Mark Siemons schreibt über den Essay „Zur Romantik“ von Peter Hacks in der FAZ unter dem Titel „Sachbuch Konterrevolution der Romantik“. Die folgenden Zeilen verstehen sich auch als Kommentar zur Rezension der FAZ: Man könne Peter Hacks beim besten Willen keine Schwäche nachweisen. Das führt in der FAZ aber nicht zu Lob, Siemons zerreißt den atemverschlagenden Essay „Zur Romantik“ in gewohnter, freiheitlicher Manier: ohne Argumente aber mit Nachdruck. Keinen kommunistischen Schriftsteller mögen die Linken bitte so hassen, wie Peter Hacks, so heißt Siemons erster Satz übersetzt. Der kommunistische Dichter hat den Daumen drauf, meint das, und wenn die Linken das begreifen, dann gute Nacht. So muß die FAZ ihr möglichstes tun, um noch ein paar letzte SPDler von Hacks fernzuhalten. Wenn Kunst ein Ausdruck der Gesellschaft ist, dann wird der Künstler wohl stets von der Gesellschaft vereinnahmt oder verstoßen, er bekommt Geld von ihr oder er bekommt keins. Hacks wählt das Wort Geheimdienst – warum auch nicht. Selbst hierzulande erklären Politiker öffentlich, man bewerbe/bezahle den Ai We We ob seiner (konterrevolutionären) politischen Ansichten, nicht wegen seiner „Kunst“.Die Illuminaten könnten französischem Einfluß unterlegen haben, so Hacks in seinem Aufsatz, die Rosenkreuzer gehörten dem englischen Geheimdienst. Das Goethe und Wieland Leute des Fortschritts gewesen sein sollen, das kommt den heutigen Rosenkreuzern ungelegen. So behauptet der Rezensent, diese Beweisführung sei nicht völlig stringent. Wir wünschten, die FAZ hätte sich dann zu Argumenten herabgelassen. Siemons dreht die übliche Einfalts-Leier: Geld sei einmal „böse“. (Dabei kann es sehr wohl die Verrechnungseinheit in einer fairen Leistungsgesellschaft sein, wieso denn nicht?) - Hacks meint, daß die Gesellschaft immer zahlen muß und zahlt, die wesentliche Frage ist daher, welche Ziele verfolgt die „Zahlstelle“ Staat. Und diese Ziele werden im Essay „Zur Romantik“ anschaulich. Die FAZ ist in der aufgeworfenen Frage „Definitionsarbeit am Begriff oder Pluralismus“, „Diktatur der stärksten Gruppe oder Ausgleich der Gruppeninteressen“ nicht neutral. Siemons bekommt Geld von der FAZ und andere Stimmen werden dort nicht gedruckt. Ende der Pluralität. (Andernfalls könnte man die Beiträge der FAZ im Internet doch kommentieren). Getadelt wird Hacks, weil er darauf hinweist, daß es Pluralismus in diesem Lande auch nicht gibt. Es sei ein Zauberwort und bedeute, die Macht habe hier einzig die „falsche Seite“. Diese Ansicht ist stringent, bei der FAZ aber höchst unbeliebt. Aber wieso ist sie paranoid? Hacks liefert in seinem Essay die lange gesuchte und einleuchtende Erklärung über Kleists Selbstmord. Siemons jubelt nicht, er keift. Hat er stringente Einwände? Nein, Wut. Das Paranoide an Hacks ist seine Stringenz... - Romantik. Kunst ist, was bleibt. Diese hackssche Definition ist so kurz wie anspruchsvoll. Die FAZ hört das nicht gern und verteidigt die modernen Ästhetiken. Aber der Dichter erledigt in den „Maßgaben der Kunst“ die Ästhetiken der Moderne mit jeweils nur einem einzigen, phänomenalen Satz. „Entlegenste Standpunkte“ muß er dazu nicht herbeisuchen. Er macht anschaulich, daß die „Modernen“ entlegenste Standpunkte bezogen hatten. Und seither traut sich auch keiner, diesen Unfug noch ernsthaft hervorzukramen, er bleibt in der Ecke liegen. (Wer übrigens nicht verstanden hat, was der Goethe mit Stalin zu tun hat, es ist die alte Platte der Medienbesitzer: Hacks = Stalin. Wo man sonst keinerlei Angriffsfläche hat, ist diese elende Gleichung das letzte Aufgebot. Nicht eben schön, aber es scheint noch zu ziehen. Das sollte es aber wirklich nicht! Nur weil der „Geheimdienst“, die Zahlstelle Staat, stets „Stalin“, „Mauer“ und „Biermann“ bellt, wenn man auf Hacks zu sprechen kommt, lassen die Leute doch nicht, wie die pawlowschen Hunde, die vollkommenste Kunst der dt. Nation ungelesen liegen und rennen an die romantischen Futternäpfe.) Wer mit Goethe das Klassische verteidige , der sei viel zu „grell“, „um als klassisch durchgehen zu können“ – ob Siemons weiß, was er sich da an den Hals schreibt? Wer stringenten Geist leuchten läßt, ist bei der FAZ ein Blender. Wer, wie Warhol, lieber kasperbunt herumschreit, ist ihr ein großer Künstler. Romantik. Irrationalität. Hacks zitiert den Goethe so: „Alle im Rückschreiten und in der Auflösung begriffenen Epochen sind subjektiv, dagegen haben aber alle vorschreitenden Epochen eine objektive Richtung. Unsere ganze jetzige Zeit ist eine rückschreitende, denn sie ist eine subjektive“. Dieser Satz erklärt den Siemons und unsere Staatskunst vollständig. Hacks ist immer überragend. „Zur Romantik“ aber ist ein Hauptwerk.
selbst kritiker der hackschen hetzschrift gegen die romantik betonen immer wieder wie brilliant das buch doch letztlich geschrieben sei. ich halte das für ausgemachten quatsch. die zahllosen haltlosigkeiten, die der autor über die romatik von sich gibt, werden nicht belegt, sind also schlecht nachprüfbar. seine überzeugungskraft gewinnt der autor über eine zweifelhafte rhetorik (davon versteht er etwas), die als sophistisch zu bezeichnen noch geschmeichelt wäre.teilweise musste ich über die gnadenlos naive überheblichkeit dieses schreiberlings auflachen, der sich nicht entblödet, eine liste mit den bedeutendsten persönlichkeiten der weltgeschichte nach nationen geordnet aufzustellen (dabei fallen im falle frankreichs namen wie richelieu und robbespierre!!).ganz offensichtlich sieht er sich selbst auf augenhöhe mit goethe, hegel und heine; alle anderen autoren der epoche waren romantiker, was für hacks soviel heißt, sie waren alle opiumsüchtige spinner, die für den secret service arbeiteten und nicht schreiben konnten.ich für meinen teil werde hacks, der allen ernstes in einem essay über die romantik im positiven sinne josef stalin zitiert, in zukunft meiden. das leben ist zu kurz um sich mit so einem linksfaschistischen schund herumzuärgern.