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Tess | Thomas Hardy | Taschenbuch | dtv- Klassiker | 584 S. | Deutsch | 2015 | EAN 9783423144032
Bewertungen & Erfahrungen
4,3 von 5,0
6 Bewertungen
5 ★3
4 ★2
3 ★1
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion16.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Buch hat eine interessante Geschichte, aber der Inhalt ist sehr spezifisch und nicht für jeden geeignet.
Redaktion16.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein absolut faszinierendes Buch, das mich von Seite zu Seite mit der Geschichte von Tess Durbeyfield und ihrem Schicksalsroman gefesselt hat. Ich kann es jedem wärmstens empfehlen!
Ich wusste durch den Film (die Version mit Gemma Arterton) auf was ich mich einlasse aber es ist immer wieder schockierend sowohl in Film als auch in Romanversion.Was Tess alles so wiederfährt, erscheint mir zwar an manchen Stellen überspitzt aber der Autor hat sich ja was gedacht bei der Gesichte. Um die gesellschaftlichen Missstände der damaligen Zeit aufzudecken, ist Übertreibung ein gutes Mittel. Durch die detaillierten Beschreibungen wird man förmlich reingezogen in die Gesichte und an vielen Stellen würde man gern eingreifen. Sämtliche Figuren handeln nur der Gesellschaft und den Konventionen entsprechnd und sind nicht fähig über ihre Schatten zu springen oder Fehler einzusehen. Das dramatische Ende für Tess scheint unausweichlich. Kurzgefasst kann man sagen das Tess ein Spielball ihrer Umwelt ist und sich davon auch nicht befreien kann.Dabei lebt die Gesichte von dem Schreibstil. Die Landschaften und bestimmte Tätigkeiten wie z.B. Getreide ernten werden detailliert beschrieben. Andere wichtige Sachen werden aber nicht exakt beschrieben. Obwohl hier in der Kurzzusammenfassung was von einer Vergewaltigung steht, ist das eben nicht exakt klar weil diese Stelle nie ausführlich beschrieben wird. Auch im weiteren Handlungsverlauf wird nicht klar was in jener Nacht wirklich passiert ist und so bleibt es dem Leser überlassen.Trotz der Dramatik fesselt die Geschichte bis zum Schluss und es ist eines der Bücher, über die man auch Tage später noch nachdenkt.
das ist kein buch, was man mal so eben im vorbeigehen konsumiert. es geht um eine menschliche tragödie im england des 19. jahrhunderts, verbunden mit den hardy- üblichen bechreibungen der südenglischen landschaft und ihrer bewohner. und darin das mädchen tess mit ihrer familie und dem zusammenbruch ihrer kleinen welt durch die verkündigung, aus einem bessern hause, von edlen leuten abzustammen. damit beginnt die tragödie, und beim lesen bangt man mit, hofft auf die eine oder andere positive wendung, die sich dann erst langsam anzubahnen scheint, als alles schon zu spät ist. interessantes kann man erfahren über konventionen und denkweisen zur damaligen zeit, und man kann auch parallenlen finden zur gegenwart. ist es doch oft noch und in allen gegenden der welt so, dass dem manne gewisse dinge nachsieht, für die eine frau an den pranger gestellt wird. dem autor gelingt es, seine realitäten sehr plastisch darzustellen; die landschaft, die harte arbeit, das leiden, das ringen um ein wenig glück, aber auch das hinterhältige, feindliche. am ende wünscht man der armen tess, doch auch endlich wieder glücklich sein zu können, und vielleicht ist sie es doch noch geworden, indem sie die kraft findet, sich vom menschlichen dämon zu befreien, der ihr leben stahl. eine wunderbare, eigentlich erstaunlich starke frauengestalt, trotz des ganzen unglücks. herzergreifend, aber nie schnulzig dargestellt. ein buch, dass mich gefesselt hat.
