehrer und Erzieher viel getan um Schüler auch individuell zu fördern. Das ist allerdings nicht in gleicher Weise aktenkundig.Aktenkundig sind ja vorzugsweise die Probleme und Problemfälle, die es ja auch gab. Ich kann die Auswahl der Biografien vor dem Hintergrund des Anspruches eine ausgewogenen Darstellung nicht so recht nachvollziehen. Hier wurden Biografien gewählt, die schon ausserhalb der Heime problematisch waren und bei denen es den Heimen nicht gelungen ist, umfassende Verbesserungen zu erreichen. Diese dürften aber nicht repräsentativ für die gesamte Arbeit in den Heimen sein.Auch wenn das Buch von den Zieglerschen selbst herausgegeben wurde, macht es die Sache für mich nicht besser. Es ist genau so einseitig wie die gerne kritisierte Einseitigkeiten in Festschriften. Das Buch hat einen Anspruch auf differenzierte Betrachtung. Im ganzen Buch habe ich nur einen Nebensatz gefunden, der auf die Situation der Lehrer und Erzieher, ihre Motivation und ihr oft überdurchschnittliches Engagement erwähnt, wenn auch nicht annähernd würdigt. Herr Wolfer wird (oft sogar nur über seinen Spitznamen) in einer Weise dargestellt, die seiner Person und seiner Lebensleistung in keiner Weise entspricht.Es ist offensichtlich so, dass es beides in den Heimen gegeben hat - positive und für das Leben hilfreiche Erfahrung und tiefes Leid. Wir leben in einer Zeit wo man nur noch über das Leid spricht, und von der Presse vorzugsweise christliche Einrichtungen mit Vorliebe zerlegt und kaputt geschrieben werden.Meines Erachtens hat das Thema mehrere Dimensionen: Eine rechtliche - die muss aber in den Gerichten stattfinden. Eine gesellschaftliche - da braucht es in der Tat den öffentlichen Diskurs solange er dazu dient, die Situationen zu verbessern. Wo aber nur der öffentliche Voyeurismus befriedigt wird, wird die Gesellschaft erneut schuldig. Ich fürchte, die Medien werden hier ihrer Verantwortung immer weniger gerecht.Die wichtigste Dimension ist allerdings die persönliche. Und die kann man nicht in der Öffentlichkeit behandeln ohne weitere Schäden zu riskieren. Letztlich kann diese Dimension nur über Vergebung bewältigt werden. Das wiederum ist DIE Botschaft und Kraft des Christentums, auch wenn das leider von anderem oft verdeckt wird. Ich erinnere mich durchaus an Vorgänge und Strafen die ich als ungerecht erlebt habe. Andrerseits haben wir Schüler den Verantwortlichen oft auch übel mitgespielt. Nur über die Vergebung kann unterbrochen werden, dass diese Dinge weiterhin Macht über unser Leben haben. Ich fürchte dazu trägt das Buch nicht so viel bei wie es könnte oder gar sollte.
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