Das Buch ist wie ein intensiver Dauerlauf durch die beschriebenen Länder und Zeiten. Die schnelle Abfolge von Namen, Jahreszahlen, Orten, Handel, Religion, Kunst, britischem Landleben, Privilegien, komplexen Charakteren, Exzentrik, Romantik, Beziehungen, Ambitionen, Leidenschaften, Tragödien, Extravaganzen, Frivolitäten, Verbindungen, Affären, Egomanie, Trennungen, skurrilen Verwirrungen, Missgunst, Verunglimpfungen, Schamlosigkeiten, Moralismus, Bösartigkeiten, Streit, Repressionen, Gewalt, Grausamkeiten und Kriegen kann bei sensiblen Lesenden leicht eine Art von intellektuellem Schwindel erzeugen. Aber genau das mag ja Vielen als besonderes Lese-Erlebnis willkommen sein.Die Namen der im Buch behandelten literarischen Hauptpersonen bleiben zunächst etwas im Hintergrund. Sie sind zwar auf dem Titel schwach sichtbar, kommen aber im Inhaltsverzeichnis nicht vor, sondern erscheinen erst in den jeweiligen Kapiteln nach einigen Seiten Text. Diese Art von Versteckspiel gilt wohl auch für den Autor selbst und es stellt sich die Frage: Wer ist Hugo Bergham wirklich?An verschiedenen Stellen äußert der Autor einen hintergründigen Humor. Das zeigt sich besonders auf Seite 74, wo er in einer kurzen Besprechung von Goethes Roman „Die Leiden des jungen Werther“ dessen Selbsttötung angesichts der Ausweglosigkeit seiner Liebe wie folgt kommentiert: „Heute würde Werther sich wahrscheinlich nicht umbringen, sondern parshippen. Und man fragt sich, was besser wäre.“Das Buch ist ein mit tiefen Detail-Kenntnissen und viel Sorgfalt geschriebenes Werk. Aufgrund der zahlreichen englischen Literatur-Zitate werden allerdings nur diejenigen, die die englische Sprache beherrschen, in vollem Umfang von dem Buch profitieren; aber das ist natürlich kein Nachteil, sondern eine logische Folge der Konzeption dieses Werkes. Für Lesende, die sich nicht für alle Einzelheiten der englischen Literatur interessieren, ist allein die Beschreibung der Persönlichkeiten und des Wirkens von Winston Churchill, Agatha Christie, und John Le Carré den Kauf des Buches wert – vielleicht entdecken sie dann auch die anderen genannten SchriftstellerInnen für sich.