Ein gelungenes Buch! Es nimmt eine Zwischenstellung zwischen Fachbuch und populärwissenschaftlichem Buch ein. Auf Grund seiner Größe kein Buch für die Hosentasche. Passionierte Leser werden Neues erfahren, insbesondere wenn sie auch selbst sammeln oder sich selbst mit pflanzlichen Arzneimitteln behandeln wollen und an der Wirkung interessiert sind.Das Autorenpaar Spohn stellt 41 bewährte, bedeutende und internationale Arzneipflanzen vor. Viele sind sehr bekannt wie das Megafood Brennnessel oder weniger wie die Bärentraube.In der Einleitung erfährt der Leser kurzweilig etwas über primäre und sekundäre Pflanzenstoffe, dass oft nicht ein einzelner Wirkstoff sondern die Kombination den Heilungserfolg ausmacht, und somit ein Pflanzenextrakt sinnvoll ist.Schon was von der Zulassungs- oder Registrierungsnummer gehört?Die gibt es nur bei Arzneimitteln, nicht aber für Nahrungsergänzungsmittel oder Kosmetika und steht für Qualität. Das Buch ist reich bebildert und gut illustriert. Es ist nach Haupteinsatzgebiet eingeteilt. Innerhalb des Einsatzgebietes gibt es mehrere Pflanzen zur Auswahl, die oft unterschiedliche Schwerpunkte abdecken, z.B. in der Gruppe „Stimmung/Nerven/Schlaf“ wirkt das Johanniskraut eher auf die Stimmung, Hopfen und Baldrian fördern dagegen den Schlaf. Zum Überblick darüber und da manche Pflanzen mehrere Wirkorte/Einsatzgebiete haben, gibt es am Schluss des Buches eine Übersichtstabelle.Die einzelnen Pflanzenporträts sind immer ähnlich aufgebaut:Zuerst eine botanisch einfach zu verstehende Beschreibung, die Geschichte der Arzneipflanze, welche Pflanzenteile verwendet werden und welche heilsamen Inhaltsstoffe diese enthält und in welcher Darreichungsform die Pflanze im Handel zu erwerben ist.Der entscheidende Punkt ist die Rubrik "Anwendung und Risiken". In dieser weisen die Autoren darauf hin, wann die Pflanze wirkt oder wann die Wirkung wieder ins Gegenteil verkehrt oder wie oft diese genommen werden darf. Mir hat es geholfen nicht mehr so viel Pfefferminztee zu trinken, weil ich nicht wusste, dass dieser die Magenschließmuskel erschlaffen lässt und zu Sodbrennen führen kann.Ein weiteres Highlight ist der Abschnitt "Sammeln und Selbermachen". Hier wird die Empfehlung gegeben, wie die Arzneipflanze verarbeitet werden soll.Damit der Leser die richtigen und wirksamen Arten verwendet gibt es noch Überschriften "Ähnliche Arten" oder "Garten". Dabei werden optisch ähnliche Arten vorgestellt, die oft nicht wirken, oder gartenspezifische Varianten.Neugierig?Schon gewusst, dass die Pfefferminze ein Hybrid ist?Oder dass Quendel (Feldthymian) im Gegensatz zum Echten Thymian wenig untersucht ist?Dass Sie wilden Beinwell nicht selbst sammeln sollen?Oder die Kanadische Goldrute nicht anbauen sollten? Never!Aber ich möchte nicht zu viel verraten ...
Das Buch "Unsere wichtigsten Arzneipflanzen - 41 Arten, die jeder kennen sollte" von Margot und Roland Spohn stellt eine überschaubare Anzahl von Heilpflanzen und deren Wirkungen vor, deren Anwendungsgebiete auch in Fachkreisen anerkannt sind und die aus der Erfahrung der Anwender häufig verlangt werden. Es ist also kein weiteres Heilpflanzen-Bestimmungsbuch mit allen heimischen Pflanzen, denen aktuell oder im Laufe der Geschichte eine Heilwirkung nachgesagt wurde und auch kein umfassendes Arzneipflanzenbuch für Pharmazeuten und Ärzte, sondern ein Kompendium handverlesener Heilpflanzen. Nach der Klärung einiger zentraler Begriffe und einem ganz kurzen geschichtlichen Abriss "Von der Volksheilkunde zum pflanzlichen Arzneimittel" folgen die 41 zentralen Darstellungen der Arzneipflanzen sortiert nach deren Anwendungsgebieten wie beispielsweise Erkältung, Magen/ Darm, Herz/ Kreislauf und Rheuma/ Muskeln. Auf je 6 Seiten werden zunächst Heimat, Standort und die Pflanze selbst beschrieben und dann erläutern, welche Pflanzenteile verwendet werden und welche Inhaltsstoffe und welche Wirkung zu erwarten sind. Auch die Geschichte als Heilpflanze wird kurz skizziert und das aktuelle Angebot vorgestellt, also in welcher Form Pflanzenteile bzw. Produkte daraus wie Tees, Salben, Säfte, Extrakte, Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel etc. erhältlich sind. Abschließend gibt es Tipps zum Sammeln und Selbermachen, Hinweise zu Möglichkeiten der Kultivierung der Pflanze im Garten und zu ähnlichen Arten. Neben Pflanzen, die in Deutschland wachsen, werden auch bedeutende Arzneipflanzen wie Eukalyptus und Pelargonie vorgestellt, die bei uns nicht vorkommen, die jedoch gerne angewendet werden - in den genannten Beispielen bei Erkältungen. Das Buch "Unsere wichtigsten Arzneipflanzen - 41 Arten, die jeder kennen sollte" ist eine interessante Lektüre und ein hilfreiches Nachschlagewerk für alle, die auf pflanzliche Wirkstoffe setzen und wissen wollen, was wirklich hilft, wo und wie es hilft und dazu noch an Informationen zu den wirkungsspendenden Pflanzen interessiert sind.
Diese durch hochklassige Farbfotos reich bebilderte „Arzneipflanzenbotanik“ stellt 41 im Alltag bekannte und auch ohne ärztliche Verordnung gegen „kleine Wehwehchen“ angewendete pharmakologisch genutzte Arzneipflanzen vor. Es geht hier nicht um ein Heilpflanzenpotenzial, das wesentlich mehr Pflanzenarten traditionell zugeschrieben wird, sondern um Monografien von Spezies mit nachweisbarem gesundheitlichen „Benefit“ sowie deren Anwendungsgrenzen. Verwendete Pflanzenteile, Inhaltsstoffe, Zubereitungsformen, historische Aspekte, Anbautipps und Angebotsformen werden thematisiert. Dieses Werk ist nicht für die Selbstmedikation konzipiert. Dafür ist es zu(angenehm) ehrlich, sondern vielmehr ein attraktiver Alltagshelfer beim Versuch, leichtere Beschwerden vor der Nutzung einer „chemischen Keule“ erst einmal selbst zu lindern, immer unter der Prämisse „ Im Zweifelsfalle fragen sie Ihren Arzt oder Apotheker“.Dr. Christiane Högermann