... ein Zauberflötenbuch für alle! Dieses Kunststück gelingt Maschka in seiner ebenso profunden wie unterhaltsamen Werkseinführung zu dem Opernklassiker schlechthin. Erschienen ist sie in der Reihe OPERNFÜHRER KOMPAKT, aus der ich von dem Autor bereits in gewohnter Qualität Bände zu Wagners Tristan und Beethovens Fidelio kenne.Auch in der Zauberflöte liegt die Würze in der Kürze. Ohne große Umschweife, dabei höchst informativ, wird mir hier wirklich alles geboten, was ich für einen glänzend vorbereiteten Opernbesuch brauche. Darüber hinaus jedoch führt einen der Autor mit leichter Hand hin zu einem tieferen Verständnis des Stücks - ein Glücksgriff, wenn man sich auch intensiver mit dieser Oper beschäftigen möchte (garantiert auch für Musiklehrer bzw. Schüler mit Mozart im Lehrplan, bis hin zu Studierenden, die sich wohl kaum einen komfortablen Einstieg in das sonst so schwer zu überblickende Feld wünschen können).Es beginnt mit der Vorgeschichte des Werks, wo Komponist und Librettist gemeinsam an einem Strang ziehen, um aus der damaligen Zauberoper-Mode Profit zu schlagen. Dabei führt Maschka sicher durch die Unmenge an Stoffquellen, aus denen sich die beiden ihre Zauberflöte zusammengebastelt haben. In allen Einzelheiten breitet er die Handlung aus, ergänzt durch Kurzportraits der Protagonisten, was mir einen verlässlichen Überblick verschafft hat. Auch die Geschichte des Werks rollt er anschaulich auf, von Entstehung über Uraufführung bis hin zur Rezeption, und zwar nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf Schallplatte, DVD, Malerei und Literatur bis hin zur Briefmarke (!). In Fotos, Bildern und Notenbeispielen vermittelt sich so ein lebhafter Eindruck von der ganzen Buntheit des Zauberflöten-Panoptikums. Im Zentrum jedoch steht Mozarts Musik, deren perspektivenreiche Dramaturgie von Maschka so auf den Punkt gebracht wird, dass es auch Laien Spaß macht, über Opernmusik nachzudenken.Doch auch Kenner der Oper dürften auf ihre Kosten kommen. Jenseits des Wusts an alten, teils reichlich abgenutzten Zauberflöten-Interpretationen, stößt man hier sogar auf neue, originelle Betrachtungsweisen. So würdigt der Autor etwa Assmanns bekannte These vom Einfluss des freimaurerischen Ägyptenbilds auf Mozarts Oper, zeigt aber auch eindrücklich deren Grenzen auf, indem er Sarastros Freimaurertum problematisiert: Der frauenfeindliche Priesterstaat mit seiner unmenschlichen Vernunftideologie ist demnach genau so verantwortlich für den Unfrieden in der Zauberflötenwelt wie die reaktionäre Königin der Nacht.Maschka ist meines Wissens auch der erste, der Pamina die entscheidende Rolle als Überwinderin der verkrusteten Zustände zuweist. Dabei räumt er mit einer alten Fehlinterpretation auf, die sich bis heute in Literatur und Regie gehalten hat, und der ich ebenfalls aufgesessen bin: So wird überall behauptet, dass Pamina gemeinsam mit Tamino dem Prüfungsritual ausgesetzt würde. Darauf gibt es aber im Stück selbst in der Tat keinerlei Hinweis, was natürlich ein neues Licht auf die Handlung wirft: Pamina setzt ganz aus eigenem Antrieb das menschenfeindliche Initiationsritual in Taminos Feuer- und Wasserprobe außer Kraft, indem sie sich einschaltet und ihn mithilfe der Zauberflöte rettet. Insgesamt bietet Maschka damit nicht nur eine grundlegende, werknahe Darstellung dieses musikalischen Hauptwerks, er führt seine Leser auch noch ganz nebenbei auf eine Anhöhe wissenschaftlicher Forschung, und das alles in solch knappem Rahmen - Chapeau!
