Eine Regierungsbeteiligung der extremen Rechten in Frankreich. »Der Block« beschreibt ein erschreckendes Szenario, das immer wahrscheinlicher wird - und wie es dazu kommen konnte. Blutige Aufstände in den französischen Vorstädten, die Zahl der Toten steigt unaufhörlich. Die Partei der äußersten Rechten - der Patriotische Block - steht kurz vor dem Einzug in die Regierung. In dieser Nacht kann das Schicksal Frankreichs kippen, und sie ist für drei Menschen der Höhepunkt einer 25-jährigen Geschichte aus Gewalt, Geheimnissen und Manipulation. Agnès führt als Parteivorsitzende die Verhandlungen. Ihr Ehemann Antoine wartet in seiner luxuriösen Pariser Wohnung auf das Ergebnis, Stanko, der Chef des paramilitärischen Ordnerdienstes der Partei, versteckt sich in einem schäbigen Hotelzimmer. Antoine ist morgen vielleicht Staatssekretär - Stanko jedenfalls soll morgen tot sein. Ein Vierteljahrhundert lang waren die beiden wie Brüder. Ein Vierteljahrhundert lang waren sie bei allen Aktionen dabei, die den Patriotischen Block an die Macht gebracht haben. Ein Vierteljahrhundert lang sind sie vor nichts zurückgeschreckt. Sie haben dieses Leben geliebt, und sie bereuen nichts. Jérôme Leroy legt mit »Der Block« eine atemberaubende Milieustudie vor; eine Innenansicht der Strömungen, die sich in der extremen Rechten verbünden. Ein hochaktueller und literarischer Thriller aus einem Milieu, das unter Hochdruck steht - nicht nur in Frankreich.
Bewertungen & Erfahrungen
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Redaktion13.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Buch bietet eine beunruhigende und detaillierte Darstellung der aktuellen politischen Entwicklungen in Frankreich. Obwohl der Inhalt sehr aufschlussreich ist, empfinde ich die Darstellung als etwas düster.
Zwei Männer, ein Intellektueller mit stramm rechter Gesinnung und einem psychopathischen Verhältnis zur Gewalt und ein Proletarier aus dem früheren Arbeitermilieu mit Skinheadvergangenheit und mit einer soliden militärischen Ausbildung warten darauf, dass in dieser einen Nacht Entscheidendes passiert. Antoine Maynard, Ehemann von Agnes, die um die Beteiligung des rechtsextremen Bloc Patriotique an der Regierung verhandelt, könnte nach dieser Nacht zum Staatssekretär oder Minister aufsteigen. Stephane Stankowiak, genannt Stanko, dagegen wartet auf seine Exekution durch seine früheren Kameraden. Er, der Mann fürs Grobe, passt nicht mehr in die neue Zeit und muss deshalb beseitigt werden.Beide Männer, nicht nur politische Weggefährten in der gleichen Partei, verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft, ja Antoine war wie der große Bruder oder gar der Vaterersatz für Stanko. Doch der Griff nach der Macht fordert ihren Preis.Geschildert werden nicht nur die Ereignisse dieser einen Nacht, sondern in zahlreichen Rückblenden das ganze Leben der beiden Protagonisten. Kapitelweise wechseln die Perspektiven der beiden Männer. Während Stanko aus der Ich-Perspektive erzählt, wird das Leben von Antoine konsequent aus der Du-Perspektive erzählt. Diese Du-Perspektive ist manchmal sprachlich etwas holprig, aber man gewöhnt sich daran. Dabei erfährt man nicht nur die Biographie der beiden Männer, sondern auch viel über die Geschichte des französischen Rechtsextremismus, vor allem der 80er und 90er Jahre. Das Glossar im Anhang ist dabei sehr hilfreich. Die Parallelen zum Front National sind nicht zu übersehen, aber schon aus juristischen Gründen nicht eins zu eins übertragbar.Durch den fast schon distanzlosen Ich-, bzw. Du-Stil, wird der Leser in die beiden handelnden Personen mehr und mehr hineingezogen. Ähnlich wie bei Jonathan Littels "Die Wohlgesinnten", muss man schon sehr aufpassen, dass man nicht zuviel Empathie für die zwei furchtbaren Gewalttäter aufbringt. Dem Risiko, diesem Sog zu erliegen, steht die grandiose Schilderung eines extrem gewalttätigen und rassistischem Mileus entgegen, das ohne Moralismus gnadenlos realistisch gezeichnet wird. Dieses Problem sieht der Autor selbst und greift es in seinem sehr lesenswerten Nachwort auf.Die Polarisierung der gesellschaftlichen Diskussionen, das Denken in Feindbildern und der Einsatz von Gewalt in der politischen Auseinandersetzung sind natürlich nicht nur französische Phänomene, sondern in ganz Europa zu beobachten.Ein starker Kriminalroman, der hochintelligent menschliche Abgründe aufzeigt, gesellschaftliche und politische Entwicklungen erhellt und eine spannende Geschichte erzählt.
Ich habe mir den Block aufgrund einer Besprechung in einer Tageszeitung gekauft und war neugierig auf die Innensicht und die beiden erzählerischen Perspektiven. Beides finde ich sehr gelungen und auch verstörend, wie beim Lesen Parallelen auffallen. Ein Buch, dass mir Stoff zum Nachdenken und zum Diskutieren gegeben hat.Leider empfand ich die Übersetzung als etwas hölzern, was die Lektüre vor allem zu Beginn unnötig erschwert hat. Daher vier Sterne.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.