Wendepunkte - Lange Nächte in Tampere - M Kruppe Kartoniert (TB)
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Bücher EAN 9783948887407

Wendepunkte - Lange Nächte in Tampere - M Kruppe Kartoniert (TB)

Hersteller: Edition Outbird
5,0/5,0 (2 Bewertungen)

Produktfakten auf einen Blick

Hersteller
Edition Outbird
EAN
9783948887407
Kategorie
Bücher
Ø Bewertung
5,0 / 5,0 (2 Bewertungen)
Farbe
Silver
Gewicht
0.395 kg
Breite
174 mm
H├Âhe
35 mm
Länge
122 mm

Produktbeschreibung

Wendepunkte Lange Nächte in Tampere Produktart: ABIS_BOOK

Bewertungen & Erfahrungen

5,0 von 5,0
2 Bewertungen
5 ★ 2
4 ★ 0
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2 ★ 0
1 ★ 0

Verteilung basiert auf 2 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Elias Joshua 01.06.2024 amazon.de
Auch wer M.Kruppe nicht kennt, wird im Laufe des Buches den Eindruck gewinnen, es handle sich um einen guten alten Freund, der mal wieder vorbeischaut, um seine Geschichte zu erzählen. Unaufdringlich, aufrichtig und schonungslos ehrlich.Der Erzählton ist locker aber reflektiert und vermischt philosophische Gedankensplitter, gesellschaftskritische Analysen und poetische Momente. Der Erzähler wirkt dabei sympathisch, weil er mit seinen Schwächen vollkommen offen umgeht.Warum interessiert mich der Text? Weil durch seine melancholisch-heitere Aufrichtigkeit ein Sog entsteht, der an frühe Hesse-Lektüren erinnert. Kruppe mäandert durch die Möglichkeiten eines Lebens, das sich vor allem als Denken und Sprechen vollzieht. Er schildert scheinbar belanglose Begegnungen und zeigt, wie sie ihn verändern, berühren und über sich hinausweisen.Kruppe will weiterziehen, sich immer entwickeln, immer den nächsten Schritt machen. Und man kann ihm beim lebenslangen Lernen zuhören und die Fragen, die er sich stellt, sich selbst vorlegen. Ein Vergnügen.Es ist selten, dass ein Erzähler so menschlich wirkt, so ambivalent und immer auf der Suche. Kruppe liefert keine einfachen Antworten, sondern stellt sich und andere klug in Frage, bekennt sich ("wo die Mode regiert, emmigriere ich") oder beschreibt inmitten seiner Zerissenheiten und Selbstzweifel seinen geglückten Tag:"So wie jetzt hier, wie vor einer Stunde, in Tampere in einem kleinen Badezimmer zu stehen, das politische Feuilleton zu hören, gedanklich abzuschweifen und das auch zeitlich zu können, ohne dass eine Stechuhr Grauen und Stress hieß, zu wissen, dass ich ganz gemütlich und in aller Ruhe den Morgen genießen konnte, am Rechner sitzend, die Tagesaufgaben zu erledigen. [...]"Es macht Freude dem zärtlichen Buch zu folgen, innezuhalten und sich mit Kruppe auf einen Kaffee an den Schreibtisch zu setzen, um über das Leben nachzudenken.
Manuela Hahn 01.06.2024 amazon.de
Ein Stipendium führt M. Kruppe als Residenz-Künstler im Winter 2022 nach Tampere eine Großstadt im Süden Finnlands. Wären da nicht seine Geldsorgen, um nichts in der Welt würde er als Residenz-Künstler einen Monat im tiefsten Winter verbringen, er hasst den Winter, den Schnee, die Kälte und die Dunkelheit. Und so lässt er sich ein auf ein Abenteuer der besonderen Art.Ein Abenteuer ist auch die Lektüre des Buchs, genauso wenig wie der Autor wusste, was ihn in Tampere erwartet wusste ich auch nicht, was für eine Art Geschichte mich erwartete, der Autor und seine Werke waren mir bis Dato völlig unbekannt. Am ehesten konnte ich mir noch einen Reisebericht der etwas anderen Art vorstellen, Beschreibungen der Landschaft und der kulturellen Einrichtungen in Tampere und natürlich auch über die Kultur der