... ein Zauberflötenbuch für alle! Dieses Kunststück gelingt Maschka in seiner ebenso profunden wie unterhaltsamen Werkseinführung zu dem Opernklassiker schlechthin. Erschienen ist sie in der Reihe OPERNFÜHRER KOMPAKT, aus der ich von dem Autor bereits in gewohnter Qualität Bände zu Wagners Tristan und Beethovens Fidelio kenne.Auch in der Zauberflöte liegt die Würze in der Kürze. Ohne große Umschweife, dabei höchst informativ, wird mir hier wirklich alles geboten, was ich für einen glänzend vorbereiteten Opernbesuch brauche. Darüber hinaus jedoch führt einen der Autor mit leichter Hand hin zu einem tieferen Verständnis des Stücks - ein Glücksgriff, wenn man sich auch intensiver mit dieser Oper beschäftigen möchte (garantiert auch für Musiklehrer bzw. Schüler mit Mozart im Lehrplan, bis hin zu Studierenden, die sich wohl kaum einen komfortablen Einstieg in das sonst so schwer zu überblickende Feld wünschen können).Es beginnt mit der Vorgeschichte des Werks, wo Komponist und Librettist gemeinsam an einem Strang ziehen, um aus der damaligen Zauberoper-Mode Profit zu schlagen. Dabei führt Maschka sicher durch die Unmenge an Stoffquellen, aus denen sich die beiden ihre Zauberflöte zusammengebastelt haben. In allen Einzelheiten breitet er die Handlung aus, ergänzt durch Kurzportraits der Protagonisten, was mir einen verlässlichen Überblick verschafft hat. Auch die Geschichte des Werks rollt er anschaulich auf, von Entstehung über Uraufführung bis hin zur Rezeption, und zwar nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf Schallplatte, DVD, Malerei und Literatur bis hin zur Briefmarke (!). In Fotos, Bildern und Notenbeispielen vermittelt sich so ein lebhafter Eindruck von der ganzen Buntheit des Zauberflöten-Panoptikums. Im Zentrum jedoch steht Mozarts Musik, deren perspektivenreiche Dramaturgie von Maschka so auf den Punkt gebracht wird, dass es auch Laien Spaß macht, über Opernmusik nachzudenken.Doch auch Kenner der Oper dürften auf ihre Kosten kommen. Jenseits des Wusts an alten, teils reichlich abgenutzten Zauberflöten-Interpretationen, stößt man hier sogar auf neue, originelle Betrachtungsweisen. So würdigt der Autor etwa Assmanns bekannte These vom Einfluss des freimaurerischen Ägyptenbilds auf Mozarts Oper, zeigt aber auch eindrücklich deren Grenzen auf, indem er Sarastros Freimaurertum problematisiert: Der frauenfeindliche Priesterstaat mit seiner unmenschlichen Vernunftideologie ist demnach genau so verantwortlich für den Unfrieden in der Zauberflötenwelt wie die reaktionäre Königin der Nacht.Maschka ist meines Wissens auch der erste, der Pamina die entscheidende Rolle als Überwinderin der verkrusteten Zustände zuweist. Dabei räumt er mit einer alten Fehlinterpretation auf, die sich bis heute in Literatur und Regie gehalten hat, und der ich ebenfalls aufgesessen bin: So wird überall behauptet, dass Pamina gemeinsam mit Tamino dem Prüfungsritual ausgesetzt würde. Darauf gibt es aber im Stück selbst in der Tat keinerlei Hinweis, was natürlich ein neues Licht auf die Handlung wirft: Pamina setzt ganz aus eigenem Antrieb das menschenfeindliche Initiationsritual in Taminos Feuer- und Wasserprobe außer Kraft, indem sie sich einschaltet und ihn mithilfe der Zauberflöte rettet. Insgesamt bietet Maschka damit nicht nur eine grundlegende, werknahe Darstellung dieses musikalischen Hauptwerks, er führt seine Leser auch noch ganz nebenbei auf eine Anhöhe wissenschaftlicher Forschung, und das alles in solch knappem Rahmen - Chapeau!