Unter dem Titel "Tess of the d’Urbervilles. A Pure Woman Faithfully Presented" veröffentlichte Thomas Hardy im Jahr 1891 diesen Roman zum ersten Mal in seiner ursprünglichen Langform.Es war nicht einfach für mich, meine moralischen Vorstellungen beiseite zu lassen und mich gänzlich auf die Viktorianische Zeit einzulassen. Hardy machte mir es mir leicht, ein Bild vom Alltagsleben seiner Protagonisten zu bekommen. Detailliert und realistisch schildert er die schwere Arbeit in der Landwirtschaft, den Stand der Technik und das Leben der Landbevölkerung. Tess beschreibt er zu Beginn als junges und lebenslustiges Mädchen, das mit ihren Freundinnen in den Frühling tanzt. Das Schicksal, Angel und Alec und Moralvorstellungen der damaligen Zeit stehen aber einer glücklichen Zukunft von Tess im Weg. Ausgangspunkt für Tess‘ tiefen Fall war nicht zuletzt die Lebensweise ihrer Eltern. Der Vater trank, die Mutter war ein einfältiges, kindliches Wesen. Beide machten nur so viel wie unbedingt nötig, um das Überleben der Familie zu sichern. Als sie dann von der noblen Abstammung der Durbeyfields erfuhren, sehen sie darin eine Möglichkeit, ihrem Elend zu entfliehen. Tess, die älteste Tochter sollte den reichen Verwandten Alec d‘Ubervilles heiraten. Tess wurde herausgeputzt und zu den vermeintlichen Verwandten geschickt. Alec fand auch Gefallen an dem jungen, frischen Mädchen, statt sie zu heiraten vergewaltigte er sie. Tess floh zurück ins Elternhaus, bekam ein Kind, das jedoch nur kurze Zeit lebte. Tess war ein gefallenes Mädchen, eine aussichtsreiche Heirat war undenkbar geworden. Daraufhin verließ sie ihr Dorf und fand eine Anstellung auf einem Hof in Talbothays, wo sie Angel Clare trifft, der ihr bereits bei dem am Anfang des Romans besagtem Frühlingfest auffiel und sie aber damals nicht beachtete. Ihr Gewissen verbietet es Tess seinen Heiratsantrag anzunehmen. Schließlich stimmt sie aber doch zu. Am Hochzeitstag gestehen sich beide ihre Vergangenheit ein. Angel, der Pfarrerssohn, verlässt Tess und geht nach Brasilien. Tess muss sich allein durchschlagen und trifft wieder auf Alec…Thomas Hardy erzählt Tess‘ Geschichte aus der Sicht eines moralisierenden, allwissenden Erzählers. Dabei tritt besonders deutlich die Doppelmoral viktorianischer Zeit zutage. Was heute kaum noch einen Menschen peinlich berühren würde, führte Tess an den Rand des Abgrunds und ließ sie den letzten Schritt darüber hinaus selbst tun. Ihr Niedergang ist unaufhörlich und das Ende vorauszuerahnen. Dabei deutet Hardy stets nur an, vermeidet jede Schilderung mit sexuellem Hintergrund und überlässt dem Leser das Angedeutete zur Interpretation. Die Sprache des Romans wirkt mitunter schwülstig und etwas angestaubter, als ich dies bei einem vor gut 120 Jahren geschriebenen Roman erwarten durfte. Sowohl der Sprachstil und auch diese Andeutungen störten mich persönlich ein wenig. Da war ich aus anderen in diesem Zeitalter entstandenen Romanen anderes gewöhnt. Ich möchte keineswegs detailgetreue Schilderungen von Vergewaltigungen lesen, aber im moralischen Nebel möchte ich als Leserin auch nicht stehen gelassen werden.Die männlichen Protagonisten, die Tess zunächst so verschieden sieht, gleichen sich in ihrem selbstgerechten Egoismus und ihrem Umgang mit Tess wie eineiige Zwillinge. Alec schmückt sich mit einem erkauften Titel. Angel scheinbar gebildet, ist gefangen in seinem enggewebten Netz moralischer Vorstellungen. Beide sind Männer, die für diese Zeit stehen und wurden von Hardy hervorragend in Szene gesetzt.Der Roman trägt den Untertitel: ‘Eine reine Frau’. Dies ist der einzige Hinweis darauf, wie Thomas Hardy in Wirklichkeit über die Scheinmoral dachte und mit dem er versuchte, die Tragödie um Tess ins rechte Licht zu rücken.„Tess“ habe ich sehr gern gelesen. Er vermittelte mir ein eindrucksvolles Bild vom Dasein der einfachen Landarbeiter im viktorianischen England. Trotzdem mir persönlich ein paar Kleinigkeiten nicht so gefielen, sehe ich den Stellenwert dieses Romans in der Weltliteratur und bin froh ihn gelesen zu haben. Gerne empfehle ich ihn weiter.
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Letzte Aktualisierung: 09.10.2026 18:23 Uhr.