Finnen. Gleichzeitig war ich mir aber sicher, dass da noch viel mehr sein wird.M. Kruppe erzählt von seiner Überraschung, dass sich der Winter in Finnland von dem in Deutschland sehr unterscheidet, die Stille im Winter ist es, die er kaum erträgt, die er in der ersten Nacht in Tampere aber als wohltuend empfindet, die Worte, die der Autor dafür findet, verleiten mich dazu zu glauben er ließe mich in seine Seele blicken, das mag anmaßend klingen, schließlich sind es nur wenige Sätze und ich bin diesem Mann noch nie begegnet, es ändert aber nichts am Gefühl, das ich beim Lesen hatte.Als Leser begleiten wir ihn auf seinen nächtlichen Spaziergängen und bei seinen Begegnungen mit Fremden und mit den Begegnungen mit sich selbst.Eines der bewegendsten Kapitel ist meiner Meinung nach,Für Peter P.Kruppe erzählt wie schon gewohnt von seinem Tagesablauf, lauter recht banale Dinge wie dem Kauf einer Pre-Paid Karte und dem obligatorischen Bier, das nicht nur die Müdigkeit wegwischt, sondern auch den Hunger, dass ihn gesellig macht und locker, als ihn der Anruf seines Verlegers erreicht, der ihm mitteilt, dass ein Freund überraschend verstorben ist und sich Kruppe erinnert, dass er beim Tod anderer nichts spürt in Bezug auf den Verstorbenen, das sein Mitleid den Lebenden die zurückbleiben gilt. Und ich konnte ihn so gut verstehen, beim Lesen dieses Kapitels kam mir eine Textzeile aus einem anderen Buch in den Sinn, die mir lange nicht aus dem Kopf ging:(Wenn wir zu einem Menschen sagen: Ich kann ohne dich nicht leben, dann meinen wir in Wirklichkeit damit: Ich kann nicht in dem Gefühl leben, dass du vielleicht Schmerz empfindest, unglücklich bist, Not leidest. – Das ist alles.)Das Buch greift viele Themen auf, gleich zu Beginn erfahren wir von der angespannten finanziellen Situation Kruppes, der nur deshalb das Stipendium annimmt, das brachte mich dazu darüber nachzudenken, wie viele Kunstschaffende wohl aufgeben mussten in den Zeiten der Pandemie und der weltweiten momentanen Krise. Es geht aber auch um die Liebe, die Liebe zu Menschen und zu Orten und die Einsamkeit, die ihn überfällt, als ihm bewusst wird, dass er diese neu erwachende Liebe zu seinem Aufenthaltsort nicht mit seiner Freundin teilen und es geht um Alkoholismus, Kruppe trinkt und das redet er nicht schön "Ich trank, weil ich trinken wollte, weil ich süchtig war, abhängig mal wieder" diesen Kampf gegen eine Sucht kann sich wohl niemand vorstellen, der das nicht selbst durchmachen musste, und so enthalte ich mich selbstverständlich eines Kommentars zu dem Umstand, aber erwähnen will ich es, weil es evtl. andere Leser triggern könnte.Kruppe erzählt, sich selbst und uns, er lässt uns an seinen inneren Dialogen teilhaben und manchmal wollte ich meine Gedanken an dem, was er erzählt, mit ihm teilen.Lange Nächte in Tampere ist eines dieser Bücher, die man immer wieder in die Hand nimmt, um ein Kapitel nochmals zu lesen, das ist sicherlich auch dem wunderbaren Schreibstil des Autors geschuldet.Diese Rezension zu schreiben fiel mir sehr schwer, bei einem fiktiven Krimi ist es einfach zu sagen, das Buch war gut, die Handlung nachvollziehbar, denn da sind selten eigene Gefühle im Spiel, ganz anders hier und eigene Gefühle in Worte zu fassen ist schwierig. Also kann ich euch nur raten: Lest dieses Buch. Lasst euch mitnehmen auf eine literarische Reise nach Tampere und vielleicht auch ein klein wenig auf eine Reise durch die Gefühlswelt des Autors und vielleicht auch durch eure eigene.
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