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Xavier Lemercier ist Pariser Makler und fühlt sich gerade sehr einsam. Durch Zufall muss er einen Wandschrank in einer verkauften Wohnung ausräumen und so fällt ihm das Teleskop des königlichen Astronomen Guillaume Le Gentil de La Galaisiére in die Hände. Geputzt und gewienert steht es nun auf seinen Balkon und ist für den Nachthimmel mit seinen Sohn bereit. Aber Xavier muss ja auch probieren, ob das jahrhundertalte Teleskop noch funktioniert und tatsächlich er kann seinen Blick über Paris und seine Dächer schweifen lassen. Und wie es so will, bleibt er an einem Balkon hängen, dort steht eine Frau, zerreißt einen Brief und lässt somit Xavier und seine Gedankenwelt nicht los. Immer wieder schaut er zu ihr rüber, als er ein Zebra in ihren Wohnzimmer stehen sieht, zweifelt er an sein Bewusstsein und fängt doch an zu träumen. Bis sie eines Tages in seiner Agentur steht und als Makler beauftragt. Kann Xavier ihr näher kommen? Wie soll er das mit dem Teleskop erklären? Und ist er bereit für eine neue Liebe?Antoine Laurain ist ein Garant für herrliche französische Literatur und wird immer in meinem Bücherregal zu finden sein. Und wie jedes Jahr halte ich Ausschau nach einem neuen Werk von ihm und bin dann immer ganz entzückt, wenn da wirklich etwas in der Verlagsvorschau steht. Direkt beim Buchhändler angefragt und nun gelesen. Wie es mir gefallen hat, erzähle ich euch nun.Eigentlich beinhaltet dieser Roman zwei Geschichten, zwei Zeitebenen und eine große Suche, nämlich nach der Liebe. Hier wird sogar Geschichte in nette Unterhaltung verpackt, denn den Astronom Guillaume Le Gentil de La Galaisiére gab es wirklich. Er machte sich 1761 auf, um die Venuspassage zu beobachten und astronomische Werte festzuhalten. Aber der Weg nach Indien ist weit und das Glück von Guillaume nicht auf seiner Seite. Seine Reise ist, wie die von Odysseus, eine Irrfahrt durchs Meer und im entscheidenden Moment verlässt ihn das Glück. Seine Geschichte und seine Erlebnisse werden hier abwechselnd mit Xaviers Geschichte erzählt und haben einen abenteuerlichen Flair. Fremde Strände, fremde Umgebung, Guillaume wird von Astronom zum Wissenschaftler und kartografiert Inseln und entdeckt vielerlei mehr. Seine Erlebnisse sind das komplette Gegenteil von denn die Xavier jetzt beschreitet.Xavier ist einsam, sucht nach jemanden in seinem Leben und wird durch seinen Fund des Teleskops mit neuer Triebigkeit belohnt. So lernt er Alice Capitaine kennen, Tierpräparatorin, Mutter und sie möchte ihre Wohnung verkaufen. Es beginnt ganz unbeschwert, sanft und vorsichtig, ein kleiner Funke, doch bevor er zum Feuer werden kann, passiert ein Ungeschick und bringt alles zum Vereiteln. Ist Xavier etwa auch von der Venuspassage verflucht? Oder treibt unser Autor da ein verzückendes Spiel mit uns.Antoine Laurain ist einfach ein gekonnter Erzähler. Diesmal verwendet er sogar eine historische Figur, dessen Lebensweg von vielen Unglücks Umständen geprägt ist und doch am Ende sein Platz findet. Manchmal muss man im Leben einige Umwege machen, um ans Ziel zu kommen. Parallel dazu lässt er Xavier nach seinem Glück suchen und das sogar mit der Hilfe und Anleitung von Guillaume, der seine Erlebnisse zu Papier gebracht hatte. So taucht der Astronom immer wieder auf und nimmt an vielen Passagen teil. Ob nun sein Teleskop, seine erfolglose königliche Aufgabe, sein Werk überall spielt es auch in Xaviers Leben eine Rolle. Geschickt, eingefädelt, reizend erzählt und mit dem typischen Antoine Laurain Flair.Den Löwenanteil des Buches hat unser historischer Weltenbummler und irgendwie ist Xavier nur ein kleines Häppchen, aber gekonnt verwoben und mit viel Zuneigung zueinander erzählt. Ich mochte, die Geschichte, hätte mir noch ein bisschen mehr Xavier gewünscht, aber mehr hätte vielleicht auch nicht gutgetan. Wieder wunderbar entzückend dieser Roman, obwohl ich mir hier vom deutschen Verlag einen anderen Titel gewünscht hätte. Warum nicht das Original „Die Launen eines Sterns“ oder wie die Engländer „Ein verliebter Astronom“, es geht zwar auch um Sterne, aber doch eher um Planeten und das Zebra hat nun auch nicht so den hohen Stellenwert.Das Glück im Sternbild Zebra ist wieder ein gelungener Antoine Laurain Roman mit Witz, Esprit und Augenzwinkern. Ich werde seiner Bücher einfach nicht müde.
