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Was jetzt möglich ist | 33 politische Situationen | Navid Kermani | Buch | 221 S. | Deutsch | 2022
Bewertungen & Erfahrungen
4,7 von 5,0
7 Bewertungen
5 ★6
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2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 7 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion19.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Ich bin absolut begeistert von der Kermani Navid: Was jetzt möglich ist Radaufhängung; die Federung und Lenkung bieten eine hervorragende Performance. Die Qualität ist erstklassig und ich kann sie uneingeschränkt weiterempfehlen.
Redaktion19.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Diese Radaufhängung von Kermani ist fantastisch und bietet eine unglaubliche Federung, ich bin absolut begeistert von der Leistung.
Redaktion19.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Top!
Redaktion10.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Buch hat eine gewisse Dicke und die Seiten sind etwas eng gesetzt. Die Schrift ist klein und der Zeilenabstand ist gering, was beim Lesen etwas mühsam ist.
Es sind 33 politische Momente, Situationen, Anlässe, aus denen heraus seit Beginn der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts die im vorliegenden Werk versammelten Texte, Reportagen, Essays Kermanis entstanden sind.Dabei, wie die Zeitspanne schon aufzeigt, geht es eher weniger um das, „was jetzt möglich ist“, wohl aber um grundlegende Strukturen und Bedeutungen einzelner Momente und Ereignisse und ihre breite Verzahnung in zunächst gar nicht im Blick stehende andere Abläufe und Ereignisse, die Kermani unnachahmlich herauszuarbeiten versteht.Eine Herangehensweise und ein tieferes Verständnis der „Vernetzungen“ zunächst abgegrenzt erscheinender Ereignisse und Momente, in welchen die sprachliche und intellektuelle Kraft Kermanis deutlich erkennbar werden. Und Texte, die dem Leser und der Leserin immer wieder über das konkrete Thema heraus die Augen öffnen für die tieferliegenden Bedeutungen des Geschehens. In der Situation und für den „Rest der Welt“.Angefangen 1993 beim erzwungenen „Scheidungsurteil“ gegen Nasr Hamid Abu Zaid, in dem die dogmatische Politisierung des Koran und des Islam über den konkreten Ort hinaus bereits deutlich wird (und in den folgenden Jahren immer offenkundiger vor Augen trat, mit weitreichenden Folgen), bis hin zum Krieg in der Ukraine als brennende Gegenwart, (mitsamt einem Rückgriff einige Seiten zuvor, wie der Abzug des Westens aus Afghanistan vielleicht einer der Tropfen war, der Wladimir Putin noch überaus ermutig hat für diesen schrecklichen Schritt in einen „heißen Krieg“ hinein.Mit Folgen für die bis dato bestehende Religionsgemeinschaft zwischen der orthodoxen Kirche Russlands und der Ukraine, mit Folgen eines „Abbruchs“ weltweit, einer noch nicht zu übersehenden Schar von Folgen und Konsequenzen, die Kermani nicht populistisch oder als bereits „Wissen“ vor Augen legt, sondern als Implikationen, als Beobachtungen „durch die Nacht“ in der Ukraine, als offene Fragen und doch bereits deutliche Assoziationen.Die aber auch kleine Funken noch in sich tragen, wenn ein ukrainischer Überlebender sagt: „Das waren Leute wie wir“.Sei es also der Blick auf den Islam, auf den Bau der Kölner Moschee, das Minarettverbot in der Schweiz als „absage an den europäischen Weg“, sei es die schwierige und doppeldeutige Haltung Europas, die das „Mittelmeer als Massengrab“ eine neue, traurige Berühmtheit erlangen lässt. Oder sei es im Blick auf China und seinen Weg in der Moderne, die Folgen des Rückzugs aus Afghanistan samt einem zu konstatierenden „deutschen Desinteresse“ an der Welt.Navid Kermani legt den Finger in „Wunden der Welt“, in offene, durchaus aber auch in jene, die man noch gar so klar im Blick gehabt hat, noch nicht als so offen und schwärend wahrgenommen hatte.Dass die Ukraine 1993 Atomwaffen abgab, Sicherheitsgarantien erbat und nicht bekam und dass so ein brutaler Krieg, der die Welt heute mit immensen Kosten auch durcheinanderwirbelt, vor 30 Jahren vielleicht in einer, aus westeuropäischer Sicht eher lästigen, unbequemen, „Randfrage“ im Vorhinein hätte verhindert werden können.Es sind diese langfristigen Zusammenhängen, die Kermani zu Zeiten bereits andeutete, erahnte, herstellte und die nun im Nachgang als reinweg folgerichtig sich aus den verschiedenen Texten herauslesen lassen. So dass am Ende, indirekt, der Titel doch wieder zu seinem Recht kommt.„Was jetzt möglich ist“ erschließt sich systemisch in all dem, was bisher passiert ist.Eine interessante, wichtige und sprachlich überaus überzeugende Lektüre.
Mit diesem Buch legt Navid Kermani eine Sammlung von Essays der letzten 30 Jahre vor, die verschiedene politische Situaitonen behandeln. Die Palette an Themen scheint auf den ersten Blick sehr weit und ein wenig zusammenhangslos zu sein. So lesen wir unter anderem von Kermanis Gedanken zur Situation der Künstler*innen im Iran 1995, ebenso über die Lage im 2. Golfkrieg 2003, den Brexit 2016 und den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine 2022. Die Essays sind geprägt von einer klaren Sprache sowie klugen und differenzierten Ausführungen zur jeweiligen Situation. Der Autor verzichtet auf den moralischen Zeigefinger, dennoch sind die Texte durchzogen von der Frage, wer wir sein möchten und wie wir ein gerechtes Miteinander gestalten wollen. Für das Verständnis ist es nicht notwendig die Details der dargelegten Situationen zu kennen.Vielleicht mag sich die ein oder andere Person fragen, wie es zur Auswahl der Texte gekommen ist. Ich habe hierzu eine These: Jedem Ereignis liegt ein spezielles Narrativ in der Deutung und ein bestimmtes Muster im Ablauf zugrunde. Wenn wir in der Lage sind diese zu reflektieren und zu verstehen, sind wir in der Lage, die Welt ein kleines bisschen besser zu verstehen. Dann lädt der Sammelband uns Leser*innen ein, über die Frage nachzudenken, was denn wohl ist Zukunt möglich ist, bzw. möglich sein wird.
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Letzte Aktualisierung: 29.09.2026 10:04 Uhr.