Die belogene Generation ist ein Klassiker des bekannten wissenschaftlichen Freiheitsdenkers Roland Baader. Er sagt, dass wir die informierteste und gleichzeitig ahnungsloseste Gesellschaft sind, die je existiert hat, und dass sich die Leute so lange so gut manipulieren lassen, weil sie am wenigsten wissen. Seine Analyse ist grundlegend, radikal und logisch. Er liefert dem mündigen Bürger das Denkwerkzeug, mit denen er sich aus den Irrtümern des Zeitgeistes und den Sichtvernebelungen des politischen Vokabulars befreien kann.In vier Kapiteln steigt Baader tief ein in die Materie des Marktes und der Freiheit. Sein Stil ist überraschend, grundlegend und mit einer messerscharfen Logik. Er räumt auf mit Mythen, mit Lügen und klärt auf, in einer Art, die selbst Kenner der österreichischen Schule der Nationalökonomie überraschen dürften. Im ersten Kapitel richtet er einen Appell an die Jugend, im zweiten deckt er auf warum niemand die Wahrheit sagt. Das dritte Kapitel ist dem Wissen gewidmet. Roland Baader sagt die einzige Waffe gegen die Lügen ist Wissen. Das vierte Kapitel ist den gängigen Lügen über den Markt und der Freiheit gewidmet.Ich möchte ein Kapitel herausnehmen, das mich besonders berührt hat, nämlich die Manchester-Legende. Wenn man heute jemanden zum „Manchester Kapitalismus“ frägt, dann kommen reflexartig Antworten, die wie folgt lauten: „Das war die Zeit der Verelendung und Ausbeutung der Arbeiter und der Beginn der Industrialisierung, die Zeit der Kinderarbeit und der rücksichtslosen Profitgier der noch unkontrollierten Unternehmer, vor allem in den industriellen Ballungszentren in England.“ Ludwig von Mises hat hierzu folgendes gesagt: „Die frühen Geschichtsschreiber des Kapitalismus haben – und man kann kaum in milderes Wort gebrauchen – die Geschichte verfälscht.“Friedrich Engels hatte die damaligen dilettantischen Machwerke dieser Zeit aus England als Grundlage für sein Buch „Die Lage der arbeitenden Klassen in England“ 1845 herangezogen. Leider konnte er seine Zeitgenossen so tief beeindrucken, dass die Schrift hundert Jahre lang in den Schulen und Universitäten Europas als Pflichtlektüre betrachtet wurde.Nach Baader handelt es sich bei diesen Legenden um fünf Großlegenden, nämlich um die grob verfälschte Darstellung der „Verelendung des Proletariats“, der „Ausbeutung der Arbeiter durch profitgierige Unternehmer“, der Kinderarbeit, der Bevölkerungsexplosion „aufgrund der Industrialisierung“, und des sogenannten „Nachtwächter-Staates“.Richtig ist, dass die einsetzende Industrialisierung das Elend nicht erzeugt, sondern sukzessive gemildert und im Laufe weniger Jahrzehnte sogar fast vollständig beseitigt hat. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hat sich aufgrund der dramatischen Beschleunigung des Bevölkerungswachstums eine massive Armut ausgebreitet. Die Bevölkerungszunahme in Mitteleuropa war dramatisch. Um 1450 lebten ca. 28 Millionen Menschen in Mitteleuropa, und um 1800 waren es rund 60 Millionen, bei einem gleichzeitigen Sinken des Reallohnes von einem Faktor 100 auf 50, d. h. die Bevölkerung ist explodiert und der Reallohn hat sich halbiert. Die Agrargesellschaft stand zu Beginn der Industrialisierung buchstäblich vor dem Massenhungertod.Mit Beginn der Industrialisierung setzte eine dramatische Umkehr ein. Zwischen 1800 und 1900 verdoppelte sich die Bevölkerung nochmals, die Reallöhne stiegen jedoch in derselben Zeit vom Faktor 50 auf 125 – und sogar auf 210 im Jahre 1925. Manchester wuchs zwischen 1750 bis 1830 von 17.000 auf 180.000 Einwohner. So entwickelte sich vor allem Manchester zu einem planlos wuchernden Moloch aus Fabriken und Elendshütten. Die Industrialisierung hat jedoch nicht das Elend geschaffen, sondern fand die Massen bitterarmer Menschen vor, die vom Land zu hunderttausenden in die Städte flüchteten. Die Industriebetriebe machten dadurch das Problem erst sichtbar. Auf dem Land wären die Menschen einfach verhungert.Auch das Thema Kinderarbeit muss im zeitlichen und situativen Kontext gesehen werden. Für Familien bedeutete es jeweils das größte Unglück, wenn ein Fabrikbesitzer die Beschäftigung von Kindern – aus welchem Grunde auch immer – ablehnte. Das Buch ist sehr zu empfehlen.
