Ich war letzten Mittwoch in Mühlhausen zu einer sehr interessanten Lesung in der Galerie Zimmer am Stadtberg. Es las die Journalistin Claudia Götze aus ihrem zweiten Buch …Darauf hin habe ich mir nicht nur Band 2, sondern natürlich auch Band 1 besorgt.Ich möchte euch nun nicht von diesem tollen Abend sondern vom Buch erzählen …Das Buch ist mittlerweile in der 3. Auflage erschienen.Inhalt und Gliederung:================VorabBadeanstalt am LindenbühlJedem eine WohnungAn jeder Ecke eine bäckerei…38 Kapitel sind es insgesamt, die von Mühlhausen erzählen, von besonderen Traditionen, von Architektur, die es nicht mehr gibt, anders gibt oder noch immer gibt …. Aber auch von Menschen, die Mühlhausen ausmachen …Wichtige Namen und Orte usw. sind jeweils in den Texten fett gedruckt hervorgehoben. Die einzelnen Kapitel sind mit Überschrift und Unterüberschrift versehen an denen man schon erkennen bzw. herauslesen kann, um was es im Kapitel geht. Die Erklärungen zu den Fotografien sind kursiv gedruckt.Zuerst habe ich das Buch gelesen, ich kannte nicht alles, was beschrieben steht und auch an die Gegebenheiten auf den Abbildungen kann ich mich manchmal nicht mehr erinnern, mein Vater hingegen kannte alles und war absolut begeistert – was nicht heißen soll, dass ich nicht begeistert war, im Gegenteil – nur wieder anders, weil es für mich nicht nur Erinnerungen sind, sondern ab und an auch Information.In jedem Fall ist dieses Büchlein als Teil 1 einer Erinnerung zu Mühlhausen extrem detailliert, spannend, aufschlussreich, reich bebildert und von Beginn bis Ende mit dem Weißt-Du-Noch-Effekt behaftet !!! Man kann in Erinnerungen schwelgen – sich aber auch informieren über Dinge, die man nicht mehr weiß, oder die einfach aufgrund des Alters nicht im Gedächtnis sein können. In jedem Fall ist das Buch ein historisches Mühlhausen-Lexikon vom Feinsten und eignet sich – so finde ich – super als Geschenkidee für Mühlhäuser und umliegend Beheimatete und solche, die Mühlhausen und Umgebung in die Ferne verlassen haben, aber noch immer an ihrer Heimat hängen.Im Anschluss an die Geschichten, Episoden und Anekdoten ist eine Auflistung „Was war wann?“ angefügt, die im Jahr 1946 beginnt und 1990 endet.Buch in Text und Bild beschäftigt sich mit der Vielfalt des Lebens in Mühlhausen, mit der Arbeit der Menschen in der Stadt, deren Einkaufsmöglichkeiten, mit der Freizeit (Kultur) und dem Stadtbild allgemein. Die politischen Gegebenheiten werden nicht außer acht gelassen und die Autorin blickt auch kritisch in die Vergangenheit.Alles in allem hat mir das Buch sehr viel gegeben, es ist nicht ein Buch, welches man einmal liest und dann in den Schrank stellt, hier kann man immer mal wieder reinschauen, blättern, entdecken und erinnern …Leseprobe:========HICKHACK UM „ST. MARIEN“Wie die Kirche „städtisch“ wurdeDie Marienkirche ist eines der imposantesten fünfschiffigen Gotteshäuser in Deutschland. Das Gotteshaus gehört aber der Stadt Mühlhausen, obwohl die evangelische Kirchgemeinde „St. Marien“ noch existiert. 1975 verzichtete der Gemeindekirchenrat auf das Grundeigentum, das an die neu gegründete Zentrale Gedenkstätte Deutscher Bauernkrieg überging …Absolute Empfehlung !!!… und Kompliment an die Autorin, die extrem detailliert recherchiert haben muss, um ein solch tiefgründig informatives Buch zu ihrer Stadt entstehen zu lassen.