Glück hat seinen Preis: Roman (dtv großdruck)
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EAN 9783423253871

Glück hat seinen Preis: Roman (dtv großdruck)

Hersteller: Dtv Verlagsgesellschaft  ·  MPN: 1223278
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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

Glück hat seinen Preis. Großdruck | Irina Korschunow | Taschenbuch | dtv- Großdruck | 512 S. | 2017

Bewertungen & Erfahrungen

4,8 von 5,0
4 Bewertungen
5 ★ 3
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 22.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Interessant.
Amazon Kunde 13.09.2024 amazon.de
Ein bemerkenswertes Buch. Es vereint Historie und Lebensweisheit. Spannend ist es zudem. Man sollte es gelesen haben. Ein hervorragendes Buch.
margarete-therese 13.09.2024 amazon.de
danke-ok
Gwyn 13.09.2024 amazon.de
Der Anfang: »Es gibt ein Bild von meiner Mutter, das Bild mit dem Fächer. Siebzehn war sie damals. Sie steht neben dem Spiegel, den Kopf zur Seite geneigt, Blumen im Haar, den halbgeöffneten Reiherfächer in der linken und das Kleid voller Spitzen.«Irina Korschunow war als Kinderbuchautorin sehr bekannt, hat erst spät mit dem Schreiben von Romanen begonnen. Dies war ihr erster Roman, der autobiografische Züge tragen soll. Es ist eine deutsche Familiengeschichte, ein Roman über die Stellung der Frau im letzten Jahrhundert durch den Blick der Enkelin. Wie viel Geschichte der eigenen Familie drinsteckt, können wir nur erahnen. Zumindest liest sich der Roman aufrichtig und wahr.Marianne, eine erwachsene Frau, wohl in den Fünfzigern, kramt in der Familiengeschichte und präsentiert sie dem Leser. Die Erzählung beginnt mit dem Großvater Johann Peersen. Seine Eltern sterben 1887 und er verkauft Haus und Land, macht sich auf nach Kiel, in die Stadt. Mit fast 5000 Goldmark glaubt der 23-jährige Maurermeister, ein Bauunternehmen eröffnen zu können. Die Preise für Land, Personal und Material sind gesalzen, die Bank gibt keinen Kredit. Um Geld zu sparen, mietet er sich nicht in eine Pension ein, sondern bei der Witwe Jepsen. Die kann den ehrgeizigen jungen Mann gut leiden.»Sie schob die Schüssel so heftig unter den Tisch, dass es schepperte. ›Un die Frieda kriggt keen Mann.‹«Sie gibt ihm den Tipp, Bäckerstochter Frieda Ossenbrück den Hof zu machen, denn die nimmt keiner mehr. Sie hatte sich von einem unbekannten Seemann schwängern lassen, das Kind war bei der Geburt gestorben. Aber wer nimmt nun noch so eine? Obendrauf ist sie nicht besonders hübsch und ein wenig rundlich. Aber sie würde eine dicke Mitgift erhalten, später gut erben, die Ossenbrücks seien sehr betucht. Johann schaut sich Frieda an, nichts für seinen Geschmack, auch sonst kann er rein gar nichts sympathisches an ihr finden. Doch Frieda ist verrückt nach dem hübschen Mann. Die Sache mit dem Bauunternehmen scheint aussichtslos, die Zeit läuft Johann weg. Und so verhandelt er mit dem Bäcker. Ein Ehevertrag vor dem Notar wird gemacht, bei dem er weiterverhandelt, denn Johann fühlt sich ausgetrickst. Frieda willigt ein, sie will Johann besitzen. Dabei verliert sie ihren Besitz, denn Johann darf nicht nur auf ihrem Grundstück bauen, es geht mit der Ehe in sein Eigentum ein.»›Haben Sie ihren Mann eigentlich geliebt, Frau Jepsen?‹ ›Geliebt?‹ Sie sah ihn verblüfft an. … ›Ich weiß nun man wirklich nicht, Herr Peersen, wie Sie das meinen. Wir haben geheiratet, und er war ein guter Mann, arbeitsam und nie betrunken, nicht mal am Zahltag, und Schläge habe ich auch nicht gekriegt, wie manche andere.‹«Zwei, die nicht zusammenpassen, sind ein Ehepaar. Beide sind unglücklich, doch einer hat die Möglichkeit sich in die Arbeit zu stehlen. Johann trifft auf Marie, die Liebe seines Lebens. Marie will Modedesignerin werden, hat eine Lehrstelle im besten Atelier vor Ort, und sie entpuppt sich als Talent. Ihre kinderlose Chefin sieht sie schon als Nachfolgerin. Frieda stirbt, mit ihr Maries Traum vom Berufsglück, denn sie heiratet Johann, schenkt ihm 13 Kinder, trotz der Warnung des Arztes an das Ehepaar. Jede Schwangerschaft wird schwieriger, und es kommt, wie vorausgesagt, sie stirbt bei der letzten Geburt. Christine, die Älteste, will Lehrerin werden. Doch Johann zwingt sie, sich um Haushalt und Geschwister zu kümmern. Als der Vater später neu heiratet ist sie zu alt, um einen Beruf zu lernen, aber im Haus ist kein Platz mehr für sie. Sie bewirbt sich in Stendal als Hausdame bei dem Juden Dr. Keune, verlässt Hals über Kopf die Familie, kehrt lediglich kurz nach dem Tod des Vaters zurück. Auch Christine, die Mutter der Erzählerin, wird sich noch mehrfach falsch entscheiden, den falschen Mann wählen, das später bereuen.Die Erzählerin lässt durch die Blume durchblicken, dass auch sie den Vorfahrinnen folgte, sich mehrfach falsch entschied, sie ist geschieden, auch ihr Leben war nicht glücklich. Der Roman zeigt ein gutes Abbild der Gesellschaft von 1890 bis ca. 1940, und einen Blick der nachfolgenden Generation darauf zurück. Der Krieg wird eigentlich nicht erwähnt und die Nachkriegszeit in ein paar Sätzen zusammengefasst. Atmosphärisch geschrieben fühlt man sich in die vergangene Zeit und nach Kiel und Stendal versetzt. Der Blick der Frau von damals in verschiedenen Facetten und der Blick der neuen Generation, die das Leben selbst in die Hand nahm, wird einfühlsam dargestellt. Es sind aber auch die Frauen dabei, die es damals wagten, sich selbstständig zu machen, wie die Leiterin des Modeateliers. Der Preis dafür war der Verzicht auf Heirat und Kinder. Aber auch die eigenwillige Frieda weiß sich in ihrer Bitternis zu wehren. Ein geschichtlicher Roman, spannend, humorvoll, eine Neuauflage, die sich lohnt zu lesen.Irina Korschunow (* 31. Dezember 1925 in Stendal; † 31. Dezember 2013 in München) wurde hauptsächlich als Autorin von Kinderbüchern bekannt (»Die Wawuschels mit den grünen Haaren« sind vielleicht noch manchem in Erinnerung), erhielt später diverse Auszeichnungen für ihre Romane und Drehbücher.
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