Raphaels Leben ist in seiner Heimat in Luxemburg gerade völlig aus den Fugen geraten. Er beschließt, dass er dringend eine Auszeit benötigt und findet sich in den Bergen Südtirols wieder. Die Einsamkeit und Ruhe scheinen ihm gut zu bekommen, doch dann ist er findet er ein Leiche, das war es mit Ruhe für ihn.Der Schreibstil der Autorin hat mich sofort angesprochen und ich hätte noch stundenlang weiterlesen können.Gut gefallen hat mir, dass neben der Geschichte auch die Art der Südtiroler angeschnitten wurde und deren Leben, in der teilweise recht rauen Bergwelt, ebenso wenig fehlten typische Speisen und Sehenswürdigkeiten, welche am Rande erwähnt wurden.Ich muss gestehen , dass ich mich sehr wohl fühlte, bei meinem Kurzurlaub in Südtirol.Die Geschichte selber ist gut aufgebaut und in sich schlüssig.Der Wechsel zwischen Tempo und der Ruhe, hat in meinen Augen eine gute Ausgewogenheit und ließ mich selber das Buch nur ungern aus der Hand legen.Die Charaktere sind in ihrer Art sehr ansprechend gezeichnet und schnell hatte ich als Leser zu den meisten eine gute Verbindung. Durch die bildliche Beschreibung der verschiedenen Handlungsorte , hatte ich das Gefühl mitten im Geschehen zu sein.Alles in allem ein solider und angenehmer Krimi, der leicht zu lesen ist und mich als Leser sehr gut unterhalten hat. Eben eine perfekte Urlaubslektüre für in Südtirol oder für einen kleinen "Kurztrip" von zuhause aus.
Raphael, einer der Hauptprotagonisten in diesem Südtiroler Alpenkrimi, hat genug von seiner Heimat Luxemburg. Er braucht dringend Abstand, unter anderem auch von seiner nervigen Schwester Nadine. Raphael macht sich auf nach Südtirol. Kaum dort angekommen, freundet er sich mit den etwas sonderbar daherkommenden Dorfbewohner Luis Walcher an. Aber er findet nicht nur diesen neuen Freund, sondern auch mehrere Leichen. Die Polizei ermittelt, und die Ordnungshüter finden es höchst merkwürdig, dass Raphael und Luis immer wieder auf irgendeine Art und Weise involviert sind, wenn es einen neuen Fall gibt.Raphael und Luis sind davon genervt, dass die Polizei gegen sie ermittelt. Da die Ermittlungen nicht so recht vorangehen, ermitteln die beiden kurzerhand selbst. Diese Nachforschungen sind logischerweise nicht ganz ungefährlich.„Erst Hund, dann Reh, jetzt zwei Tote. Sind die Berge noch sicher?“ (eBook, S. 202)Cover und Schreibstil:Das Cover der eBook-Version von „Tod am Berg“ zeigt eine einsame, etwas baufällige Almhütte. Im Hintergrund sieht man ein Bergmassiv, umgeben von dichtem Nebel. Das Cover wirkt auf mich gleichermaßen freundlich und gruselig!Man trifft in diesem Buch auf viele Dialoge in Dialektform. Dies ist zum anderen natürlich der Tatsache geschuldet, dass die ProtagonistInnen aus Luxemburg bzw. Südtirol stammen, also aus zwei Ländern, in denen ein gewisses Sprachwirrwarr allgegenwärtig ist. Man muss dies mögen, und einige Lesende könnten sich, genau wie auch ich, damit ein wenig schwertun. Wenn man sich einmal in das Sprach-Gemisch hineingelesen hat, geht es allerdings ganz gut, und die Spannung im Buch leidet darunter auch nicht.Bei großer Verzweiflung hilft auch das angehängte Verzeichnis mit den wichtigsten im Buch auftauchenden Wörtern in Dialektform.Fazit und Leseempfehlung:Ich habe „Tod am Berg“ sehr gerne und in einem Rutsch gelesen. Mit Raphael hat die Autorin Moni Reinsch einen überaus interessanten Hauptprotagonisten erschaffen.Die Autorin hat selbst eine Zeitlang in Südtirol gelebt, weswegen ich davon ausgehe, dass diesem Krimi eine exzellente Recherche (auch vor Ort) zugrunde liegt.Tatsächlich habe ich mich schon öfters gefragt, was in Skigebieten oder ähnlichen Gegenden passiert, wenn gerade mal keine Touristen da sind. Was machen „die Hiesigen“ (eBook, S. 351) dann? Nach den Erkenntnissen der Autorin sind bis mindestens März alle abgelegenen Berghütten in Südtirol einsam und verlassen. Dies öffnet natürlich Tür und Tor für allerlei kriminelle Machenschaften.Ich gehe auch davon aus, dass das immer wieder thematisierte und authentisch dargestellte Zuständigkeitsgerangel zwischen den verschiedenen agierenden Polizeiabteilungen tatsächlich so existiert. Das Zuständigkeitsgerangel ist ein Grund dafür, dass die Ermittlungen nicht vorangehen. Trotz aller Spannung kommt „Tod am Berg“ ganz ohne allzu heftiges Blutvergießen aus.Leider nicht allzu plausibel war es für mich persönlich, wie schnell sich Raphael und Luis anfreunden – der etwas seltsame Luxemburger und der deutlich ältere etwas schrullige Südtiroler .., , aber diese ungewöhnliche Freundschaft ist wohl der ganzen Geschichte geschuldet. Das Ende des Buches hingegen ist rasant, schlüssig und überraschend zugleich und hat mich vollends überzeugt.Gerade wer Südtirol ein wenig kennt, kann sich anhand der Landschaftsbeschreibungen, aber auch anhand der Personenbeschreibungen ganz wunderbar in die Gefühle und Gedanken der Hauptfiguren hineinversetzen.„Es ist nie eine gute Idee, zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort zu sein.“ (eBook, S. 594)Ich vergebe für „Tod am Berg“ vier Sterne und empfehle diesen Südtiroler Alpenkrimi dringend allen Südtirol-Krimi-Fans.Die Dauerleserin