Der französische Autor bleibt sich auch im neuen Roman treu. Die warmherzige und berührende Geschichte, die so fernab vom Mainstream ist, lädt zum Träumen ein, weckt den Glauben an Märchen und an Glück.Der Immobilienmakler Xavier, der sich noch nicht so recht an sein Leben als geschiedener Mann gewöhnt hat, kommt eines Tages zu einem alten Teleskop. Er behält es, auch um damit seinen Sohn, der ihn regelmäßig besucht, zu unterhalten.Es stellt sich recht schnell heraus, wem dieses Teleskop einmal gehörte. Es stammt von dem Astronom Guillaume Le Gentil, der im 18. Jahrhundert den Durchgang der Venus vor der Sonne studieren und vermessen wollte. Dazu reiste er auf gefährlichen und langen Wegen bis in die Südsee. Dieser Durchgang findet im Abstand vieler Jahre statt.Der Roman erzählt nun auf diesen beiden Zeitebenen: Einmal die Geschichte der langen Reise von Guillaume, dem glücklosen Astronom, der ein wahrhaft guter Mensch, ein Optimist und sehr mutig war – und der wirklich gelebt hat. Zum anderen von Xavier, der durch das Teleskop eine Frau beobachtet, in deren Wohnzimmer ein Zebra steht. Der Zufall will es, dass sie sich begegnen. Und sich nach und nach zwischen ihnen die Liebe einstellt.Antoine Laurain erzählt wie stets mit zarten Worten, malt in zarten Aquarelltönen die Bilder der vorsichtigen Annährung Xaviers an Alice, die Frau mit dem Zebra. Das ist, obgleich erahnbar, so wunderbar berührend geschildert, so einfühlsam, dass man geradezu meint, die Gefühle der beiden Menschen greifen zu können. Daneben gibt es die Kinder, Xaviers Sohn und Alices Tochter, die ein wenig Amor spielen bei ihren Eltern.Dazwischen die Erlebnisse des Astronomen, der auf seiner Reise vielen interessanten und ungewöhnlichen Menschen begegnet, der keine Unterschiede macht in seinem Benehmen gegenüber den Adligen oder den Dienern, gegenüber Franzosen oder Eingeborenen. Besonders tragisch dabei ist seine Einsamkeit, er erträumt sich eine liebende Frau, seine Familie ist gefühllos und distanziert und so bleiben ihm nur die Menschen, die er auf seinen Abenteuern kennenlernt. Und die Dinge, die er findet oder die ihm zu“fliegen“ und die er wohlbehütet mit nach Hause nehmen möchte.Dieser Roman, der so wohltuend hervorsticht aus dem sonstigen Einerlei aus Krimis und Liebesschmonzetten, wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.Antoine Laurain - Das Glück im Sternbild Zebraaus dem Französischen von Katrin Segerer und Maja Ueberle-PfaffAtlantik, Juli 2023Gebundene Ausgabe, 284 Seiten, 24,00 €
Als Immobilienmakler stößt man nicht alle Tage auf einen Fund, wie es Xavier in diesem Roman widerfährt. Er entdeckt im Schrank einer ausgeräumten Wohnung ein Teleskop, das dem Astronomen Guillaume le Gentil gehörte. Um ihn dreht sich der zweite Handlungsstrang, der im 18. Jahrhundert spielt. Guillaume wird vom König beauftragt, die Venuspassage zu beobachten, um die exakte Entfernung der Erde zur Sonne zu messen.Guillaumes Reise nach Indien machte mir bewusst, dass man in Zeiten ohne Internet und Instagram selbst aufbrechen musste, um etwas zu sehen, seien es Meere, Sonnenuntergänge oder Berglandschaften. Während seine Mission nicht ganz nach seinen Vorstellungen verläuft, bringt das Teleskop eine völlig neue Wende in Xaviers Leben. Er lernt eine Tierpräparatorin in seiner Nachbarschaft kennen und verliebt sich in sie. Dem Autor gelingen sehr schöne Übergänge und Verbindungen zwischen den Handlungsebenen, so dass man beiden Figuren und ihren Abenteuern gespannt verfolgt.Der Roman ist – wie alle, die ich von Antoine Laurain gelesen habe – sehr charmant erzählt. Auch wenn manch zauberhafter Zufall etwas zu viel des Guten war, regt die Geschichte dazu an, an märchenhafte und romantische Fügungen zu glauben.
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Letzte Aktualisierung: 22.10.2026 18:21 Uhr.