Nachdem es einiges an Büchern über Naturkosmetik Herstellung und Rohstoffe gibt, ist dieses Buch eine willkommene Ergänzung dazu. Hier wird genauer auf die Rührgeräte und den Rührvorgang geschaut. Vor- und Nachteile bestimmter Rührertypen, optimale Größe des Becherglases und Drehzahl, alles dabei. Wer sich schon mal über die Phasentrennung einer selbst gerührten Creme geärgert hat findet hier Anhaltspunkte, was der Grund dafür sein könnte. Ich werde das Buch sicher öfter zu rate ziehen.
Bevor hier jemand aufschreit und schreibt „das ist kein Buch für Rühranfänger“ und deshalb eine schlechte Rezension abgibt möchte ich dazu folgendes bemerken:Ist dieses Buch Lektüre für Rühranfänger? Ja und Nein- und als Ergänzung möchte ich hinzufügen: Kommt darauf an :-)Auf was? Wer eher salbenähnliche Cremes, die nur aus div. Ölen, Bienenwachs bestehen, rührt, womöglich noch mit Spatel oder Glasstab, der braucht das Buch über Rührkunde wahrscheinlich nicht und kann vermutlich auch mit Begriffen wie W/O oder O/W nichts anfangen.Wenn jemand aber anspruchsvolle Kosmetik rührt (im Sinne von z. B. Olionatura.de), die einer industriell hergestellten Kaufkosmetik in nichts nachsteht und vom Inhalt und Wirkung her erwiesenermaßen sogar wesentlich besser ist, für diese Rührerinnen ist dieses Buch sehr wertvoll. Auch wenn es beim flüchtigen durchblättern den Anschein erweckt, dieses Buch über Rührkunde wäre nur für LaborantInnen, ApothekerInnen, professionelle Hersteller von Kosmetik, nein, dieses Buch ist sehr wohl auch für uns Hobby-RührerInnen :-).Der Grund:Noch immer sind in der DIY-Community Empfehlungen/Anweisungen zu lesen, dass man z. B. mit einem Milchaufschäumer Creme rühren kann, diversen batterienbetriebenen Minimixern, doch dies führt zu keinen guten Ergebnissen, denn dadurch wird die Creme meist mousseartig und verdirbt bald durch den großen Lufteinschluß. Mal abgesehen davon, dass die meisten Emulgatoren vom hochtourigen Rühren profitieren, alleine schon die Haptik (Hautgefühl) ist eine andere. Hier empfiehlt sich ein ordentliches Rührgerät, dass trotz hoher Umdrehungen keine Luft unterrührt. Aber welches? Welcher Antrieb, welcher Rührer?Frau Dr. Bohlmann beschreibt in ihrem Buch einige Rührgeräte (Rührer samt Antrieb), bzw. nur die Rührstäbe von günstig bis teuer, beschreibt die Vor- und Nachteile sehr gut anhand einiger Beispiele. Auch die Größe der Laborgläser im Verhältnis zum Rührer spielt eine große Rolle und wird darauf eingegangen. Überhaupt ist der Text erfrischend kurzweilig, sagen wir sogar ein wenig flapsig gehalten, sodass zu keiner Zeit Langeweile aufkommt.Für mich persönlich ist es kein Buch, dass man mal schnell überfliegt, ein paar Kapitel auslässt, es will langsam gelesen werden (ich bin ja Laie) manchmal sollte man ein bisschen mitdenken, was für mich als Viel- und Schnellleserin eine Herausforderung darstellt, aber eine die sich lohnt. Zwischendurch viele Abbildungen wie sich z. B. die Strömung mit welchem Rührstab verhält und immer wieder auch gezielte Aufgaben, Fragen (deswegen das Mitdenken), im Anschluß aber auch gleich die Antworten dazu. So macht lernen von Physik/Chemie Spass :-)Und keine Angst, die Formeln, die zu lesen sind, wir als Hobby-Rührerinnen müssen sie nicht auswendig lernen :-)Sehr interessant und vor allem sehr hilfreich ist auch die Liste über die div. Gründe für ein Nichtgelingen einer Emulsion, warum z. B. sie sich getrennt hat, etc. und natürlich steht auch die Lösung dabei, was man nächstes Mal anders machen sollte, wo der Fehler lag. Das alleine ist schon den Kauf wert.Mein persönlicher Fazit:Dieses Buch ist nicht nur für professionelle RührerInnen, sondern sehr wohl auch für die immer größer werdende Zahl der Hobby-Rührer, zu der ich mich auch zähle, sodass auch unsere Emulsionen perfekt werden. Die Haut dankt es uns :-)
Wer von uns Hobbyrührer*innen hat es noch nicht erlebt?Man wiegt die Zutaten aufs Gramm genau ab, achtet auf die richtige Temperatur und auf die Reihenfolge des Mischens und am Ende trennt sich die das fertige Produkt wieder in Einzelteile.....Wer sich ernsthaft für die eigene hochwertige Kosmetikherstellung interessiert und auch verstehen möchte, was im Becherglas mit den Rohstoffen geschieht, warum die Reihenfolge der Zutaten wichtig ist und welche Rührgeräte und Prozesse für optimale Ergebnisse geeignet sind, kommt um das Buch nicht herum.