Als Rekonstruktion der 1938er Ausstellung in Düsseldorf, über sogenannte "Entartete Kunst", wird hier ein umfassender Einblick in die Denkwelt der Nazi-Mentalität gewährt, in der letztlich Rassenzugehörigkeit in ihrem definierten Umfang, entscheidend für zugelassene oder verächtete Kunst und Künstler war.Mit der Machtübernahme 1933 war so etwas wie "vorauseilender Gehorsam" bei sehr vielen Vertretern der Musikwissenschaft festzustellen, eine Selbstgleichschaltung.Bot man in feudalistischer Zeit dem Kaiser devot Gehorsam und Folgschaft an, so jetzt dem neuen Reichskanzler. Ein kaum noch nachvollziehbarer, hymnischer Personenkult wurde gerade auch künstlerisch etabliert.Die Hauptfunktionäre waren überzeugte Antisemiten und Rassisten, wie Hinkel, Ziegler, Gerigk, Rosenberg und viele andere.Gestützt dabei auch von Richard Wagners Antisemitismus, der allerdings, ohne ihn klein zu reden, kaum der entscheidende Faktor war, vielmehr des Reichskanzlers Verschwörungstheorien, die er zelebrierte bis zum Massenmord. Sein trivial selbstgebackenes Weltbild, einzig irrational, faktischer Nonsens sondergleichen, eine reine Gefühlsideologie, die jeder historisch sachlichen Analyse Hohn sprach.In der Kategorien Verfolgung, Düsseldorf 1938, NS-Kulturpolitik, Widerstand, wird ein breites Spektrum der Entwicklungen ausgeführt. Anpassung, Opportunismus, Karrierestreben, Fanatismus, Charakterlosigkeit, alle menschliche Abgründe, die eine Diktatur potenziert nach sich zieht, zeigten sich in vielen dargestellten Dokumenten, Veröffentlichungen und Stellungnahmen.Eine schwarz-weiss Perspektive, die den brutalen Gegebenheiten der Zeit nicht Rechnung trüge, ist nicht festzustellen. Ambivalenz im Handeln durch und durch im Wesentlichen dargestellt.Eindeutig die Verbandelung von Akademikern, Wissenschaftlern, Journalisten, Künstlern mit der Rassenideologie der Nazis. Kein aufgeklärtes Bildungsbürgertum, das im Vorfeld entscheidend opponierte.Deutlich auch der Treibsatz Alt-Bayreuther Mentalität mit nationalfaschistischem Gepräge, die sich zu einem pseudoreligiös-sektiererischen Chauvinismus - Kult entwickelte.Eine verordnete, rassistische Staatskunst-Ideologie, die jeder kritischen Ebene den Maulkorb anlegte, in Düsseldorf 1938 wurde dieses Konstrukt wirkungsvoll in Szene gesetzt.Wiederholung möglich? Jede nationalistisch diktatorische Formierung würde diese Ideologie auch heute wieder übernehmen, gegen die Freiheit von Kunst. Nichts fürchten Diktaturen mehr als freies Denken, auch gerade in der Kunst. Intellekt und sachlich mehrdimensionale Analyse werden verteufelt.