...nicht mehr und nicht weniger. Dieses Buch war vor vielen Monaten mein Einstieg in die libertäre (NICHT liberale, denn dieser Begriff ist mittlerweile von den Sozis verseucht worden) Denkweise. Ich kann dieses Buch - wie auch andere Bücher Baaders (insbesondere „Das Kapital am Pranger“, „Geld, Gold und Gottspieler“ und „Geldsozialismus“) nur wärmestens empfehlen. Ich selbst war lange Zeit in kommunistischen Kreisen zugegen, habe für sie geschrieben, war für sie auf der Straße usw. Doch irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass irgendetwas „fehle“ bzw. „noch im Argen liege“. Ich konnte es mir jedoch nie erklären und redete mir stets ein, nur noch nicht genug zu wissen, obwohl ich mich bereits intensiv mit der Lektüre von Marx, Engels, Lenin etc. auseinandergesetzt hatte. Auch die Ansätze aus den linken Kreisen konnten mich nie völlig zufriedenstellen, dennoch kämpfte ich für eine in meinen Augen „gute Sache“. Heute weiß ich, dass auch ich einst vollkommen ideologieverseuchter Propaganda aufgesessen war (und es schmerzt, mit ansehen zu müssen, wie es kompletten Jahrgängen ebenso ergeht), die auf vollkommen falschen und durch die objektive Realität wieder und wieder widerlegten Denk- und Sichtweisen basiert(e).Ich bin sehr froh darüber, diesbezüglich noch die Kurve bekommen zu haben, einer der Gründe dafür war jenes Buch von Roland Baader.Als ob es nicht genug wäre, dass der Großteil der (auch intellektuellen) Bevölkerung keinen Schimmer davon hat, was Kapitalismus wirklich ist (sprich FREIER Markt - also FREI von politischer Intervention in Wirtschaftsbelange - den wir de facto NICHT haben) und die Antipathie zuweilen im Chor kräht, ist es auch so (und das ist auch der Grund für Ersteres), dass wir bereits mit der exorbitanten linken Indoktrination, bestehend aus antikapitalistischer Polemik, Ökofanatismus u.v.m. aufwachsen und sie sowohl in den Medien als auch bereits in der Schule eingetrichtert bekommen, was ich, der selbst mehrere Jahre Lehrer an staatlichen Realschulen gewesen war, traurigerweise bestätigen kann. Dabei ist das Gegenteil von links - wie Baader völlig richtigerweise schreibt - nicht rechts und von rechts nicht links, sondern von rechts UND links eben FREIHEITLICH! Die Linken sind nicht die „Minderheit“, die gegen das bestehende System rebellieren (auch wenn sie sich selbst gerne in dieser vermeintlich edlen Rolle sehen), sondern längst die Mehrheit. Gehen Sie dafür nur einmal in eine beliebige Kneipe, auf die Straße, in Schulen oder Unis, und sprechen Sie mit jungen Menschen. In der Regel hören Sie die immer gleichen Sprechblasen, doch kann man den Adoleszenten z.T. keinen Vorwurf machen. Letzteren mache ich erst dann, wenn sie, trotz schlüssiger und absolut logischer Gegenargumentation, nicht bereit sind, bestehende Denkweisen wenigstens zu überdenken, was ein natürliches Merkmal für Wissenschaftlichkeit jeglicher Art bedeutet. Stattdessen ideologische Vereinnahmung und Verblendung, traurig, aber wahr.Die „Österreichische Schule“, zu der neben den absolut lesenswerten Schriftstellern wie Friedrich August von Hayek, Ludwig von Mises, Hans-Hermann Hoppe und Murray Rothbard auch Roland Baader gehörte, vermag es zwar, bestehende ökonomische und soziologische Denkmuster zu vernichten, aber nur, um gleichzeitig etwas Freiheitliches aufzubauen, fern von Zwang und Gewalt. So ging es mir damals zumindest und es war anfangs nicht leicht, sich nicht gerade wenig Irrtümer eingestehen zu müssen. Einen Beitrag von vielen leistete „Die belogene Generation“ des sehr bescheidenen, humorvollen, klar denkenden und leider viel zu unbekannten Roland Baader - und ich bin dankbar dafür.
Roland Baader setzt sich in dem Buch mit gängigen Meinungen auseinander und seziert sie messerscharf. Viele Ideen und Theorien, die wir für selbstverständlich und überzeugend halten, werden unter Berücksichtigung historischer und philosophischer Aspekte überprüft. Sehr lesenswert für Oberstufenschüler/innen, Studierende und Eltern, die das Gefühl haben, zu wenig über große Zusammenhänge zu wissen.